Sitzungsprotokoll EZB entschied sich trotz Bedenken für Erhöhung der Strafzinsen

Vor einem Monat überraschte die EZB mit der Erhöhung der Strafzinsen für Banken. Das nun veröffentlichte Protokoll zeigt: In der Führung der Zentralbank war der Schritt umstritten.

EZB-Zentrale in Frankfurt
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EZB-Zentrale in Frankfurt


Der Rat der Europäischen Zentralbank (EZB) hat auf seiner jüngsten Zinssitzung über Ausnahmen von negativen Zinsen gesprochen. So hätten nur Teile der Bankeinlagen bei der Notenbank mit Strafzinsen belegt werden können. Das geht aus dem am Donnerstag veröffentlichten Protokoll zur Zinssitzung am 10. März hervor.

Die EZB hatte auf der Sitzung den Leitzins erstmals auf 0,0 Prozent gesenkt und den Strafzins für Geldhäuser verschärft. Der sogenannte Einlagensatz wurde auf minus 0,4 Prozent von zuvor minus 0,3 Prozent herabgesetzt. Damit wurde es für die Institute noch teurer, wenn sie überschüssiges Geld über Nacht bei der Notenbank parken.

Ausnahmen von den negativen Zinsen waren nach Einschätzung von EZB-Mitgliedern noch nicht notwendig. Durch solche Ausnahmen sollen die Banken nicht zu sehr belastet werden. Zudem habe es die Befürchtung gegeben, dass eine solche Vorgehensweise in der Umsetzung zu kompliziert sei.

Die Mitglieder wollten laut dem Protokoll vor allem den Rückgang der Inflationserwartungen stoppen. Die Lohnzuwächse seien deutlich geringer ausgefallen als zuvor erwartet. Die Mitglieder sahen das Risiko von sogenannten Zweitrundeneffekten durch die gesunkenen Ölpreise. Darunter versteht man, dass zum Beispiel Lohnforderungen der Gewerkschaften infolge der schwächeren Inflation geringer ausfallen könnten und die Lohnentwicklung sich somit abschwächen könnte.

Zudem wurde auf der Sitzung das monatliche Volumen der umstrittenen Anleihekäufe um 20 auf 80 Milliarden Euro erhöht. EZB-Präsident Mario Draghi hatte bei der Entscheidung zum weiteren Öffnen der Geldschleusen nach eigenen Worten eine "überwältigende Mehrheit" im Führungsgremium der Zentralbank hinter sich. Bundesbank-Chef Jens Weidmann, der als Kritiker der ultra-lockeren Geldpolitik gilt, hatte wegen des Rotationsverfahrens im EZB-Rat bei dieser Sitzung kein Stimmrecht.

brt/dpa/Reuters



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Kontrastprogramm 02.03.2010
1.
Zitat von sysopIn der Finanzkrise haben die Regierungen Milliarden in die Wirtschaft gepumpt, gleichzeitig hält die Europäische Zentralbank die Zinsen auf einem extrem niedrigen Niveau. Wie lange kann das noch gut gehen? Droht Europa eine Mega-Inflation - mit negativen Folgen für den Euro?
Die Zockerei gegen den Euro provoziert geradezu die Verknappung der Geldmenge M3 sowie eine Zinserhöhung. Inflation wohl zwangsläufig - aber keine Megainflation.
TvanH 02.03.2010
2.
Zitat von sysopIn der Finanzkrise haben die Regierungen Milliarden in die Wirtschaft gepumpt, gleichzeitig hält die Europäische Zentralbank die Zinsen auf einem extrem niedrigen Niveau. Wie lange kann das noch gut gehen? Droht Europa eine Mega-Inflation - mit negativen Folgen für den Euro?
Das sind aber auch Themen, so schön apokalyptisch.
Volker Gretz, 02.03.2010
3.
Zitat von sysopIn der Finanzkrise haben die Regierungen Milliarden in die Wirtschaft gepumpt, gleichzeitig hält die Europäische Zentralbank die Zinsen auf einem extrem niedrigen Niveau. Wie lange kann das noch gut gehen? Droht Europa eine Mega-Inflation - mit negativen Folgen für den Euro?
Was soll uns denn noch passieren? Uns hat's nicht gestört als die 1-DM-Läden in 1-euro-Läden umbenannt wurden, die Brötchen plözlich 90 Pfennig und der Liter Benzin 3,20 DM kostete. Nach dem Euro kann uns doch nichts mehr erschüttern :-) Zahlen und rechnen wir halt in 1/100 Feinunzen oder alternativ: Kleibeträgen werden mit Schweizer Taschenmessern, Zigaretten, Alkohol - größere Anschaffungen mit Rolexmodellen bezahlt. ;-)
Astir01 02.03.2010
4.
Bis ein Kind in die grüblerische Stille hinein ruft: "Aber, der König hat ja gar nichts an!" bleibt alles mehr oder weniger beim Alten. Schon heute übersteigt der "Wert" aller Guthaben den aller Waren und Dienstleistungen um einen bedeutenden Faktor. (etwa 10) Durch die exzessive Kreditvergabe zum Nulltarif vergrößert sich diese Diskrepanz immer weiter. So wie eine Bank bankrott geht, wenn alle Einleger gleichzeitig kommen und ihre Guthaben abheben wollen, so würde auch der Wert der Guthaben selbst verfallen, wenn alle Menschen gleichzeitig ihr Geld würden in Waren und Dienstleistungen umtauschen wollen. Bis es soweit ist, verfressen und versaufen die Bürger der USA aber auch die Griechenlands das Geld das wir Deutschen und die Chinesen sparen. Die Griechen haben z.B. eine "Sparquote" von -5%, d.h. sie geben 5 % mehr Geld aus als sie verdienen. Wer zuerst kommt, mahlt zuerst, und den letzten beißen die Hunde.
Oskar ist der Beste 02.03.2010
5.
Zitat von sysopIn der Finanzkrise haben die Regierungen Milliarden in die Wirtschaft gepumpt, gleichzeitig hält die Europäische Zentralbank die Zinsen auf einem extrem niedrigen Niveau. Wie lange kann das noch gut gehen? Droht Europa eine Mega-Inflation - mit negativen Folgen für den Euro?
Inflation zerstört die Demokratie http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,681172,00.html was fuer ein Beitrag im Jahre eins nach dem neoliberalen Supergau. Das waere so, wenn man 1990 behauptet haette, dass der Wegfall der Mauer im 3. Weltkrieg enden wuerde. Natuerlich darf man eine Inflation nicht ungezuegelt sich ausbreiten lassen, andererseits sind 5% Inflation immer noch besser als 5% Arbeitslosigkeit (so Helmut Schmidt). Und die "Buerger", damit sind natuerlich nur die gemeint, die bereits Vermoegen haben, diejenigen aber, die aus welchen Gruenden von Transferleistungen leben, koennen sehr wohl davon leben, dass es eine hoehere Inflation in Folge eines hoeheren Wachstums gibt, denn in dem Szenario haben diese "Empfaenger" naemlich eher wieder einen ertraeglich bezahlten Job. Und mit Hohngelaechter denken wir noch an den famousen Steinbrueck, der doch tatsaechlich von Inflationsgefahren faselte in 2009 als die deutschen Unternehmen zu 70-80% ausgelastet gewesen sind.
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