Starker Schweizer Franken Diplomaten streiken wegen Lohneinbußen

Der Höhenflug des Franken kostet sie bares Geld: Weil ihr Gehalt um ein Drittel eingebrochen ist, haben portugiesische Diplomaten in der Schweiz die Arbeit niedergelegt. Die Beamten bitten nun die Außenministerin der Alpenrepublik um Hilfe.

Schweizer Franken, Euro-Banknoten: Kurs hat sich leicht erholt
DPA

Schweizer Franken, Euro-Banknoten: Kurs hat sich leicht erholt


Genf - Protest gegen eine indirekte Lohnkürzung: Portugals Diplomaten in der Schweiz streiken derzeit, um dagegen zu protestieren, dass ihnen wegen des starken Franken weniger vom Gehalt bleibt. Das monatliche Einkommen der 56 Mitarbeiter in der Schweiz sei innerhalb weniger Monate umgerechnet von 4500 auf 3000 Franken (2540 Euro) gesunken, berichtet die Schweizer Zeitung "La Tribune de Genève".

Grund sei zum einen der starke Schweizer Franken, zum anderen eine Lohnkürzung um zehn Prozent. In der portugiesischen Botschaft in Bern schaltete sich bei Anrufen nur der automatische Anrufbeantworter ein.

Fotostrecke

14  Bilder
Währungskrise: Wer unter dem starken Franken besonders leidet
Der Franken hat wegen der Schuldenkrise in der Euro-Zone kräftig an Wert gewonnen - Mitte August erreichte er sogar fast eine Parität zum Euro Chart zeigen, das heißt ein Euro war nur noch einen Franken wert. Da dies auch für die Schweizer Exportwirtschaft ein großes Problem ist, hat die Nationalbank des Landes interveniert und massiv frisches Geld in den Markt gepumpt. Dies zeigt erste Wirkung, der Franken verbilligte sich in den vergangenen Tagen deutlich, der Euro-Kurs lag am Dienstag zeitweise bei 1,18 Franken.

Doch ob diese Entwicklung anhand der Probleme der Euro-Sorgenkinder Griechenland, Portugal und Italien anhält, ist ungewiss. Die portugiesischen Diplomaten wollen ihre Lage jedenfalls nicht mehr hinnehmen, die schleichende Entwertung ihres Lohns nannte der Vizechef der Gewerkschaft, Alexandre Vieira, "nicht annehmbar". Die Diplomaten wandten sich laut der Zeitung mit ihrem Problem bereits an die Schweizer Außenministerin Micheline Calmy-Rey und baten diese um Hilfe.

cte/AFP



Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 6 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
hornbeam, 30.08.2011
1. Das überrascht mich
Die Löhne in Deutschland sind um 75% EINGEBROCHEN; WEIL DIE sCHWEIZER SO GUT ZAHLEN: Keiner demonstriert...;-S
glen13 30.08.2011
2. ....
Zitat von sysopDer Höhenflug des Franken kostet sie bares Geld: Weil ihr Gehalt um ein Drittel eingebrochen ist, haben portugiesische Diplomaten in der Schweiz die Arbeit niedergelegt. Die Beamten*bitten nun die Außenministerin der Alpenrepublik um Hilfe. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,783375,00.html
Die Leute haben vollkommen Recht. Hier handelt es sich wohl nicht um "Diplomaten", sondern bei den genannten Gehältern um normale Botschaftsangestellte, die eine Familie zu versorgen haben. Niemand würde ohne Protest eine solche Gehaltskürzung hinnehmen.
wika 30.08.2011
3. Hey, ihr Schweizer Dplomaten …
… macht mal Ballett , wir hätten hier noch eine brauchbare Lösung für euch, dann müsstet ihr euch nicht so aufregen und wir bekämen das auch mit der Kohle wieder schnell ins Lot. Macht doch mal ein wenig Werbung in der Schweiz bei eurer landsmannschaft für diese Problemlösung hier: *„Schweiz annektiert Deutschland und Österreich“* … Link (http://qpress.de/2011/08/16/schweiz-annektiert-deutschland-und-osterreich/), dann wärt ihr eure Sorgen los und wir unsere auch. Wir hätten den SFR, wären den Euro quitt, unsere Merkel-Junta dazu, hätten eine Verfassung statt Grundgesetz und dürften ab und an mal über wichtige Dinge bei Volksentscheiden mitmachen. Also, gebt euch mal einen Ruck und tut was für euer Geld. Wenn euch das nicht schmeckt, dann können wir euch gerne unser „Bundestags-Kasperle-Theater“ ausleihen, damit ihr mal eine richtige Tragödie zu verkosten bekommt … (°!°)
frigor 30.08.2011
4. Etwas genauer lesen
Zitat von wika… macht mal Ballett , wir hätten hier noch eine brauchbare Lösung für euch, dann müsstet ihr euch nicht so aufregen und wir bekämen das auch mit der Kohle wieder schnell ins Lot. Macht doch mal ein wenig Werbung in der Schweiz bei eurer landsmannschaft für diese Problemlösung hier: *„Schweiz annektiert Deutschland und Österreich“* … Link (http://qpress.de/2011/08/16/schweiz-annektiert-deutschland-und-osterreich/), dann wärt ihr eure Sorgen los und wir unsere auch. Wir hätten den SFR, wären den Euro quitt, unsere Merkel-Junta dazu, hätten eine Verfassung statt Grundgesetz und dürften ab und an mal über wichtige Dinge bei Volksentscheiden mitmachen. Also, gebt euch mal einen Ruck und tut was für euer Geld. Wenn euch das nicht schmeckt, dann können wir euch gerne unser „Bundestags-Kasperle-Theater“ ausleihen, damit ihr mal eine richtige Tragödie zu verkosten bekommt … (°!°)
Es geht hier nicht um Schweizer Diplomaten.
Holzhausbau 30.08.2011
5. Doch,
Zitat von glen13Die Leute haben vollkommen Recht. Hier handelt es sich wohl nicht um "Diplomaten", sondern bei den genannten Gehältern um normale Botschaftsangestellte, die eine Familie zu versorgen haben. Niemand würde ohne Protest eine solche Gehaltskürzung hinnehmen.
die deutsche Bevölkerung hat bei Einführung des EURO LOhn- und Gehaltskürzungen von 50% hingenommen. Proteste blieben aus, weil die Obrigkeit den braven Bürgern versicherte, dass diese Kürzung tatsächlich gar nicht existent sei - und nur auf der Einbildung der Bürger basiere, die offensichtlich nicht rechnen können. Damit haben sich die Bürger zufrieden gegeben. Der Staat sorgt für uns - und weiß was für uns gut ist!
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2011
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.