Apple und Co. USA drohen EU-Kommission wegen Steuerermittlungen

Die EU-Kommission könnte bald hohe Steuernachzahlungen von amerikanischen Konzernen fordern. Das will das US-Finanzministerium verhindern - und droht Brüssel unverhohlen.

Apple-Logo in New York
REUTERS

Apple-Logo in New York


Das US-Finanzministerium kritisiert die EU-Kommission wegen ihrer Steuerermittlungen in Zusammenhang mit amerikanischen Konzernen ungewöhnlich scharf. Kurz vor der erwarteten Entscheidung zum Apple-Standort Irland droht das Ministerium der Brüsseler Behörde zudem mit nicht näher beschriebenen Gegenmaßnahmen.

In einem nun veröffentlichten Papier des amerikanischen Finanzministeriums heißt es, die Wettbewerbsaufsicht der EU-Kommission agiere als übernationale Steuerbehörde und gefährde dadurch internationale Vereinbarungen zur Eindämmung von Steuerflucht. Die Nachzahlungen könnten zudem die Steuerlast der Unternehmen in den USA entsprechend verringern. Das Ministerium "prüft weiterhin eventuelle Antworten, wenn die Kommission an ihrem aktuellen Kurs festhält", hieß es.

Formal richten sich die Untersuchungen der Kommission gegen EU-Mitgliedstaaten. Im Juni 2014 hatte die EU-Kommission konkret Ermittlungen gegen Irland, Luxemburg und die Niederlande eingeleitet. Die Länder könnten, so lautete der Verdacht, mehreren Konzernen illegale Steuervorteile eingeräumt haben. Diese würden nach EU-Recht als unerlaubte Beihilfen eingestuft und müssten zurückgezahlt werden. Außer Apple Chart zeigen sind unter anderem auch Amazon Chart zeigen, die Kaffeehauskette Starbucks Chart zeigen und Fiat Finance and Trade davon betroffen.

Als Ergebnis erster Entscheidungen sollen Starbucks in den Niederlanden und der Autobauer Fiat Chrysler Chart zeigen in Luxemburg bereits Dutzende Millionen Euro erstatten, beide Unternehmen gingen dagegen vor Gericht. Im Fall von Apple könnte es in Irland um einige Milliarden gehen. Die Investmentbank JP Morgan berechnete den maximal möglichen Betrag laut Medienberichten mit bis zu 19 Milliarden Dollar.

Das US-Finanzministerium will allzu hohe Nachzahlungen für US-Konzerne verhindern - auch weil es selbst davon betroffen ist. Denn die Konzerne erhalten in den USA Gutschriften für im Ausland gezahlte Steuern.

fdi/dpa

insgesamt 270 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
nick999 25.08.2016
1. Geldtransfers soll es nur in eine Richtung geben
nach dem Willen der USA sollen dies TTIP und Gabriel richten. Und von wegen die Wirtschaft will es, Eine Unterschriftensammlung gegen CETA und TTIP wurde von 2500 Unternehmen unterzeichnet und im Juli 2016 dem Bundeswirtschaftsministerium übergeben (KMU gegen TTIP). CETA und TTIP dienen nur wenigen. Gabriel dürfte jeden beim Namen kennen.
ichbineinschaf 25.08.2016
2. Apple-Gebashe?
Apple ist vermutlich die größte Einzelposition, soll man da lieber die kleineren nennen? Des weiteren macht Apple immer auf weiße Weste, insofern ist es richtig, auch mal negatives zu berichten, auch wenn das den Fanbois nicht passt "lalalala ich höre nichts ich sehe nichts".
meta_matze 25.08.2016
3. @1
das ist kein Apple Gebashe sondern Clickbaiting!
dr.könig 25.08.2016
4. TTIP ist die Peitsche in der Hand der USA ?
>Die Nachzahlungen könnten zudem die Steuerlast der Unternehmen in den USA entsprechend verringern.< Solch eine hanebüchene Bergründung schlägt dem Fass den Boden aus ! Wenn TTIP kommt, dürfen die EU Staaten US Firmen keine Steuern mehr berechnen, weil.... siehe oben ! US Firmen könnten Umweltsünden begehen. Sanktionen und Geldstrafen ? Denkste... siehe oben... Stupid EU
tomas.watson100 25.08.2016
5.
Während sie ihre eigenen Steueroasen in Delaware weiterhin grosszügig offenhalten, halten die USA leider weiterhin ihre weltpolizeilichen Attitüden aufrecht. Es wird Zeit, dass die Medien sich in gleichem Masse um Delaware kümmern, wie seinerzeit um die Schweiz.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge! zum Forum...

© SPIEGEL ONLINE 2016
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.