Steigender Konsum: Einzelhandel bejubelt Rekord beim Umsatzplus

Die Deutschen sind in Kauflaune: Im ersten Halbjahr stiegen die Umsätze im Einzelhandel unerwartet stark. Vor allem der Juni verlief extrem erfolgreich - seit 17 Jahren hat es kein so starkes Plus gegeben. Die Branche fürchtet aber steigende Kosten für Energie.

Kunden in Kaufhaus: Überraschend gute Zahlen für das erste Halbjahr 2011 Zur Großansicht
DPA

Kunden in Kaufhaus: Überraschend gute Zahlen für das erste Halbjahr 2011

Wiesbaden - Die deutschen Einzelhändler haben im Juni das stärkste Umsatzplus seit 1994 verbucht. Preisbereinigt hatten die Unternehmen 6,3 Prozent mehr in der Kasse als im Mai, teilte das Statistische Bundesamt mit. Für das gesamte erste Halbjahr konnten sich die Einzelhändler über 2,9 Prozent höhere Umsätze freuen - inflationsbereinigt ein Anstieg um 1,3 Prozent. Die Branche schnitt damit besser ab als vom Hauptverband des Deutschen Einzelhandels (HDE) erwartet.

Dennoch bleiben die Einzelhändler bei ihren vorsichtigen Prognosen: Für das gesamte Jahr 2011 rechnen weiterhin mit 1,5 Prozent mehr Umsatz. Da die Inflationsrate voraussichtlich klar über zwei Prozent liegen wird, würde das ein reales Minus für die Branche bedeuten, sagte HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth.

"Die positive Entwicklung am Arbeitsmarkt ist die Hauptstütze des Konsums", sagte Genth. Sorgen bereiten ihm allerdings die rasant steigenden Energiepreise, weil die Verbraucher dadurch weniger Geld im Portemonnaie haben. Zudem könnte die Schuldenkrise im Euro-Raum die Kauflust der Verbraucher in den kommenden Monaten bremsen, befürchtet der HDE. In der Tat stellten Konsumforscher jüngst fest, dass die Sorge um die Euro-Krise die Kauflaune der Deutschen trübt.

Allerdings gibt es auch gute Argumente für Optimismus: Jüngste Zahlen zeigen, dass die Tarifverdienste der Arbeitnehmer dank des Aufschwungs seit April wieder stärker steigen - Statistiker sprechen von einer Trendwende.

fdi/Reuters/dpa

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insgesamt 25 Beiträge
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1. Statistik nicht aussagekräftig?
Notizen aus der Provinz 29.07.2011
Wie schade, daß in dem Artikel nicht zu lesen ist, welche Branchen besonders "angezogen" haben. Fliessen eigentlich auch die Ergebnisse des Online-Handels in die Statistik ein? Ich habe in diesem Jahr bereits jetzt weit mehr als früher bei einem bekannten Internetversandhändler gekauft. Um Warenhäuser oder Einzelhändler mache ich meist einen Bogen.
2. Online-Umsätze
micdinger 29.07.2011
---Zitat--- Fliessen eigentlich auch die Ergebnisse des Online-Handels in die Statistik ein? Ich habe in diesem Jahr bereits jetzt weit mehr als früher bei einem bekannten Internetversandhändler gekauft. ---Zitatende--- Werden von der Statistik erfasst. Mehr dazu am Beispiel des Monats Mai in http://www.querschuesse.de/allzeittief-bei-den-realen-einzelhandelsumsatzen/
3. Wie bitte??
stranger56 29.07.2011
Bitte erklären sie mir folgende Überschrift des Statistischen Bundesamtes. "Einzelhandelsumsatz im Juni 2011 real um 1,0 % gesunken". Im Zeitalter des Internets würde ich damit rechnen, dass der Bürger auch Recherchen anstellt und ihre Kommentare / Artikel nach dem Wahrheitsgehalt genau unter die Lupe nimmt.
4. Statistik ist, was man draus macht
Krolog 29.07.2011
Zitat von stranger56Bitte erklären sie mir folgende Überschrift des Statistischen Bundesamtes. "Einzelhandelsumsatz im Juni 2011 real um 1,0 % gesunken". Im Zeitalter des Internets würde ich damit rechnen, dass der Bürger auch Recherchen anstellt und ihre Kommentare / Artikel nach dem Wahrheitsgehalt genau unter die Lupe nimmt.
- 1% im Vorjahresmonatsvergleich. Das ist die eigentlich wichtigere Messgröße als die zum Vormonat, die doch sehr stark schwankt und auch von den unterschiedlichen Verkaufstagemengen erheblich verfälscht wird. So war der Mai 2011 sehr schwach, daher konnte der Juni auf dieser schwachen Basis prozentual gut aussehen. Tatsächlich sind die Umsätze aber auf einem ziemlich niedrigen Niveau, und das seit vielen Jahren. Wer solche Berichte mit "Kaufrausch" und "Rekordzahlen" bemäntelt, betreibt Schönsprech. Der Binnenmarkt ist und bleibt eine Krücke der gesamtdeutschen Bilanz.
5. .
HighFrequency 29.07.2011
Zitat von Krolog- 1% im Vorjahresmonatsvergleich. Das ist die eigentlich wichtigere Messgröße als die zum Vormonat, die doch sehr stark schwankt und auch von den unterschiedlichen Verkaufstagemengen erheblich verfälscht wird. So war der Mai 2011 sehr schwach, daher konnte der Juni auf dieser schwachen Basis prozentual gut aussehen. Tatsächlich sind die Umsätze aber auf einem ziemlich niedrigen Niveau, und das seit vielen Jahren. Wer solche Berichte mit "Kaufrausch" und "Rekordzahlen" bemäntelt, betreibt Schönsprech. Der Binnenmarkt ist und bleibt eine Krücke der gesamtdeutschen Bilanz.
Ich habe den Eindruck, dass die Presseagenturen regierungsamtlich angewiesen werden, solchen Unsinn zu Propagandazwecken zu verbreiten. Und der SpOn tritt diesen Quark dann auch noch breit...
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