Steuerhinterziehung: Schweiz liefert Frankreich Daten von Kontobesitzern

Die Schweiz ist intensiv bemüht, ihren Ruf als Steuerparadies loszuwerden. Ein wichtiger Schritt auf diesem Weg ist das jüngst unterzeichnete Doppelbesteuerungsabkommen mit Frankreich - darin ist auch die Amtshilfe bei der Verfolgung von Steuerhinterziehern enthalten.

UBS-Filiale in New York: Schweizer Bankgeheimnis für Ausländer weitgehend eingeschränkt Zur Großansicht
dpa

UBS-Filiale in New York: Schweizer Bankgeheimnis für Ausländer weitgehend eingeschränkt

Paris - Zur Bekräftigung ihrer guten Absichten lieferten die Schweizer gleich einen interessanten Datensatz mit: 3000 Namen von mutmaßlichen Steuerhinterziehern mit Schweizer Bankkonten. Das Material sei bereits bei den französischen Behörden eingetroffen, bestätigte der französische Haushaltsminister Eric Woerth der Sonntagszeitung "Le Journal du Dimanche".

Gegen die Inhaber der Konten werde möglicherweise in einigen Monaten ermittelt. Es sei das erste Mal, dass Frankreich Informationen mit solchen Details von Banken erhalte, fügte Woerth hinzu. Auf den Konten liege eine Gesamtsumme von rund drei Milliarden Euro.

Die Schweiz hatte am Donnerstag mit Frankreich als drittem Land ein neues Doppelbesteuerungsabkommen mit einer Regelung zur Amtshilfe bei Steuerhinterziehung unterzeichnet. Die Schweiz benötigt insgesamt zwölf solcher Abkommen, um von der grauen Liste der Steueroasen der G-20-Länder gestrichen zu werden. Die neuen Abkommen schränken das Schweizer Bankgeheimnis für Ausländer weitgehend ein.

Bislang leistet die Schweiz bei Steuerhinterziehung dem Ausland keine Amtshilfe, sondern nur bei schwereren Fällen von Steuerbetrug. Die Schweiz und die USA hatten in der vergangenen Woche eine Grundsatzvereinbarung im UBS-Steuerstreit unterzeichnet. Die Schweiz wird im Rahmen des Vergleichs binnen eines Jahres die Namen von 4450 amerikanischen Kontoinhabern der Großbank herausgeben.

mik/Reuters

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1.
Gebetsmühle 13.03.2009
Zitat von sysopLiechtenstein und Andorra gaben als erste auf, nun folgen die Schweiz, Luxemburg und Österreich: Die Regierungen von Steueroasen in ganz Europa beugen sich dem internationalen Druck - das Ende des Bankgeheimnisses?
das wurde auch zeit. entweder überall ein bankgeheimnis oder nirgendwo. damit hört dann hoffenltich endlich diese ärgerliche steuerhinterziehung auf.
2.
Hartmut Dresia 13.03.2009
Zitat von sysopLiechtenstein und Andorra gaben als erste auf, nun folgen die Schweiz, Luxemburg und Österreich: Die Regierungen von Steueroasen in ganz Europa beugen sich dem internationalen Druck - das Ende des Bankgeheimnisses?
Das Ende des Bankgeheimnisses sollte eher darin bestehen, dass die Verluste von Pleitebanken offengelegt werden und dem Bürger dargelegt wird, wer die Begünstigten all der Rettungsmilliarden sind, die in den Bankensektor gepumpt werden. Schulden verstaatlichen und Gewinne privatisieren (http://www.plantor.de/2009/hre-schulden-verstaatlichen-und-gewinne-privatisieren/), das darf nicht die Politik sein, hier gilt es an erster Stelle Transparenz zu schaffen.
3.
Zero2024 13.03.2009
Es wird andere Wege und Orte geben. Dieses Geld wird wohl dann in andere Länder verschifft. Man wird es nie vermeiden können, dass Menschen versuchen Ihre Steuern zu hinterziehen.
4.
Reziprozität 13.03.2009
Zitat von sysopLiechtenstein und Andorra gaben als erste auf, nun folgen die Schweiz, Luxemburg und Österreich: Die Regierungen von Steueroasen in ganz Europa beugen sich dem internationalen Druck - das Ende des Bankgeheimnisses?
"Nachdem Merz diese Änderungen präsentiert hatte, stellte er andererseits ausdrücklich fest: «Das Bankgeheimnis bleibt bestehen». Deshalb brauche es auch keine Gesetzesänderungen. Der Finanzminister betonte insbesonders, _dass sich für in der Schweiz ansässige Steuerpflichtige gar nichts ändere._" Prima, ich bin zufrieden mit dieser Lösung.
5.
Reziprozität 13.03.2009
Zitat von Reziprozität"Nachdem Merz diese Änderungen präsentiert hatte, stellte er andererseits ausdrücklich fest: «Das Bankgeheimnis bleibt bestehen». Deshalb brauche es auch keine Gesetzesänderungen. Der Finanzminister betonte insbesonders, _dass sich für in der Schweiz ansässige Steuerpflichtige gar nichts ändere._" Prima, ich bin zufrieden mit dieser Lösung.
Quelle (http://www.nzz.ch/nachrichten/schweiz/schweiz_bankgeheimnis_konzessionen_oecd_standard_1.2193064.html)
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  • Sonntag, 30.08.2009 – 09:06 Uhr
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