Steuersünder am Pranger Griechen stellen "Liste der Schande" ins Web

Griechenland macht seine Drohung wahr: Die Regierung in Athen veröffentlicht eine Liste mit Steuersündern im Internet. Die Hinterzieher schulden dem Staat fast 15 Milliarden Euro. Der Schritt kommt unmittelbar vor dem Treffen der EU-Finanzminister.

Griechen beim Verbrennen ihrer Steuererklärung: Kein Pardon mehr mit Hinterziehern
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Griechen beim Verbrennen ihrer Steuererklärung: Kein Pardon mehr mit Hinterziehern


Athen - Kein Pardon mehr mit Steuersündern: Seit Sonntagabend können Griechen im Internet nachlesen, wer dem Staat große Summen schuldet und damit für die Wirtschaftsmisere im Land mitverantwortlich gemacht wird. Die Regierung in Athen veröffentlichte eine 170 Seiten lange Liste mit den Steuersündern. Sie schulden dem Staat insgesamt knapp 15 Milliarden Euro.

Der griechische Finanzminister Evangelos Venizelos sprach von einer "Liste der Schande". Darauf stehen 4152 Namen (Die vollständige Liste im Internet). Darunter seien auch Sänger, Unternehmer und Händler, berichtete das Staatsfernsehen.

Steuerhinterziehung ist eines der größten Probleme des griechischen Staats, seine Lösung könnte dabei teilweise helfen, die drohende Pleite abzuwenden. Doch bislang fehlte die Einsicht in weiten Teilen der Bevölkerung. Der griechische Finanzminister hatte sich daher wiederholt entschlossen erklärt, die Namen der Steuersünder zu veröffentlichen. Im November hatte die Regierung den Hinterziehern noch ein Ultimatum gestellt, freiwillig zu zahlen. Unter den krassesten Fällen sollen demnach 40 Bürger sein, die dem griechischen Staat Vermögen von jeweils mehr als hundert Millionen Euro verheimlicht haben.

Doch noch dringender als die Eintreibung von Steuergeldern ist eine Einigung der Regierung mit den privaten Gläubigern auf einen freiwilligen Anleihentausch. Die Gläubiger arbeiteten weiter eng mit Athen zusammen, sagte der Chefunterhändler des Internationalen Bankenverbands (IIF), Charles Dallara, am Sonntag dem Sender Antenna TV. Er sei zuversichtlich, dass eine Vereinbarung getroffen werden könne. "Wir stehen am Scheideweg und ich bleibe ziemlich hoffnungsvoll", fügte Dallara hinzu.

Am Wochenende waren die Gespräche der Regierung mit den Gläubigerbanken über einen Forderungsverzicht unterbrochen worden. Der Verband habe das bestmögliche Angebot für den freiwilligen Anleihentausch gemacht, sagte Dallara. Der Ball liege nun im Spielfeld von Europäischer Union und Internationalem Währungsfonds (IWF).

Der Regierung in Athen läuft die Zeit davon, denn die Ergebnisse sollten bereits bei dem Treffen der Euro-Finanzminister an diesem Montag vorliegen. Bei den Gesprächen steht die Rettung Griechenlands im Mittelpunkt. Für die privaten Gläubiger - neben Banken auch Hedgefonds und Versicherer - dürfte eine Einigung mit einem Forderungsverzicht von bis zu 70 Prozent verbunden sein. Im Gegenzug sollen ihnen Staatsanleihen mit einer 30-jährigen Laufzeit und einer Verzinsung von durchschnittlich vier Prozent angeboten werden. Der Schnitt soll über einen freiwilligen Anleihentausch kommen und Griechenland 100 Milliarden Euro Entlastung bringen. Nach Expertenberechnungen für den SPIEGEL hat das Land sogar nur mit einem Schuldenschnitt von mehr als 80 Prozent Chancen, falls die Zinsen nicht dramatisch sinken.

Chef der Osteuropabank warnt vor Euro-Austritt

Neben der Einigung mit den privaten Gläubigern muss Griechenland auch die EU, die Europäische Zentralbank und den IWF davon überzeugen, dass es gemäß den vereinbarten Sparauflagen auf einem konsequentem Weg ist, mit eigenen Anstrengungen aus der Krise herauszukommen. Ziel ist, den Schuldenstand des Landes bis 2020 von 160 auf 120 Prozent der jährlichen Wirtschaftskraft (BIP) zu reduzieren. Nur dann würden EU und IWF Griechenland ein neues Hilfspaket über 130 Milliarden Euro gewähren. Ohne frisches Geld droht dem Land im März ein ungeordneter Bankrott.

Der Chef der Osteuropabank EBRD, Thomas Mirow, warnte zudem vor einem möglichen Austritt Griechenlands aus der Währungsgemeinschaft. "Ich halte die Debatte über einen Euro-Austritt und eine Rückkehr Griechenlands zur Drachme für hochspekulativ und gefährlich. Niemand weiß, welche Reaktionen ein solcher Schritt auslösen würde", sagte Mirow dem "Handelsblatt". Die damit verbundene Risikodynamik wäre erheblich, argumentiert der frühere Finanzstaatssekretär der Bundesregierung. "Investoren außerhalb Europas würden den Austritt Griechenlands aus der Währungsgemeinschaft als Grund sehen, generell die Architektur des Währungsraums in Frage zu stellen", ergänzte Mirow.

yes/dpa/Reuters

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Seite 1
HerrPausB 23.01.2012
1. Niemand beabsichtigt eine Mauer zu bauen
Zitat von sysopGriechenland*macht seine Drohung wahr: Die Regierung in Athen*veröffentlicht eine Liste mit Steuersündern im Internet. Die Hinterzieher schulden dem Staat fast 15 Milliarden Euro und sollen jetzt zum Zahlen*gebracht werden. Der Schritt kommt unmittelbar vor dem Treffen der EU-Finanzminister. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,810696,00.html
Meine uneingeschränkte Unterstützung für eine solche Maßnahme. Bitte auch in Deutschland einführen.
brido 23.01.2012
2. lediglich 20 %
kann man versuchen einzubrigen, beim Rest ist die Firma schon Pleite oder geflüchtet.
savanne 23.01.2012
3. Wenn GR die Namen hat
Zitat von sysopGriechenland*macht seine Drohung wahr: Die Regierung in Athen*veröffentlicht eine Liste mit Steuersündern im Internet. Die Hinterzieher schulden dem Staat fast 15 Milliarden Euro und sollen jetzt zum Zahlen*gebracht werden. Der Schritt kommt unmittelbar vor dem Treffen der EU-Finanzminister. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,810696,00.html
und die Steuerschuld benennen kann, dann dürfte es doch kein Problem sein im Lande vorhandene Sachwerte zu pfänden u. über Brüssel europäische Banken zu zwingen die Konten zu benennen u. ggf. zu sperren. Wenn die Ami's das mit der Schweiz schon hinbekommen dann ............ na - man wird ja noch träumen dürfen.
blackstar2000 23.01.2012
4. Haben ...
Zitat von sysopGriechenland*macht seine Drohung wahr: Die Regierung in Athen*veröffentlicht eine Liste mit Steuersündern im Internet. Die Hinterzieher schulden dem Staat fast 15 Milliarden Euro und sollen jetzt zum Zahlen*gebracht werden. Der Schritt kommt unmittelbar vor dem Treffen der EU-Finanzminister. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,810696,00.html
Stellt die Regierung denn auch eine Liste mit Menschen aus, die staatliche Leistung beziehen - denn es ist ja sehr viel schlimmer Geld abzuziehen, als zu wenig einzuzahlen. Die Menschen, die da ausgestellt werden, können ihr Leben alleine bestreiten - sie leben nicht auf Kosten anderer. Mit welchem Recht stellt die Regierung diese als schädlich für den Haushalt dar?
fatherted98 23.01.2012
5. Ziemlicher Quatsch...
...so eine Liste zu veröffentlichen. Da werden viele Betroffene jetzt die Beine unter den Arm nehmen und schnellstens das Land verlassen, so sie noch da sind...und zwar mit ihrer Barschaft...so sie sowieso noch nicht ausser Landes. Warum nimmt man diese Leute nicht einfach fest (Steuerhinterziehung wird doch auch in Griechenland eine Straftat sein) und zieht ihr Vermögen ein, bzw. versteigert es oder verwertet es sonstwie? Das Ganze kommt mir so vor, als ob der griechische Staat die Steuerhinterzieher auch noch warnen will...oder glaubt wirklich jemand irgendeinem dieser Personen ist es peinlich und er/sie fühlt sich bei der Ehre ergriffen....lachhaft!
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