Wirtschaft

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Starker Schweizer Franken

Diplomaten streiken wegen Lohneinbußen

Der Höhenflug des Franken kostet sie bares Geld: Weil ihr Gehalt um ein Drittel eingebrochen ist, haben portugiesische Diplomaten in der Schweiz die Arbeit niedergelegt. Die Beamten bitten nun die Außenministerin der Alpenrepublik um Hilfe.

DPA

Schweizer Franken, Euro-Banknoten: Kurs hat sich leicht erholt

Dienstag, 30.08.2011   14:32 Uhr

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Genf - Protest gegen eine indirekte Lohnkürzung: Portugals Diplomaten in der Schweiz streiken derzeit, um dagegen zu protestieren, dass ihnen wegen des starken Franken weniger vom Gehalt bleibt. Das monatliche Einkommen der 56 Mitarbeiter in der Schweiz sei innerhalb weniger Monate umgerechnet von 4500 auf 3000 Franken (2540 Euro) gesunken, berichtet die Schweizer Zeitung "La Tribune de Genève".

Grund sei zum einen der starke Schweizer Franken, zum anderen eine Lohnkürzung um zehn Prozent. In der portugiesischen Botschaft in Bern schaltete sich bei Anrufen nur der automatische Anrufbeantworter ein.

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Der Franken hat wegen der Schuldenkrise in der Euro-Zone kräftig an Wert gewonnen - Mitte August erreichte er sogar fast eine Parität zum Euro , das heißt ein Euro war nur noch einen Franken wert. Da dies auch für die Schweizer Exportwirtschaft ein großes Problem ist, hat die Nationalbank des Landes interveniert und massiv frisches Geld in den Markt gepumpt. Dies zeigt erste Wirkung, der Franken verbilligte sich in den vergangenen Tagen deutlich, der Euro-Kurs lag am Dienstag zeitweise bei 1,18 Franken.

Doch ob diese Entwicklung anhand der Probleme der Euro-Sorgenkinder Griechenland, Portugal und Italien anhält, ist ungewiss. Die portugiesischen Diplomaten wollen ihre Lage jedenfalls nicht mehr hinnehmen, die schleichende Entwertung ihres Lohns nannte der Vizechef der Gewerkschaft, Alexandre Vieira, "nicht annehmbar". Die Diplomaten wandten sich laut der Zeitung mit ihrem Problem bereits an die Schweizer Außenministerin Micheline Calmy-Rey und baten diese um Hilfe.

cte/AFP

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