Wirtschaft

Stellenabbau wegen "Harvey" und "Irma"

Hurrikane schütteln US-Arbeitsmarkt durch

Die Zahl der Beschäftigten in den USA ist erstmals seit sieben Jahren zurückgegangen. Grund sind vor allem die Auswirkungen der Wirbelstürme "Harvey" und "Irma".

Getty Images

Bauarbeiter in den USA

Freitag, 06.10.2017   16:58 Uhr

Die Hurrikane "Harvey" und "Irma" haben dem Aufschwung am US-Arbeitsmarkt einen Dämpfer verpasst. Die Beschäftigung fiel im September erstmals seit sieben Jahren, teilte das Arbeitsministerium in Washington mit.

Gleichzeitig legten aber die Stundenlöhne so stark zu wie seit 2008 nicht mehr und die Arbeitslosigkeit ist so niedrig wie zuletzt vor mehr als 16 Jahren.

Außerhalb der Landwirtschaft wurden 33.000 Stellen abgebaut. Das ist der erste Beschäftigungsrückgang seit September 2010. Volkswirte hatten im Mittel mit einem Zuwachs um 80.000 Jobs gerechnet. Zudem wurde der Stellenzuwachs in den beiden Vormonaten Juli und August um insgesamt 38.000 Stellen niedriger ausgewiesen als bisher bekannt.

Die Zahlen dürften allerdings nur bedingt aussagekräftig für den Zustand des US-Arbeitsmarkts sein. Ausschlaggebend dafür sind laut Experten die Folgen der beiden schweren Wirbelstürme "Harvey" und "Irma" vor allem auf die US-Staaten Texas und Florida. Das Arbeitsministerium sprach von Auswirkungen der Stürme, ohne diese genau zu beziffern.

Löhne und Gehälter legen zu

Während die Beschäftigung abnahm, legten die Löhne und Gehälter im September deutlich stärker als erwartet zu. Die durchschnittlichen Stundenlöhne stiegen gegenüber dem Vormonat um 0,5 Prozent. Dies ist der stärkste Zuwachs seit November 2008. Volkswirte hatten im Mittel nur mit einem Anstieg um 0,3 Prozent gerechnet.

Im Jahresvergleich erhöhten sich die Löhne im September um 2,9 Prozent und damit ebenfalls stärker als erwartet. Gerechnet wurde nur mit einem Zuwachs um 2,6 Prozent. Die Lohnentwicklung, die seit geraumer Zeit eher schwach ausfällt, spielt eine wichtige Rolle für die Geldpolitik der US-Notenbank Fed. Sie hat den Leitzins zuletzt im Juni auf die Spanne von 1,0 bis 1,25 Prozent angehoben und will bis zum Jahresende nachlegen, falls die Konjunktur mitspielt.

Außerdem fiel die Arbeitslosigkeit um 0,2 Prozentpunkte auf 4,2 Prozent - und damit auf den tiefsten Stand seit Februar 2001. Experten hatten dagegen mit einer Stagnation gerechnet. Angesichts der geringen Arbeitslosigkeit in der größten Volkswirtschaft der Welt sprechen einige Fachleute bereits seit geraumer Zeit von Vollbeschäftigung.

brt/dpa-AFX/Reuters

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