Steigende Beschäftigungsquote: Aufschwung bringt älteren Menschen Arbeit

Die niedrige Arbeitslosigkeit in Deutschland bringt auch mehr Menschen über 60 Jahre zurück in sozialversicherungspflichtige Jobs. Die Zahl der älteren Beschäftigten ist im vergangenen Jahr auf einen Rekordstand gestiegen.

Angestellter bei Rheinmetall: Mehr Jobs für Ältere Zur Großansicht
dapd

Angestellter bei Rheinmetall: Mehr Jobs für Ältere

Berlin - Der Aufschwung auf dem deutschen Arbeitsmarkt ist auch bei den älteren Menschen angekommen. Gut 7,7 Millionen Menschen im Alter zwischen 50 und 65 Jahren gingen im vergangenen Juni einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung nach, wie die Bundesagentur für Arbeit (BA) mitteilte. Die Beschäftigungsquote in dieser Gruppe stieg auf 47,2 Prozent.

Auch immer mehr Menschen über 60 Jahre sind sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Die Quote bei den 60- bis 64-Jährigen stieg auf 27,5 Prozent, wie aus den Daten der BA für Juni 2011 hervorgeht. Vier Jahre zuvor lag der Anteil nur bei 18,7 Prozent.

Die Arbeitsagentur erklärte den Anstieg unter anderem damit, dass die geburtenstarken Jahrgänge langsam in diese Altersgruppe hineinwachsen. Zudem habe die Erwerbsneigung zugenommen, schreibt die BA in ihrer Analyse. Bessere Beschäftigungsmöglichkeiten für Ältere in den rentennahen Jahrgängen spielen in der Debatte über die in diesem Jahr begonnene Heraufsetzung des Renteneintrittsalters von 65 auf 67 Jahre eine Rolle.

CSU-Chef Horst Seehofer hatte jüngst gefordert, die Job-Möglichkeiten für Ältere müssten sich verbessern. Die SPD hatte bereits vor eineinhalb Jahren beschlossen, dass der Einstieg in die Rente mit 67 verschoben werden sollte, bis mindestens 50 Prozent aller 60- bis 64-Jährigen eine sozialabgabenpflichtige Beschäftigung ausüben.

nck/Reuters/dapd

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Quelle: Statistisches Bundesamt / ILO
Die Säulen des Sozialsystems
Arbeitslosenversicherung
Jeder Arbeitnehmer in Deutschland ist Pflichtmitglied der Arbeitslosenversicherung. Die Hauptleistung der Versicherung ist das Arbeitslosengeld I (ALG I), das einen Teil des ehemaligen Nettoeinkommens ersetzt und bis zu ein Jahr nach Verlust einer Stelle gezahlt wird. Für ältere Arbeitslose gelten Ausnahmen. Läuft die Zahlung des ALG I aus, ohne dass eine neue Stelle gefunden wurde, wird anschließend Arbeitslosengeld II (ALG II) gezahlt. Das Instrument - auch bekannt als Hartz IV - wurde im Jahr 2005 geschaffen, als die ehemalige Arbeitslosen- und Sozialhilfe zusammengelegt wurden. Der Beitragssatz zur Arbeitslosenversicherung beträgt derzeit 3,0 Prozent des Bruttolohns. Arbeitgeber zahlen diesen Satz auch für jeden Beschäftigten.
Krankenversicherung
Es gibt zwei Arten von Krankenversicherungen - die Gesetzliche (GKV) und die Private (PKV). Rund 90 Prozent der Erwerbstätigen sind in der GKV pflichtversichert. Der Beitragssatz beträgt aktuell 15,5 Prozent für alle Versicherten. Zusätzlich können die Krankenkassen vom Einkommen unabhängige Beiträge erheben. Seit Anfang 2009 fließen alle Beiträge in einen Gesundheitsfonds, aus dem sie an die Kassen verteilt werden. Der Zugang zur PKV steht nur Selbstständigen und Arbeitnehmern oberhalb einer Einkommensgrenze offen.
Rentenversicherung
Die Beiträge werden durch ein Umlageverfahren finanziert, bei dem die Berufstätigen die Leistungen der Rentner zahlen. Anhand der eingezahlten Beiträge wird die künftige Rentenhöhe errechnet. Zurzeit liegt der Beitragssatz bei 19,6 Prozent. Im Januar 2013 sinkt der Beitrag auf 18,9 Prozent. Das gesetzliche Renteneintrittsalter wird derzeit stufenweise von 65 Jahren auf 67 Jahre heraufgesetzt.
Pflegeversicherung
Die Pflegeversicherung ist die jüngste der Sozialversicherungen in Deutschland. Sie ist eine Grundversicherung, die einen Teil der Pflegekosten abdeckt.