"Steuerzahler-Gedenktag" Deutsche arbeiten erst ab 19. Juli fürs eigene Konto

Die Steuerzahler verdienen rein rechnerisch erst ab heute Nacht wirklich Geld. Alle Einnahmen sind bis jetzt für Steuern und Abgaben draufgegangen.

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Deutschlands Steuer- und Beitragszahler arbeiten in diesem Jahr nach Berechnungen des Steuerzahlerbundes so lange wie noch nie für die Staatskassen. Erst von diesem Mittwochmorgen an, exakt ab 3.27 Uhr, erwirtschafteten Bürger und Unternehmen - rein rechnerisch - Einkommen für den eigenen Geldbeutel.

Der sogenannte Steuerzahler-Gedenktag hat sich damit im Vergleich zum Vorjahr weiter nach hinten verschoben. Im vergangenen Jahr fiel dieser Tag auf den 16. Juli.

Die "volkswirtschaftliche Einkommensbelastungsquote" werde im Jahr 2017 bei voraussichtlich 54,6 Prozent liegen. Von jedem verdienten Euro blieben also nur 45,4 Cent übrig, erklärte der Verband weiter.

Der bei Ökonomen umstrittene "Steuerzahler-Gedenktag" ist ein Rechenbeispiel. Er soll verdeutlichen, wie lange die Bürger eigentlich ohne Gehalt arbeiten, wenn man zunächst alle Steuern und Abgaben von ihrem Lohn abziehen würde.

Kritiker verweisen darauf, dass Beitragszahler von Sozialkassen auch Gegenleistungen erhalten. Mit Steuereinnahmen würden zudem Bildung, Sicherheit, Verteidigung, Kinderbetreuung oder Straßenbau finanziert.

hej/dpa-AFX



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HeisseLuft 18.07.2017
1. In nicht allzu ferner Zukunft
Irgendwann wird der Tag am 24.12 liegen. Abends. Das wäre dann doch wenigstens stimmungsvoll. Und Dankbarkeit an Vater Staat wird an diesem Abend ebenfalls ins Bild passen. Er wird dann immer noch knappe Finanzen und ein "Einnahmeproblem" haben.
MarkusW77 18.07.2017
2.
ich war schon beim Arzt diese Jahr, unsere Tochter in der Schule, ich fahre kostenfrei über eine hervorragende Infrastruktur, Wasser, Abwasser, Strom, alles Tag und Nacht da, findet ihr die Überschrift nicht etwas zu reißerisch? Frag nicht, was der Staat für Dich...usw.
anra8000 18.07.2017
3. Mehrwertsteuer?
In diesen Berechnungen ist die Mehrwertsteuer noch nicht mit berücksichtigt, oder?
HeisseLuft 18.07.2017
4.
Zitat von MarkusW77ich war schon beim Arzt diese Jahr, unsere Tochter in der Schule, ich fahre kostenfrei über eine hervorragende Infrastruktur, Wasser, Abwasser, Strom, alles Tag und Nacht da, findet ihr die Überschrift nicht etwas zu reißerisch? Frag nicht, was der Staat für Dich...usw.
Alles richtig, aber der hier beschriebene Sachverhalt ist der, dass der relative Anteil des Staates am BIP höher wird. Und dass die beschriebenen Leistungen staatlicherseits in den letzten Jahren im Gegenzug so viel besser geworden sind, bezweifle ich.
rainer_d 18.07.2017
5.
Zitat von MarkusW77ich war schon beim Arzt diese Jahr, unsere Tochter in der Schule, ich fahre kostenfrei über eine hervorragende Infrastruktur, Wasser, Abwasser, Strom, alles Tag und Nacht da, findet ihr die Überschrift nicht etwas zu reißerisch? Frag nicht, was der Staat für Dich...usw.
In anderen Ländern gibt es das auch, aber ohne dass man ein halbes Jahr dafür arbeiten muss. Nur ein Bruchteil der Steuereinnahmen geht zugunsten den im Schlusssatz des Artikels genannten Verwendungszwecken zu. (Wenn man mal die Verteidigung weglässt - ein durchaus strittiger Posten). Hier in CH dürfte sind das vielleicht 3-4 Monate, je nach Wohnsitz, Steuerquote und Kinderanzahl. Aber hier muss auch jede grössere Ausgabe durch eine Abstimmung, das verhindert (meistens) nutzlose Prestigeprojekte auf allen Ebenen (Stadt, Kanton (Land), Bund). In Deutschland setzen sich Bürgermeister, Kreisräte, Ministerpräsident und andere gerne teure Denkmäler aus Beton, auf Pump finanziert und bezahlt von den nachfolgenden Generationen.
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