Juncker-Nachfolge: Steinbrück gegen Schäuble als Chef der Euro-Gruppe
Wolfgang Schäuble als Chef der Euro-Gruppe? Nicht, wenn es nach Peer Steinbrück geht. Der Ex-Bundesfinanzminister hält die Idee für einen Fehler, kein Deutscher sollte die Nachfolge von Jean-Claude Juncker antreten. Nicht mal Herr Müller-Lüdenscheid.
Hamburg - Seit Wochen ist bekannt, dass Luxemburgs Regierungschef Jean-Claude Juncker seinen Posten als Chef der Euro-Gruppe aufgeben will. Doch ein Nachfolger steht noch immer nicht fest. Als einer der aussichtsreichsten Kandidaten gilt der deutsche Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU). Doch von seinem Amtsvorgänger gibt es nun Kritik.
Peer Steinbrück bezeichnete es als schlechte Idee, Schäuble zum Chef der Euro-Gruppe zu machen. "Ich halte das für einen Fehler", sagte der mögliche SPD-Kanzlerkandidat der Deutschen Presse-Agentur. Er sei davon überzeugt, dass Deutschland "als größtes Schiff im Konvoi der Europäischen Währungsunion" nicht in die Position eines Schiedsrichters innerhalb der EU kommen sollte.
"Dies würde ich einem Land überlassen, das erkennbar eher in der Lage ist, zwischen verschiedenen Interessen, insbesondere der größeren Mitgliedsstaaten der Europäischen Union, zu vermitteln", sagte Steinbrück. Es gehe dabei gar nicht um Schäuble. "Das würde auch für einen anderen Kandidaten Deutschlands gelten, von mir aus Herrn Müller-Lüdenscheid."
Schäuble hatte sich Mitte Mai grundsätzlich bereiterklärt, den Posten von Juncker zu übernehmen. "Als deutscher Finanzminister muss ich mich so oder so stark engagieren", sagte der CDU-Politiker der "Welt am Sonntag". Er nehme auch nicht wahr, dass ihn die anderen Finanzminister ablehnten. Juncker selbst hatte Schäuble als seinen Nachfolger empfohlen, Kanzlerin Merkel nannte ihn schon im März als Wunschkandidaten.
aar/dpa
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