Straßen, Schienen, Wasserwege Was taugen Deutschlands Bauprojekte - entscheiden Sie!

Der Staat will in den nächsten Jahren mehr Straßen bauen und Schienen verlegen denn je. Über 260 Milliarden Euro stehen dafür bereit. Aber wie sinnvoll sind die geplanten Projekte? Stimmen Sie jetzt ab!

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Früher war nicht alles besser - schon gar nicht in der Verkehrspolitik. Über Jahrzehnte gab es zu wenig Geld für die Erneuerung und den Neubau von Straßen, Schienen und Wasserwegen. Das dürfte sich nun ändern: In den kommenden 15 Jahren will die Bundesregierung mehr als 260 Milliarden Euro in die deutsche Infrastruktur investieren - so viel wie noch nie. So sieht es der Entwurf für den sogenannten Bundesverkehrswegeplan 2030 vor .

Mit gut 130 Milliarden Euro ist die Hälfte der Summe für Straßen vorgesehen, fast 110 Milliarden Euro fließen in die Schienenwege. Der Rest kommt den Wasserstraßen zugute.

Auch wenn der neue Verkehrswegeplan erst einmal das in Ordnung bringen soll, was schon da ist - die Infrastruktur wächst weiter. Allein Hunderte Straßenprojekte sollen verwirklicht werden. Sei es, dass eine zusätzliche Autobahn errichtet, ein Abschnitt von vier auf sechs Spuren erweitert oder ein Ort durch eine Umgehungsstraße vom Durchgangsverkehr entlastet wird.

Welche Straßen gebaut und welche Schienen verlegt werden, hängt in der Theorie vom sogenannten Nutzen-Kosten-Verhältnis ab. Dabei setzen Experten die Kosten eines Projekts ins Verhältnis zum volkswirtschaftlichen Nutzen. Je höher das Nutzen-Kosten-Verhältnis, desto sinnvoller das Vorhaben.

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In der Praxis folgt die Verkehrspolitik allerdings auch dem Regionalproporz . Möglichst jeder Abgeordnete braucht in seinem Wahlkreis ein halbwegs vorzeigbares Projekt. Deshalb müssen Gutachter auch schon mal so lange rechnen, bis das gewünschte Ergebnis herauskommt.

Wie vernünftig wird das Geld der Steuerzahler also tatsächlich ausgeben? Um das festzustellen, wagen wir ein Experiment: Sie können über alle Projekte des Verkehrswegeplans abstimmen . Schließlich wissen Sie - etwa als Pendler - am besten, wie groß der Bedarf für den Neu- oder Ausbau einer bestimmten Strecke ist.

Alle Vorhaben sind in der interaktiven Karte verzeichnet (getrennt nach den drei Bereichen Straße, Schiene und Wasserwege). Durch Klick auf eine farblich markierte Strecke erfahren Sie Details zum jeweiligen Projekt und können es bewerten. Wir sammeln Ihre Stimmen und berichten nächste Woche über die beliebtesten und umstrittensten Projekte. Ihre Stimmabgabe ist vollständig sobald beide Fragen zum Projekt beantwortet wurden. Pro Nutzer und Bauvorhaben zählen wir selbstverständlich nur eine Stimme.

Bitte beachten Sie, dass im Verkehrswegeplan zwischen drei Kategorien unterschieden wird:

  • Vordringlicher Bedarf (rot): Diese Projekte sind nach Meinung der Bundesregierung besonders sinnvoll, etwa weil sie Engpässe beseitigen. Sie haben in der Regel auch ein hohes Nutzen-Kosten-Verhältnis. Für alle Vorhaben, die im vordringlichen Bedarf aufgelistet sind, ist bis 2030 ausreichend Geld vorhanden. Sie können also tatsächlich gebaut werden.
  • Weiterer Bedarf (orange): Diese Projekte sind in der Regel sinnvoll, aber oftmals ist ihr Nutzen-Kosten-Verhältnis nicht besonders hoch. Weil die eingeplanten Gelder nur für den vordringlichen Bedarf ausreichen, werden die Vorhaben des weiteren Bedarfs aller Voraussicht nach bis 2030 nicht gebaut.
  • Fest disponierte Vorhaben (lila): Diese Projekte stammen aus dem Bundesverkehrswegeplan 2015, der Ende dieses Jahres ausläuft. In der Regel wurden diese Neu- und Ausbauten bereits begonnen.


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