Strafzölle USA prüfen Preiswucher in heimischer Stahlbranche

Haben US-Stahlunternehmen die Strafzölle genutzt, um kräftige Preissteigerungen durchzusetzen? Handelsminister Ross spricht von "gesellschaftsfeindlichem Verhalten".

Stahlwerk
AFP

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Die USA untersuchen nach der Einführung von US-Zöllen auf europäischen Stahl möglichen Preiswucher bei einheimischen Unternehmen. Das sagte Handelsminister Wilbur Ross am Mittwoch vor dem Finanzausschuss des Senats.

Demnach sei der Preis für Stahl weit stärker gestiegen, als es die Prozentzahl des Zolls rechtfertigen würde. Seit Anfang Juni gilt auf Stahleinfuhren aus Europa ein Strafzoll in Höhe von 25 Prozent. Den Angaben zufolge könnte es sich um Spekulationsgeschäfte einheimischer Firmen handeln, die den Stahl bewusst zurückhielten, um die Preise hochzutreiben. Ross sprach von "gesellschaftsfeindlichem Verhalten" in der Industrie, nannte jedoch keine Namen von Firmen.

Aus der Sicht von Ross wäre es zur Linderung von drohenden Angebotsengpässen angebracht, wenn der Hüttenbetreiber US Steel Corp stillgelegte Hochöfen im Bundesstaat Illinois wieder hochfahren würde.

Die USA hatten Anfang Juni Schutzzölle auf Stahl und Aluminium aus Europa in Höhe von 25 beziehungsweise 10 Prozent verhängt. Die EU schlägt ab Freitag mit Vergeltungszöllen zurück: Dann gelten Strafabgaben im Wert von 2,8 Milliarden Euro auf amerikanische Produkte.

brt/Reuters

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