Steuernachforderung der EU Söder lehnt Apple-Milliarden ab

Bis zu 13 Milliarden Euro an Steuern soll Apple in der EU nachzahlen, einen Teil könnte Deutschland bekommen. Doch der zuständige bayerische Finanzminister Söder kritisiert die Forderung als überzogen - und warnt vor einem "Handelskrieg" mit den USA.

Bayerns Finanzminister Markus Söder
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Bayerns Finanzminister Markus Söder


Bayerns Finanzminister Markus Söder hat den Elektronikkonzern Apple gegen die milliardenschweren Steuernachforderungen der EU-Kommission verteidigt. Gegenüber der "Süddeutschen Zeitung" ("SZ") kritisierte der CSU-Politiker die Entscheidung der EU-Kommission, dass der Konzern in Irland Steuern in Höhe von 13 Milliarden Euro nachzahlen muss.

Einen Teil der Summe könnten auch andere EU-Länder einfordern, sofern Apple dort Tochterunternehmen betreibt. Die deutsche Apple GmbH sitzt in München, damit ist Söder für den Fall zuständig. Nach einer ersten Prüfung schließt er Nachzahlungen allerdings aus. "Nach derzeitigem Stand ist es unwahrscheinlich, dass Deutschland aufgrund der Entscheidung der EU-Kommission höhere Steuereinnahmen erhalten wird", teilte das Finanzministerium der "SZ" mit.

Apple Chart zeigen lässt seit Jahrzehnten einen großen Teil seines internationalen Geschäfts über Irland laufen, da die Gewinne des Unternehmens dort nur minimal besteuert werden. Die EU-Kommission hatte diese Praxis am Dienstag als unzulässige staatliche Beihilfe verworfen.

Der promovierte Jurist Söder kritisiert diese Entscheidung offenbar weniger aus juristischen, denn aus politischen Erwägungen. "Überzogene Forderungen bei gleichzeitigem Abbruch der Verhandlungen über das Freihandelsabkommen TTIP werden die Handelsbeziehungen massiv belasten", warnte Söder. "Wir brauchen faire Steuerregeln, aber keinen Handelskrieg."

dab/dpa/AFP

insgesamt 209 Beiträge
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eunegin 01.09.2016
1. genau - Geld brauchen wir nicht
das spart sich die CSU lieber anderswo zusammen. Dann wird eben nur in Südbayern investiert. In Nordbayern kann man den Gürtel gerne ganz eng schnallen. Hauptsache, große Töne.
andiewand 01.09.2016
2. Der Herr Söder!
Wenn man den Herrn Söder so hört, möcht’ man reich sein, damit man es bleiben kann, ohne einen angemessenen Beitrag zur Gesellschaft leisten zu müssen! Besser als er kann man die Verantwortungslosigkeit der Politik eigentlich nicht verkörpern, traurig …
demiurg666 01.09.2016
3. danke Bayern
Da sieht man wieder das gute, alte Bananenland Bayern. Am rechten Rand fischen und Industrie unfair bevorzugen. Aber klagen es wäre kein Geld für Flüchtlinge da, natürlich nicht wenn man Apple subventioniert. Wo wird es wohl Herrn Söder hinziehen wenn er nicht mehr in der Politik ist, bereitet er sich ein schönes Plätzchen bei Apple vor?
suaheli4711 01.09.2016
4. Faire Steuerregeln?
wenn ich mich recht entsinne war das doch genau das Anliegen der EU-Kommision - nämlich faire Steuerregeln. Die EU sollte schleunigst einen Mindeststeuersatz für sämtliche Gewerbe einführen. Es kann ja nicht angehen, dass schon die EU-Mitglieder sich gegenseitig dermaßen auf die Füße treten.
paddern 01.09.2016
5. Aber unsere Firmen...
... wie Bosch werden den Amis zum fraß vorgeworfen. Wie wäre es wenn ich auch steuern in Höhe von 13Mrd verweigere? Natürlich kann ich das vererben, dass meine Urenkel in der zehnten Generation auch noch was davon haben. Widerlich dieses gekusche...
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