Kampf gegen Betrüger Steuerfahnder bescheren Staat Plus von vier Milliarden Euro

Im Steuerstreit mit der Schweiz stehen sie im Fokus: Deutsche Steuerfahnder werden aktiv, wenn Bürger Geld am Fiskus vorbeischleusen. In den vergangenen zwei Jahren haben sie dem Staat zusätzliche Einnahmen von knapp vier Milliarden Euro gesichert.

Steuer-CD: Fahnder sind für den Staat eine gute Investition
dapd

Steuer-CD: Fahnder sind für den Staat eine gute Investition


Berlin - Wer bei der Steuererklärung trickst, dem droht Ärger mit ihnen - den Steuerfahndungsdiensten der Bundesländer. Im Zuge des Streits um Kundendaten von Schweizer Banken ist ihre Arbeit in den Mittelpunkt des öffentlichen Interesses gerückt. Ermittler aus Nordrhein-Westfalen haben wiederholt Steuer-CDs aus der Schweiz gekauft. Das Nachbarland reagierte entrüstet, erließ in einem Fall sogar Haftbefehle gegen drei deutsche Beamte.

Für den deutschen Staat sind die Steuerfahnder eine gute Investition. In den vergangenen zwei Jahren bescherten sie den öffentlichen Kassen zusätzliche Einnahmen von fast vier Milliarden Euro. Das geht aus dem aktuellen Monatsbericht des Finanzministeriums hervor. Demnach betrugen die Steuermehreinnahmen im vergangenen Jahr 2,2 Milliarden Euro, 2010 waren es rund 1,75 Milliarden Euro.

Die Zahl der erledigten Fälle belief sich 2011 auf 35.592. Im Jahr davor waren es 34.186. Nicht erfasst sind in den Angaben Mehreinnahmen nach Selbstanzeigen von Steuerbetrügern. Das zusätzliche Aufkommen dank der Steuerfahnder kommt vor allem aus der Umsatz-, Einkommen- und Körperschaftsteuer.

Deutlich mehr Geldbußen

Die Prüfungen durch Steuerfahnder führte in den Jahren 2010 und 2011 zur Einleitung von knapp 42.000 Strafverfahren. Der Umfang der Geldbußen erhöhte sich 2011 gegenüber dem Vorjahr von 1,7 Millionen auf 11,3 Millionen Euro. Das Volumen von Geldstrafen nahm dagegen etwas ab, von 29,1 auf 28,9 Millionen Euro.

Das Finanzministerium nutzte die Zahlen für ein wenig Eigenlob. Angesichts der häufig mehrere Jahre dauernden Ermittlungen sei "der Schluss zulässig", dass die Länder erfolgreich seien mit ihrem Vorhaben, "die Steuerfahndungsdienste effizienter auszugestalten".

Die Opposition wirft schwarz-gelben Landesregierungen dagegen vor, zu lax bei den Kontrollen zu sein. Vor einem Jahr zwangen die Grünen die Länder dazu, ihre Zahlen zum Steuervollzug offenzulegen. Das Ergebnis fiel für einige Ministerpräsidenten wenig schmeichelhaft aus: Demnach haben fast alle Länder ihr Personal in den Finanzverwaltungen zurückgefahren. Die Kritik der Grünen: Für die ganz komplizierten, international verquickten Fälle fehle es den Behörden oft an Personal.

cte/dpa



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insgesamt 130 Beiträge
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Seite 1
___wegwerfaccount___ 20.08.2012
1. Schluß mit der Verharmlosung
Da wird nur ein wenig "getrickst" und etwas "geschleust". Warum diese verbale Verharmlosung? Steuerhinterziehung ist die asozialste Form des Sozialbetrugs, weil sie ohne Not begangen wird und geeignet ist, den Staat strukturell zu schwächen. Wenn es nach mir ginge, hätten wir da ganz andere Strafen im Katalog - auch bei Selbstanzeige...
grubbi 20.08.2012
2.
Zitat von sysopdapdIm Steuerstreit mit der Schweiz stehen sie im Fokus: Deutsche Steuerfahnder werden aktiv, wenn Bürger Geld am Fiskus vorbeischleusen. In den vergangenen zwei Jahren haben sie dem Staat zusätzliche Einnahmen von knapp vier Milliarden Euro gesichert. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,850994,00.html
Na dann schnell nach Griechenland damit!
stefanaugsburg 20.08.2012
3. Sparen an der falschen Stelle....
Es ist doch nichts Neues, daß an wirklich wichtigen Behörden gespart wird. So etwas fängt bei den Polizeibeamten an und hört bei versierten und professionellen Steuerfahndern auf. Wen wundert es da, daß die wirklichen Steuerprofis schnellstmöglich in die freie Wirtschaft wechseln, um sich da ihre besser bezahlten Brötchen zu verdienen. ` Der Staat erfindet zwar permanent neue und angeblich effektive Behörden, Gremien oder Pöstchen - aber da, wo es wirklich was bringt, wird die Schere angesetzt. Ganz sicher würde die Finanzbehörde noch weitaus mehr Geld verdienen, wenn der Job des Revisors / Kontrolleurs / Fahnders finanziell attraktiver gemacht werden könnte. Im Gegensatz zu den zusätzlich hereingeholten Milliarden sind die paar Lohnmehrkosten doch nun wirklich 'Peanuts', oder ?
der_namenslose 20.08.2012
4. Spitze des Eisberges
Und doch ist Steuerhinterziehung immer noch ein Delikt mit einer bescheidenen Aufklärungsquote. Schätzungsweise 500Mrd. Schwarzgeld haben Deutsche im Ausland geparkt, jährlich wird mit Sicherheit das 10fache der genanneten Summe hinterzogen. Herr Steinbrück geht sogar von mehr als 100Mrd nicht gezahlter Steuern im Jahr aus. Es wird dringend Zeit dass unserer Politiker das bashing der sozial schwachen unterlassen und sich den wahren Schädigern unseres Sozialstaates zuwenden.
Becks0815 20.08.2012
5. Ups, ganz vergessen...
... wird eh wieder in ein Schweiz-Bashing ausarten, aber: Die 4 Milliarden sind nicht ausschlissslich dadurch zustande gekommen, dass NRW nun ein paar CDs gekauft hätte. Auch innerhalb von .de wird mit den Steuern "gespart" und die Nachzahlungen kommen auch über ertappte Schwarzarbeit etc. rein...
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