Steueroasen EU setzt weitere Gebiete auf schwarze Liste

Aus Rücksicht auf Sturmschäden in der Karibik hatte die EU bisher Mitleid - nun sollen drei neue Gebiete auf die schwarze Liste der Steueroasen kommen. Gleichzeitig werden drei Staaten gestrichen.

Strand auf den Bahamas (Archiv)
AP

Strand auf den Bahamas (Archiv)


Die EU-Finanzminister wollen kommende Woche weitere Staaten und Gebiete auf die schwarze Liste der Steueroasen setzen. Demnach werden drei Gebiete aufgenommen, die bisher mit Rücksicht auf Sturmschäden in der Karibik verschont worden waren: die Bahamas, die Amerikanischen Jungferninseln sowie St. Kitts und Nevis. Die Gebiete waren im September 2017 von verheerenden Stürmen schwer getroffen worden. Die EU setzte daraufhin die Evaluierung zunächst aus.

Gleichzeitig sollen bei dem Treffen am Dienstag drei Staaten von der Liste gestrichen werden - das Golf-Königreich Bahrain, die Marshallinseln und St. Lucia. Das teilten EU-Vertreter mit.

Die Europäische Union (EU) hatte die schwarze Liste nach Enthüllungen über weit verbreitete Praktiken von Steuerflucht und -hinterziehung Anfang Dezember verabschiedet. Auf ihr fanden sich zunächst 17 Länder und Gebiete. Im Januar strich die EU wieder acht mutmaßliche Steueroasen einschließlich Panamas, nachdem diese Zusicherungen bei der Einhaltung von Steuerregeln gemacht hatten.

Staaten bleiben unter Beobachtung

Die Länder, die von der schwarzen Liste genommen wurden, bleiben bis Jahresende unter Beobachtung, ob sie die gemachten Zusicherungen auch tatsächlich einhalten. Ist dies nicht der Fall, sollen sie wieder auf die schwarze Liste gesetzt werden.

Nach der Entscheidung am Dienstag werden sich neun Länder auf der schwarzen Liste befinden: die Bahamas, Guam, die Amerikanischen Jungferninseln, St. Kitts und Nevis, Namibia, Palau, Samoa, Amerikanisch-Samoa sowie Trinidad und Tobago.

Auf die sogenannte graue Liste sollen demnach Anguilla, die britischen Jungferninseln, Dominica sowie Antigua und Barbuda kommen. Diese Liste umfasst Staaten und Gebiete, die die Steuerstandards der EU nicht respektieren, aber Änderungen zugesagt haben.

brt/AFP/Reuters



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Kreklova 09.03.2018
1. Lug und Trug!
So verlogen ist unsere Politik: Keine der europäischen Steueroasen wie beispielsweise Luxemburg, die Niederlande, Belgien oder die Kanalinseln finden sich auf der Schwarzen Liste. Kann man dem vorgeblichen Kampf gegen Steuervermeidung da noch Glauben schenken! Übrigens, Deutschland gehört auch zu den Steueroasen, siehe etwa Markus Meinzer "Steueroase Deutschland" oder einfach unter diesem Stichwort googeln.
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