Ausblick 2015 Was vom Gelde übrig bleibt

Mehr Rente, mehr Hartz IV, mehr Mindestlohn: Auf die Deutschen kommt 2015 einiges an sozialen Wohltaten zu. Doch die große Entlastung bleibt aus. Die wichtigsten Änderungen bei Steuern und Sozialversicherung im Überblick.

Einkaufszentrum (in Dresden): "Eine große Entlastung gibt es nicht"
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Einkaufszentrum (in Dresden): "Eine große Entlastung gibt es nicht"


Das neue Jahr bringt keinen Geldsegen im großen Stil. Doch Änderungen wie etwa der flächendeckende Mindestlohn, eine leichte Steuerentlastung, aber auch höhere Beiträge zur Sozialversicherung machen sich im Geldbeutel bemerkbar. "Eine große generelle Entlastung für alle gibt es nicht", betont Mechthild Winkelmann von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen mit Blick auf die Neuerungen im kommenden Jahr. "Vieles geschieht automatisch, die große Steuerreform hatten wir natürlich nicht", sagt Isabel Klocke vom Bund der Steuerzahler.

Von Fall zu Fall gibt es dennoch Grund zur Freude: Auch 2015 wird ein geringer Anstieg der Verbraucherpreise erwartet, sodass sich Verbraucher etwa bei entsprechenden Lohnerhöhungen über mehr Geld im Portemonnaie freuen dürften. Nach einer Studie der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK ) haben die Bundesbürger im neuen Jahr im Schnitt 572 Euro und damit 2,7 Prozent mehr für den Konsum zur Verfügung haben als 2014. Allerdings gibt es große regionale Unterschiede.

Von 2015 an können Arbeitnehmer mit leichten Steuerentlastungen rechnen. Nach einem Entwurf für den neuen Existenzminimumbericht der Regierung muss der steuerliche Grundfreibetrag für Alleinstehende in zwei Stufen bis 2016 angehoben werden. Die Regierung geht demnach davon aus, dass der Freibetrag im kommenden Jahr von derzeit 8354 Euro auf zunächst 8472 Euro angehoben werden muss. Im Folgejahr wäre eine weitere Erhöhung auf 8652 Euro fällig. Damit hätten Arbeitnehmer etwas mehr Geld, da der Fiskus erst bei Jahreseinkommen über diesem Betrag Steuern abzieht. Auch die Kinderfreibeträge müssen angehoben werden, was zu einer zusätzlichen Entlastung führt.

Auf Gutverdiener kommen aber höhere Beiträge zur Sozialversicherung zu. Das liegt an einer Erhöhung der sogenannten Bemessungsgrenzen, bis zu denen Sozialbeiträge gezahlt werden müssen. So müssen künftig in der allgemeinen Rentenversicherung in Westdeutschland bis zu einem Monatsverdienst von 6050 Euro (zuvor: 5950 Euro) Beiträge entrichtet werden. Im Osten steigt die Obergrenze von bislang 5000 auf nunmehr 5200 Euro. In der Gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung steigt die bundesweit einheitliche Grenze von derzeit 4050 auf 4125 Euro pro Monat (49.500 Euro im Jahr).

Für Beitragszahler in der gesetzlichen Krankenversicherung sinkt der allgemeine Satz von 15,5 Prozent auf 14,6 Prozent, den sich Arbeitnehmer und Arbeitgeber jeweils zur Hälfte teilen. Zudem fällt der bisherige Sonderbeitrag von 0,9 Prozent weg. Die Kassen können von ihren Mitgliedern künftig aber einen vom Einkommen abhängigen Zusatzbeitrag verlangen. Sie entscheiden selbst über die Höhe. "Für die Masse der Versicherten dürfte sich wohl unterm Strich wenig ändern", prophezeit Verbraucherschützerin Winkelmann mit Blick auf erste Ankündigungen einzelner Krankenkassen.

In der Pflegeversicherung steigt der Beitragssatz um 0,3 Prozentpunkte. Für Kinderlose liegt er künftig bei 2,6 Prozent, für die übrigen Versicherten bei 2,35 Prozent.

Schätzungsweise rund 3,7 Millionen Beschäftigte des Niedriglohnsektors sollen ab dem neuen Jahr direkt vom allgemeinen, flächendeckenden Mindestlohn von 8,50 Euro pro Stunde profitieren. Damit soll der Zunahme an Dumpinglöhnen entgegengewirkt werden. Weniger Beschäftigte sollen auf ergänzende Hilfe vom Staat angewiesen sein. Beim Mindestlohn gibt es allerdings Ausnahmen und Übergangsfristen.

Mehr Geld bekommen Hartz-IV-Empfänger: Der Regelsatz für Alleinstehende steigt ab 1. Januar 2015 um acht Euro auf 399 Euro im Monat. Leben zwei Erwachsene in einer "Bedarfsgemeinschaft" zusammen, erhalten sie künftig jeweils 360 Euro pro Person, sieben Euro mehr als 2014.

Die rund 20 Millionen Rentner in Deutschland können Mitte kommenden Jahres mit einer spürbaren Erhöhung ihrer Bezüge rechnen. Die Renten könnten laut offiziellen aktuellen Schätzungen um ein bis zwei Prozent in West- und Ostdeutschland steigen. Damit dürfte die Rentenanpassung über der aktuellen Inflationsrate liegen. Im Osten dürfte die Anpassung aufgrund der günstigeren Lohnentwicklung etwas höher ausfallen als im Westen. Sicherheit gibt es aber erst im Frühjahr.


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dpa

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insgesamt 122 Beiträge
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Seite 1
alterkaufmann 30.12.2014
1. Mehr Rente
ist doch wohl ein Witz. Erst wird sie mal weniger. Die Senkung des Beitragsatzes zu GKV hat zur Folge, dass die Kassen den Beitragsatz zwar nicht senken, aber der Anteil des Arbeitgebers (bei Rentnern die Rentenversicherung) sinkt und der Anteil des Rentners steigt.
Fettnäpfchen 30.12.2014
2. Ich bin überwältigt von den
Über eine Erhöhung der Hartz-IV-Bezüge von € 8,00 wurde - wir erinnern uns - monatelang sehr hart gerungen. Es ist ein menschenunwürdiger Almosen dabei herausgekommen. Der Mindestlohn hat zu viele Ausnahmen und wird in Etappen realisiert. Von "flächendeckend" kann keine Rede sein, zumal es Schlupflöcher gibt, die die Wirtschaft ausnutzt. Im Hauruckverfahren hat sich die große Koalition quasi als erste 'Amtshandlung' nach der Bundestagswahl und Bildung der GroKo im Februar 2014 die Abgeordneten-Diäten um ca. 10% (ca. € 800 bis € 900) erhöht. Das ist leider die schamlose, bundesdeutsche Realität.
carolian 30.12.2014
3. Mehr Rente? Was soll denn der Unsinn?
Die gesetzliche Rente ist seit 2000 wegen der Rentenformel von Rot-Grün um 30 % in der Kaufkraft gesunken. Der heutige Durchschnittsrentner ist mit 860 Euro monatlich netto bereits auf dem Niveau der Sozialhilfeempfänger in Grossstädten, deren hohen Mieten von den anderen Bürgern bezahlt werden. Ebenso, wie die Kaufkraft der Arbeitnehmer (also der Wertschöpfer) in der Bundesrepublik seit 1980 -nach Berechnungen von Wirtschaftsforschungsinstituten- gesunken sind. Das Ausland beschwert sich schon über die exzessive Lohndumpingpolitik der deutschen Regierungen in deren Kampf gegen die Bevölkerung. In diesem Land herrscht schon längst wieder Armut und der Spiegel macht noch die Propaganda der Regierung: "Uns jeht et jut". 1960 war mit dem nivellierten Mittelstand die Armut in Deutschland (auch DDR) beseitigt. Heute gibt es wieder Suppenküchen! Heute verweigert man den Alten die Solidarität der Gemeinschaft. Einer Wohlstandsgesellschaft, die sie aufgebaut haben. Die Politkaste drückt die Arbeitnehmer in den Löhnen, dass es nur so an allen Ecken und Enden zu krachen anfängt. Und Ihr macht hier auf Friede, Freude, Eierkuchen. "Was will denn das Volk. Soll doch die virtuellen Eierkuchen des Spiegel schlucken". Deutschland löst sich auf. Es gibt keine Gemeinschaft mehr, keine Solidarität. Nur noch Phrasen statt Brot. * "Festlegung des Existenzminimums 2012 durch die Bundesregierung: Existenzminimum liegt ab 2012 bei 7896 Euro." 860 Euro x 12 ergeben 10.320. Der Durchschnittsrentner ist gerade noch ca. 200 Euro im Monat von der definierten offiziellen Armutsgrenze der Bundesregierung entfernt. Nach einem Leben der Schufterei und der Bezahlung seiner "Solidar"beiträge.
smillenium 30.12.2014
4. Rentner wieder betrogen
Die gesenkten Krankenkassenbeiträge betrügen die Rentner. Die KK erheben meist Zusatzbeiträge in Höhe der Beitragssenkung (0,9%). Diese sind nun aber komplett vom Rentner zu bezahlen. Der ehemalig höhere Kassenbeitrag wäre zu 50% von der Rentenkasse übernommen worden.
ugt 30.12.2014
5. um Himmelswillen
Da kann Schäuble doch gleich wieder mehr saugen. Hoch mit der KFZ Steuer, mehr Steuern aus Sprit, Sonderabgaben zur Unterstützung derunterbezahlten Beamten und Anhebung der DDR Steuer. Wir müssen doch die "Unbestechlichkeit" unser Politiker bewahren. Wie es die CDU / CSU schon bewiesen haben. Mein Gott warum zäunt keiner Berlin ein und erklärt es zum Gefängnis?
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