NRW-Finanzminister: Steuer-CDs bringen 2,5 Milliarden Euro
Die Rechnung der Behörden beim Kauf von Steuer-CDs ist nach Ansicht des nordrhein-westfälischen Finanzministers aufgegangen. Demnach haben Bund und Länder zehn Millionen Euro investiert und im Gegenzug 2,5 Milliarden Euro kassiert.
Düsseldorf - Die Methoden bei der Jagd nach Steuerhinterziehern sorgen für Streit zwischen Regierung und SPD. Während die sozialdemokratisch geführten Länder den Kauf von Daten-CDs als wirksames Mittel loben, wollen Union und FDP durch ein Steuerabkommen mit der Schweiz an verstecktes Geld gelangen.
Der nordrhein-westfälische Finanzminister Norbert Walter-Borjans hat nun vorgerechnet, was der Kauf von CDs mit Daten deutscher Steuerbetrüger eingebracht hat. Einschließlich der Selbstanzeigen seien mehr als 2,5 Milliarden Euro zusätzlich in die Staatskassen geflossen, sagte der SPD-Politiker dem "Handelsblatt". "Wir haben jetzt bundesweit in der Summe 500 Millionen Euro nur aus den CDs selber an Steuernachzahlungen."
Nicht nur die Steuerbetrüger, die wirklich auf den CDs zu finden waren, mussten nachzahlen. Aufgeschreckt von den Berichten hatten sich viele Menschen selbst bei den Behörden angezeigt.
Laut Walter-Borjans haben Bund und Länder bisher zehn Millionen Euro für den Kauf von fünf Datenträgern ausgegeben. Bund und Länder teilen sich sowohl die Kosten als auch die Steuernachzahlungen von Steuersündern, die ihr Geld bei Schweizer Banken deponiert haben. Ermittler aus Nordrhein-Westfalen haben wiederholt Steuer-CDs aus der Schweiz gekauft. Das Nachbarland reagierte entrüstet, erließ in einem Fall sogar Haftbefehle gegen drei deutsche Beamte.
Walter-Borjans kündigte erneut an, die SPD werde im Herbst das Steuerabkommen mit der Schweiz im Bundesrat blockieren. Außenminister Guido Westerwelle dagegen hat Änderungen am umstrittenen Steuerabkommen mit der Schweiz ausgeschlossen. "Ich sehe nicht, dass die Substanz des Abkommens noch einmal aufgemacht werden kann", sagte der FDP-Politiker.
Das Finanzministerium hatte kürzlich eine Bilanz vorgelegt, welche Einnahmen der Staat durch Steuerfahnder hat. In den vergangenen zwei Jahren bescherten sie den öffentlichen Kassen demnach zusätzliche Einnahmen von fast vier Milliarden Euro. In diesen Angaben sind aber Mehreinnahmen nach Selbstanzeigen von Steuerbetrügern nicht erfasst. Das zusätzliche Aufkommen dank der Steuerfahnder kommt laut Finanzministerium vor allem aus der Umsatz-, Einkommen- und Körperschaftsteuer.
mmq/dapd
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