Billigsteuerländer EU erweitert schwarze Liste

Die Europäische Union hat ihre schwarze Liste der Länder mit zweifelhaften Steuerpraktiken deutlich verlängert. Unter den nun 15 Staaten finden sich erstmals auch zwei arabische.

Omanische Hauptstadt Maskat
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Omanische Hauptstadt Maskat


Die EU hat ihre schwarze Liste der intransparenten Steuerstaaten um zehn Länder und Gebiete erweitert. Darauf einigten sich die 28 EU-Finanzminister am Dienstag in Brüssel. 15 Staaten und Gebiete stehen nun auf der Liste der Regionen mit zweifelhaften Steuerpraktiken. Mit dem öffentlichen Pranger möchte die EU die Länder zu Gesetzesänderungen und mehr Steuertransparenz bewegen.

Neu dabei sind Aruba, Barbados, Belize, Bermuda, Fidschi, die Marshallinseln, Oman, die Vereinigten Arabischen Emirate, Vanuatu und Dominica. Weiterhin gelistet sind Samoa, Amerikanisch-Samoa, die amerikanischen Jungferninseln, Guam sowie Trinidad und Tobago.

Die Liste war im Dezember 2017 nach Enthüllungen in den sogenannten Panama Papers und Paradise Papers über Firmengeflechte und Briefkastenfirmen in Steuerparadiesen erstellt worden. Die EU hatte ursprünglich den Dialog mit gut 90 Ländern gesucht.

Neben der schwarzen Liste stehen 34 weitere Staaten und Gebiete auf einer sogenannten grauen Liste. Die EU nimmt deren Steuerpraktiken genauer unter die Lupe.

ssu/dpa/Reuters



insgesamt 13 Beiträge
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betonklotz 12.03.2019
1. Eine solche Liste dürfte überflüssig sein
Etwaige Investoren werden auch so schon wissen, welche Länder rsp. Regionen auf der Welt aus Steueroptimierungsgründen interessant sind.
viceman 12.03.2019
2. solange nicht gebiete
wie die britischen kanalinseln bzw. isle of man , luxemburg , niederlande , delaware u.v.a.m. nicht aufgeführt sind, kann man sich damit den ...abwischen. was für eine hinterhältige falschheit, einfach mal die eigenen mitgliedsländer außen vor zu lassen, aus angst vor dem' großen bruder' wird die schere im kopf wirksam . ein typischer juncker ist das mal wieder...
elfaro 12.03.2019
3. Lustig
und wo sind Junckers Luxemburg oder die Niederlande? Ich muss gerade mal nachsehen, meine aber mich zunerinnern, dass diese Länder zur EU gehören. Daher also nicht auf der Liste. Macht Sinn, ja.
Roximoxi 12.03.2019
4. Verlogener Mist
Die USA,als das mit Abstand grösste Steuerparadies sind nicht auf der Liste. Ist also eine Erpressungsliste für kleine Länder und da auch nur die, die nicht in der EU sind. Absolut widerlich und von der linken Presse unkommentiert geschluckt wie üblich. Systematische Steuervermeidung gibt es da wo die Steuern zu hoch sind. Statt das Problem anzugehen tauscht man nun Steuerdaten mit jeder beliebigen Diktatur aus und zwar ohne Rücksicht auf die Sicherheit der betroffenen Menschen und Familien (Erpressungen durch Behörden und kriminelle Banden die Zugang zu den Daten haben, Entführungen etc.). Deutschland und Teile Europas warden immer unattraktiver für Vermögende und Leistungsträger. Die massenweise Auswanderung von Akademikern unterstreicht dies deutlich.
fxe1200 12.03.2019
5. oder die Caymans....
1996 schon 600 Banken und 30.000 Einwohner. Dresdner Bank war vertreten, Bosch und Musterring auch. Heute sieht es sicherlich nicht anders aus. Die Preise für ein Briefkastenfirma von 3.000 Dollar im Jahr dürften zugelegt haben.
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