Steuererhöhungen: Arbeitgeber nennen SPD-Finanzkonzept wachstumsfeindlich

Massive Steuererhöhungen für Spitzenverdiener - das will die SPD im Falle einer Regierungsübernahme durchsetzen. Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt hält das Konzept laut "Süddeutscher Zeitung" für "wachstumsfeindlich". Es schade besonders dem Mittelstand.

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dpa

Arbeitgeberpräsident Hundt: "SPD plant gewaltiges Steuererhöhungsprogramm"

Hamburg - Vor allem Besserverdiener will die SPD zur Kasse bitten: Im Falle einer Regierungsübernahme planen die Sozialdemokraten, massiv Steuern zu erhöhen. Von diesen Plänen hält Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt nichts: "Die Steuervorschläge der SPD sind wachstumsfeindlich", sagte Hundt der "Süddeutschen Zeitung".

Besonders für mittelständische Unternehmen, die "das Rückgrat unserer Gesellschaft bilden", würden sie zur Belastung werden und könnten Arbeitsplätze gefährden. Für Tausende Unternehmen bedeute dies, dass enorme Gewinnanteile durch Steuern und Solidaritätszuschlag aufgefressen würden, sagte der Arbeitgeberpräsident.

Die SPD plant, die Entschuldung durch Anhebung des Spitzensteuersatzes und Wiedereinführung der Vermögenssteuer voranzutreiben. Das Finanzkonzept für die Jahre 2012 bis 2016 sieht vor, dass der Bund auf diese Weise 5,4 Milliarden Euro im Jahr mehr einnehme.

Zugleich plant die SPD, die von Schwarz-Gelb eingeführte Mehrwertsteuer-Erleichterung für Hoteliers wieder abzuschaffen, die Brennelementesteuer zu erhöhen und eine Steuer auf Börsengeschäfte einzuführen.

Hundt sagte in dem Interview, auch er habe immer betont, dass die Konsolidierung der öffentlichen Haushalte Vorrang vor Steuersenkungen haben müsse. "Was die SPD nun plant, ist aber ein gewaltiges Steuererhöhungsprogramm."

kpa

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insgesamt 50 Beiträge
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1. Arbeitgeber ist ein schönes Wort
Xircusmaximus 07.09.2011
Zitat von sysopMassive Steuererhöhungen für Spitzenverdiener - das will*die SPD im Falle einer Regierungsübernahme durchsetzen. Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt hält das Konzept laut "Süddeutscher Zeitung" für "wachstumsfeindlich". Es schade besonders dem Mittelstand. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,784803,00.html
Früher hieß das einmal Ausbeuter und traf den verbalen Nagel auf den Kopf. Da sich die Erkenntniss durchgesetzt hat, das sich mittels Sprache die Gedanken steuern lassen, hat man das schöne Wort "Arbeitgeber" erfunden.Das klingt angenehm großzügig als hätte hier Jemand etwas zu verschenken. Was ne tolle Idee ist, vielleicht sollte man aus Arbeit-Geber, Arbeit-Schenker machen. Denn längst leben wir in einer Orwellschen Welt, was offensichtlich Niemanden auffällt, 1984 ist schließlich schon lange vorbei.
2.
MrTea 07.09.2011
Kann mir mal kurz einer erklären, wieso Reichensteuer oder Erhöhungen des Spitzensteuersatz wachstumsfeindlich sind. Das Argument haben ja bspw. auch die Republikaner beim Schuldenstreit gebracht aber eine Erklärung dafür hab ich nicht gefunden. Generell kann das ja nur Selbstständige bzw. Firmenbesitzer treffen. Der gewöhnliche gut-verdienenden Arbeitnehmer schafft ja (außer über seinen Konsum) keine Arbeitsplätze. Bei Firmenbesitzern dürfte es in den meisten Fällen (GmbH) so sein, dass Privat- und Firmenvermögen getrennt sind, oder? So dass auch sie in diesem Falle quasi Angestellter ihrer Firma sind. Ob der Lohn nun nach der Auszahlung höher versteuert wird, es dem Firmengewinn ja egal. Vielleicht muss man hier auch zwischen Reichensteuer und dem Spitzensteuersatz. Aber generell denke ich, dass bei Mehreinnahmen von 5,4 Mrd€/Jahr die Belastungen für den einzelnen Gutverdiener überschaubar bleiben. Wo liegt mein Denk-/Wissensfehler? Gruß
3. Hat er auch Gründe warum?
Kleingärtnerverein 07.09.2011
Zitat von sysopMassive Steuererhöhungen für Spitzenverdiener - das will*die SPD im Falle einer Regierungsübernahme durchsetzen. Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt hält das Konzept laut "Süddeutscher Zeitung" für "wachstumsfeindlich". Es schade besonders dem Mittelstand. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,784803,00.html
Hat Herr Hundt auch irgendeine, vielleicht sogar plausible, Erklärung abgegeben, wieso das den Wachstum gefährdet? So klingt mir das doch sehr nach den typischen Bonzen Gewäsch wonach es grundsätzlich das Ende des Abendlandes darstellt, wenn man den Reichen was wegnehmen will.....
4. Das grenzt an Körperverletzung
HerrPausB 07.09.2011
Zitat von sysopMassive Steuererhöhungen für Spitzenverdiener - das will*die SPD im Falle einer Regierungsübernahme durchsetzen. Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt hält das Konzept laut "Süddeutscher Zeitung" für "wachstumsfeindlich". Es schade besonders dem Mittelstand. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,784803,00.html
Ich kann dieses reflexhafte Gelaber von seiten der Arbeitgeber nicht mehr hören. Es ist verlogen, verlogen, verlogen.
5. ...
halteraner 07.09.2011
Dass sich der Arbeitgeberpräsident darüber aufregt ist aus meiner Sicht wieder mal viel Wirbel um nichts, genau so wie die Steuerpläne der SPD. Das Problem liegt m. E. nicht in zu niedrigen Steuersätzen, sondern viel mehr in den vielen Ausnahmeregelungen und vor allem Schlupflöchern, durch die die höheren Steuersätze nicht zum Tragen kommen. Vermögende haben doch immer einen Steuerberater, der den Finanzämtern vorgaukelt, dass deren Mandanten so arm sind, dass sie eigentlich H4 beziehen müssten.
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