SPD-Kanzlerkandidat: Steinbrück streitet mit Stadtwerken Bochum über Rednerhonorar
Peer Steinbrück droht Ärger wegen eines Vortragshonorars. Die Stadtwerke Bochum geben an, mit dem SPD-Mann verabredet zu haben, dass die 25.000 Euro gespendet werden müssen. Der Kanzlerkandidat bestreitet das.
Berlin - Über ein Rednerhonorar von 25.000 Euro an Ex-Finanzminister Peer Steinbrück ist ein Streit entbrannt. Die SPD wies am Donnerstag die Darstellung zurück, ihr Kanzlerkandidat habe die Summe spenden sollen. Das hatten die Stadtwerke Bochum erklärt.
Der Hintergrund: Steinbrück hatte am 26. November 2011 am "Atriumtalk" der Stadtwerke teilgenommen und in seiner am Dienstag veröffentlichten Liste ein Honorar von 25.000 Euro genannt. Es war unter den Vorträgen, für die der SPD-Politiker seit 2009 Honorare erhalten hatte, der am höchsten dotierte. Gezahlt hatte die von den Stadtwerken beauftragte Agentur Hellen Medien Projekte GmbH.
Dass eine Firma, die hochverschuldeten Kommunen gehört, eine fünfstellige Summe für einen Vortrag zahlt, hatte Fragen aufgeworfen. Doch die Stadtwerke beschwichtigten: Der "Atriumtalk" sei "eine reine Wohltätigkeitsveranstaltung". Die Redner müssten die 25.000 Euro einer von ihnen selbst gewählten karitativen Einrichtung spenden. Das sei sogar in einer E-Mail festgehalten worden.
SPD-Sprecher Thomas Dünow weist das zurück. Steinbrück habe das Angebot von 25.000 Euro angenommen, dabei sei "zu keinem Zeitpunkt von einer Spende die Rede" gewesen - "weder schriftlich noch mündlich". Anders lautende Behauptungen seien "schlicht falsch". Ob Steinbrück das Geld aus eigenen Stücken gespendet habe, wollte der Sprecher nicht beantworten. Das Ehepaar Steinbrück wolle seine private Spendentätigkeit nicht öffentlich zur Diskussion stellen.
Die "Süddeutsche Zeitung" berichtet unter Verweis auf den gesamten Schriftwechsel zwischen der Agentur Hellen Medien Projekte und Steinbrücks Büro, dass darin an keiner Stelle von einer Spende die Rede sei. Im Angebot der Medienagentur an Steinbrück heißt es demnach ohne jede Einschränkung, er solle für seinen Auftritt "die Reisekosten und ein Honorar in Höhe von 25.000 Euro" erhalten.
Möglicherweise handelt es sich um eine Kommunikationspanne. Es könnte sein, dass bei der Verabredung des Vortrags über Hellen Medien Projekte die Verwendung des Honorars nicht entsprechend erwähnt wurde - und so die Partner von unterschiedlichen Voraussetzungen ausgingen.
Steinbrück hatte seine Einkünfte aus Vortragshonoraren jüngst wie angekündigt ins Internet gestellt. Der Zusammenstellung der von Steinbrück beauftragten Wirtschaftsprüfer zufolge nahm der frühere Finanzminister von 2009 bis Mitte Juli 2012 für 89 Vorträge insgesamt 1,25 Millionen Euro ein. Das Regelhonorar betrug dabei 15.000 Euro pro Vortrag, höhere betrugen bis hin zu besagten 25.000 Euro. Weitere Nebeneinkünfte Steinbrücks, zum Beispiel aus Buchhonoraren, sind in der Aufstellung nicht enthalten.
cte/dapd
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