Steuerflucht: EU-Kommission fordert europaweite Offensive

Die EU-Kommission macht Druck im Kampf gegen Steueroasen. In einem Brief an die Finanzminister aller EU-Staaten fordert sie eine konsequente Verfolgung von Fiskusbetrügern in Europa - vor allem Andorra, Liechtenstein, Monaco, San Marino und die Schweiz müssten dafür stärker mit Fahndern kooperieren.

Brüssel - Die EU-Kommission fordert von den Mitgliedsstaaten so rasch wie möglich Maßnahmen gegen Steuerhinterziehung und Steuerflucht. Das geht aus einem gemeinsamen Brief an die Finanzminister aller EU-Staaten hervor. Absender sind der für Steuern zuständige EU-Kommissar Algirdas Semeta und der irische Finanzminister Michael Noonan als derzeitiger Ratsvorsitzender.

Unter anderem solle ein Mandat für Verhandlungen mit Andorra, Liechtenstein, Monaco, San Marino und der Schweiz über die Besteuerung von Zinseinkünften geschlossen werden. Der automatische Austausch von Informationen über solche Einkünfte müsse ausgeweitet werden.

Luxemburg ist der EU kürzlich entgegengekommen. Dort verlieren Steuerflüchtlinge 2015 ihre Anonymität. Vor gut zwei Wochen vereinbarten zudem Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Spanien und Polen, künftig alle Auslandskonten automatisch an die jeweiligen Heimat-Finanzämter zu melden.

Bislang schließen sich aber vor allem Länder zusammen, die sich von Steuerhinterziehung geschädigt sehen. Um dem Problem der Steuerflucht auf den Grund zu gehen, müssten auch sich auch sämtliche Steueroasen kooperativ zeigen - und die Fachleute, die Anlegern helfen, ihr Geld dort zu deponieren.

Eine engere Zusammenarbeit mit Andorra, Liechtenstein, Monaco, San Marino und der Schweiz wäre ein Schritt in diese Richtung.

ssu/dpa

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