Steuerdeals mit Konzernen EU-Kommission ermittelt gegen Belgien

Luxemburg, Irland, Niederlande - und nun Belgien: Die EU-Kommission wird die Steuervorteile für Konzerne in dem Land eingehend überprüfen. Derzeit schätzt die Behörde sie als "schwerwiegende Verzerrung des Wettbewerbs" ein.

Gebäude der EU-Kommission: "Schwerwiegende Verzerrung des Wettbewerbs"?
AFP

Gebäude der EU-Kommission: "Schwerwiegende Verzerrung des Wettbewerbs"?


Brüssel - Brüssel gegen Brüssel: Im Kampf gegen illegale Steuervorteile für Konzerne nimmt sich die EU-Kommission nun auch Belgien vor. Die obersten Wettbewerbshüter Europas haben am Dienstag eine eingehende Prüfung bestimmter belgischer Steuervorschriften begonnen. Internationale Konzerne können ihre Steuerschuld durch Sonderregeln um bis zu 90 Prozent reduzieren, rügte die Behörde.

"Es scheint so, dass bestimmte internationale Konzerne am Ende nur auf Teile ihres Gewinns Steuern zahlen, während jeder andere seine Steuern voll zahlt", kritisierte EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager. Für Firmen, die nur in Belgien tätig seien, gebe es solche Vorteile nicht. Dies sei nach derzeitiger Einschätzung eine "schwerwiegende Verzerrung des Wettbewerbs".

Konkret könnten Unternehmen eines Konzerns geltend machen, dass sie bestimmte Gewinne nur deshalb erwirtschaften konnten, weil sie mit anderen Firmen des Konzerns zusammenarbeiten. Solche Gewinnüberschüsse sind laut EU-Kommission zu hoch angesetzt - und somit die Steuerschuld zu niedrig.

Belgien ist das vierte Land, das wegen extrem lukrativer Steuervorteile für internationale Großkonzerne ins Visier der EU-Kommission gerät. Die Behörde hatte im Dezember angekündigt, in allen 28 Mitgliedstaaten mögliche illegale Steuertricks zu identifizieren. Bislang untersucht die EU-Behörde bereits Steuervorteile für Amazon und die Fiat-Bank in Luxemburg, für Apple in Irland und Starbucks in den Niederlanden. Kommissionschef Jean-Claude Juncker steht dabei unter Druck, weil er 18 Jahre lang Regierungschef von Luxemburg war.

fdi/dpa

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insgesamt 16 Beiträge
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baut-as 03.02.2015
1. ha ha ha
und luxemburg bleibt verschont?
brux 03.02.2015
2. ++++++
Man muss sich nur ansehen, welche Firmen ihren europäischen Sitz in den Büroparks am Brüsseler Flughafen oder anderswo in Brüssel angesiedelt haben. Meistens arbeiten da nur ein paar Dutzend Mitarbeiter, aber der gesamte Gewinn wird in Belgien "versteuert". Volvo, Toyota, Levis Strauss, Pfizer, you name it.
guylux 03.02.2015
3.
Zitat von baut-asund luxemburg bleibt verschont?
Erst Artikel lesen , danach posten: Gegen Luxemburg laufen die Ermittlungen nämlich schon !
conny1969 03.02.2015
4. Eu
Europäische UNION Jedes EU-Land versucht das andere auszustechen, jedes Land denkt nur an seinen Vorteil. Es gibt keine Union. Mal sehen was bei TTIP raus kommt, wenn wir uns nicht mal in Europa trauen können. EU: In Deutschland Geldwäsche; Irland, Lux, Holland, Belgien illegale Steuervorteile, Italien EU-Gelder in den Händen der Mafia, usw. usw. Dazu Euro-Krise, Arbeitslosigkeit, Wirtschaftskrise, aufkommen radikaler linker und rechter Parteien usw. Wer braucht so eine EU? Wer hat davon einen Vortei? Wie entwickelt sich das Verhältnis der einzelnen Völker zueinander? Scheiß auf die EU
baut-as 03.02.2015
5. nur gegen zwei firmen die...
Zitat von guyluxErst Artikel lesen , danach posten: Gegen Luxemburg laufen die Ermittlungen nämlich schon !
..."Steuervorteile für Amazon und die Fiat-Bank in Luxemburg" ...ihre schäfchen ins trockne brachten. hier geht es aber nicht um firmen, sondern um die dahinterstehend staatliche struktur die "bestimmte...Steuervorschriften" maßgeschneidert haben.
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