Steuerexperte warnt: Höhere Pendlerpauschale bevorzugt Gutverdiener

Rekordpreise für Sprit und wahlkämpfende Politiker: Bei dieser Mischung ist die Forderung nach einer höheren Pendlerpauschale fast zwangsläufig. Doch die Rechnung eines Steuerexperten zeigt: So populär ein solcher Schritt auch wäre, er würde vor allem die entlasten, die ohnehin schon gut verdienen.

Stau auf der Autobahn: Für viele Pendler ist die Fahrt nicht nur nervig, sondern auch teuer. Zur Großansicht
dapd

Stau auf der Autobahn: Für viele Pendler ist die Fahrt nicht nur nervig, sondern auch teuer.

Berlin - FDP-Chef Philipp Rösler will sie und CDU-Umweltminister Norbert Röttgen auch: Mit dem Wahlkampf ist auch die Erhöhung der Pendlerpauschale zurück in der politischen Diskussion. Doch anders als die Politiker es suggerieren, würde ein solcher Schritt laut Berechnungen eines Steuerexperten vielen Autofahrern keinen oder nur einen geringen Vorteil bringen.

Wie die "Süddeutsche Zeitung" berichtet, würden vor allem gut verdienende Alleinstehende von einer höheren Pauschale profitieren - Geringverdiener oder Familien könnten sogar leer ausgehen. Das gehe aus einer Analyse des Berliner Steuerprofessors Frank Hechtner hervor. Der Experte hat berechnet, was eine Anhebung um zehn auf 40 Cent je Kilometer für verschiedene Gehaltsgruppen und Entfernungen brächte.

Wer 2500 Euro im Monat verdient und 40 Kilometer von seiner Arbeit entfernt wohnt, käme den Berechnungen zufolge bei einer höheren Pendlerpauschale auf eine jährliche Steuererleichterung von 284 Euro. Bei einem Verdienst von 6000 Euro lägen die Erleichterungen bei 425 Euro. Weil Familien höhere Freibeträge haben, würde die Entlastung für sie deutlich geringer ausfallen: Bei einem Einkommen von 2500 Euro und 40 Kilometern Fahrt würden sie nur 188 Euro sparen.

Autofahrer mit einem Arbeitsweg unter zehn Kilometern gingen ganz leer aus, weil ihre Kosten unter dem Freibetrag von 1000 Euro lägen. Auch Geringverdiener mit einem sehr langen Arbeitsweg von 120 Kilometern würden nicht profitieren, weil sie bereits derzeit höhere Werbungskosten geltend machen könnten, als sie Steuern zu zahlen hätten.

Anlass für die Diskussion sind die seit Wochen steigenden Spritpreise. Am Osterwochenende mussten viele Autofahrer erneut mehr zahlen. Ein Liter Super-Benzin kostete zeitweise 1,72 Euro. Teile der Union und der FDP hatten deshalb in den vergangenen Tagen immer wieder gefordert, die Pendlerpauschale um zehn Cent auf 40 Cent je Kilometer zu erhöhen. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) ist jedoch dagegen.

stk/dpa-AFX/AFP

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1. .
kuddel37 10.04.2012
Zitat von sysopRekordpreise für Sprit und wahlkämpfende Politiker: Bei dieser Mischung ist die Forderung nach einer höheren Pendlerpauschale fast zwangsläufig. Doch die Rechnung eines Steuerexperten zeigt: So populär ein solcher Schritt auch wäre, er würde vor allem die entlasten, die ohnehin schon gut verdienen. Steuerexperte warnt: Höhere Pendlerpauschale bevorzugt Gutverdiener - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Wirtschaft (http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,826477,00.html)
Nötig ist eine Senkung der Mineralölsteuer, das würde alle entlasten.
2. ...
e-ding 10.04.2012
Zitat von sysopRekordpreise für Sprit und wahlkämpfende Politiker: Bei dieser Mischung ist die Forderung nach einer höheren Pendlerpauschale fast zwangsläufig. Doch die Rechnung eines Steuerexperten zeigt: So populär ein solcher Schritt auch wäre, er würde vor allem die entlasten, die ohnehin schon gut verdienen. Steuerexperte warnt: Höhere Pendlerpauschale bevorzugt Gutverdiener - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Wirtschaft (http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,826477,00.html)
Naja, Gutverdiener haben im Schnitt mehr in Bildung investiert, sind flexibler und arbeiten länger. Weshalb sollte man sie also nicht entlasten?
3.
Cotti 10.04.2012
Zitat von sysopRekordpreise für Sprit und wahlkämpfende Politiker: Bei dieser Mischung ist die Forderung nach einer höheren Pendlerpauschale fast zwangsläufig. Doch die Rechnung eines Steuerexperten zeigt: So populär ein solcher Schritt auch wäre, er würde vor allem die entlasten, die ohnehin schon gut verdienen...
Um das feststellen zu können, muss man kein "Steuerexperte" sein, das wurde hier im Forum schon längst erkannt. Das hält aber populistische Politiker nicht davon ab, sie zu fordern, denn diese Gutverdiener sollen sie schließlich wählen.
4. Was für ein Experte
Valdron 10.04.2012
Zitat von sysopRekordpreise für Sprit und wahlkämpfende Politiker: Bei dieser Mischung ist die Forderung nach einer höheren Pendlerpauschale fast zwangsläufig. Doch die Rechnung eines Steuerexperten zeigt: So populär ein solcher Schritt auch wäre, er würde vor allem die entlasten, die ohnehin schon gut verdienen. Steuerexperte warnt: Höhere Pendlerpauschale bevorzugt Gutverdiener - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Wirtschaft (http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,826477,00.html)
Moin, das ja mal ein Artikel den man sich sparen kann. Das jemand der durch ein höheres Einkommen und damit höheren Anteil an Steuern mehr sparen kann als jemand der ein geringeres Einkommen hat. Das ja mal eine spitzen Erkenntnis. Und das Argument mit dem Geringverdiener der jeden Tag 120 Kilometer zur Arbeit fährt nix spart , ist ja nun auch keine neue Erkenntnis. Geschweige das es überhaupt jemanden gibt der für vielleicht 1400 € Brutto diese Strecke täglich fährt. Wirklich erhellend fand ich da ja jetzt nichts dran. Aber man erkennt schnell ich welche Richtung dieser Artikel abzielt.
5.
Waldi 10.04.2012
Zitat von sysopRekordpreise für Sprit und wahlkämpfende Politiker: Bei dieser Mischung ist die Forderung nach einer höheren Pendlerpauschale fast zwangsläufig. Doch die Rechnung eines Steuerexperten zeigt: So populär ein solcher Schritt auch wäre, er würde vor allem die entlasten, die ohnehin schon gut verdienen. Steuerexperte warnt: Höhere Pendlerpauschale bevorzugt Gutverdiener - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Wirtschaft (http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,826477,00.html)
Man muss kein "Steuerexperte" sein, um zu wissen, dass j e d e r Freibetrag i m m e r den Besserverdienenden in absoluten Beträgen mehr nützt als denen, die gar keine oder wenig Steuern zahlen. Das ist doch nur die Kehrseite der Steuerprogression, die niemand wirklich abschaffen will. man fragt sich, worin der Nachrichtenwert dieses Artikels bestehen soll.
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