Schwächelnde Wirtschaft: Steuerplus fällt im Oktober kleiner aus
Bund und Länder können sich erneut über höhere Steuereinnahmen freuen. Doch das Plus fiel im Oktober geringer aus als in den Monaten zuvor. Denn die schwächelnde Wirtschaft drückt auf die Umsatzsteuern.
Berlin - Die gute Lage auf dem Arbeitsmarkt bringt Bund und Ländern auch im Herbst ein dickes Steuerplus. Doch die Wirtschaft schwächelt, und das macht sich auch bei den Staatseinnahmen bemerkbar. Diese sind im Oktober nicht mehr so kräftig gestiegen wie in den Monaten zuvor.
Im Oktober beliefen sich die Steuereinnahmen auf 37,7 Milliarden Euro, was einem Plus von 2,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat entspricht. Von Januar bis Oktober legten sie mit 5,4 Prozent mehr als doppelt so stark zu, teilte das Bundesfinanzministerium in seinem Monatsbericht mit. Im September lag das Plus noch bei 4,2 Prozent.
Auch wenn sich das Wachstum bei den Steuereinnahmen abschwächt, sind diese weiter auf Rekordkurs. Von Januar bis Oktober summierten sich die Einnahmen - ohne reine Gemeindesteuern - auf rund 441 Milliarden Euro. Die Steuerschätzung hat ergeben, dass die Steuereinnahmen - einschließlich der Gemeindesteuern - im laufenden Jahr erstmals über die Marke von 600 Milliarden Euro klettern.
Garant für den Steuerzuwachs ist die gute Lage auf dem Arbeitsmarkt. Dadurch zogen die Einnahmen aus der Lohnsteuer um 6,7 Prozent auf 11,3 Milliarden Euro an. Dagegen gingen die Umsatzsteuern um 3,7 Prozent auf 15,4 Milliarden Euro zurück.
Ein Grund für die langsamer wachsenden Steuereinnahmen dürfte die schwächere Konjunktur sein. Im dritten Quartal legte das Bruttoinlandsprodukt nur noch um 0,2 Prozent zu; für das Schlussquartal rechnen viele Ökonomen sogar mit einem Minus. "Im Winterhalbjahr dürfte es zu einer temporären Konjunkturdelle kommen", prognostizierte das Finanzministerium. Die Exporterwartungen der Unternehmen und die Auslandsaufträge zeigten "eine deutliche Abwärtsbewegung".
Die Kauflaune der Verbraucher sei aber noch gut. "Der private Konsum dürfte auch im Schlussquartal stützend wirken", hieß es. Dazu dürfte außer der noch guten Lage am Arbeitsmarkt auch die ruhige Entwicklung der Verbraucherpreise beitragen.
mmq/Reuters/dpa
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