Streik in Frankfurt: Flughafenbetreiber will wieder verhandeln

Der Frankfurter Flughafenbetreiber Fraport ist am fünften Tag des Streiks einen Schritt auf die Gewerkschaft GdF zugegangen. Das Unternehmen übersandte den Arbeitnehmervertretern ein Gesprächsangebot. Die Lufthansa beklagt hohe Umsatzeinbußen durch die Arbeitsniederlegung.

Lotsenfahrzeug am Frankfurter Flughafen: Festgefahrene Verhandlungen Zur Großansicht
REUTERS

Lotsenfahrzeug am Frankfurter Flughafen: Festgefahrene Verhandlungen

Frankfurt am Main - In den Tarifstreit am Frankfurter Flughafen könnte Bewegung kommen. Am fünften Tag des Streiks von Personal am Vorfeld hat der Flughafenbetreiber Fraport der Gewerkschaft der Flugsicherung (GdF) schriftlich ein Gesprächsangebot übersandt. "Wir erwarten von der GdF, dass sie dieses Gesprächsangebot annimmt und den Streik beendet", sagte Fraport-Vorstandschef Stefan Schulte. "Dass diese Auseinandersetzung weiter zu Lasten der Passagiere und Fluggesellschaften geht, muss ein Ende haben."

Der Konzern sei bereits in einigen Punkten auf die "hohen Forderungen" der Gewerkschaft eingegangen, sagte Schulte. Im Bereich der Vorfeldkontrolle seien diese nahezu erfüllt worden.

Die Fronten zwischen Arbeitgeber und Gewerkschaft waren zuletzt verhärtet. Knapp 200 Lotsen und Kontrolleure haben seit Donnerstag die Arbeit niedergelegt. Die GdF hatte zuletzt angekündigt, sie wolle den Streik noch bis mindestens Freitagabend, 23 Uhr, durchhalten und so höhere Löhne durchsetzen.

GdF-Verhandlungsführer Dirk Vogelsang sagte, ihm liege das neue Gesprächsangebot von Fraport noch nicht vor. Die Gewerkschaft habe bereits Kompromissbereitschaft gezeigt, indem sie den Schlichterspruch in dem Tarifkonflikt angenommen habe. Vogelsang forderte, diesen als Basis für weitere Gespräche zu nehmen. Innerhalb des Schlichterspruchs gebe es schließlich nur noch wenige Konfliktpunkte.

Laut Fraport konnten trotz des Streiks durch den Einsatz von Aushilfskräften zuletzt mehr als 80 Prozent der Flüge abgewickelt werden. Am Mittwoch sollten vorläufig nur noch 165 Flüge der geplanten 1260 gestrichen werden, sagte ein Sprecher des Flughafenbetreibers. Am Dienstag waren noch rund 200 Flüge ausgefallen.

Die Lufthansa muss nach eigenen Angaben wegen des Arbeitskampfs hohe Umsatzeinbußen verkraften. "Bei den Erlösen haben wir bereits einen hohen zweistelligen Millionenbetrag eingebüßt", sagte Lufthansa-Personalvorstand Stefan Lauer der "Financial Times Deutschland". Bis Dienstag seien knapp 700 Flüge bei der Airline ausgefallen, 55.000 Passagiere hätten wegen des Ausstands nicht befördert werden können.

Die Lufthansa hat ihre Basis am Frankfurter Flughafen und sei "Hauptbetroffener des Streiks", sagte Lauer. Die Fluggesellschaft unterstützt Fraport im Tarifkonflikt. "Das ist eine strategisch-politische Frage", sagte Lufthansa-Manager Lauer. Fraport dürfe "der Erpressung durch die GdF" nicht nachgeben.

mmq/dapd/AFP

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1. Überlegung
mischamai 22.02.2012
Zitat von sysopDer Frankfurter Flughafenbetreiber Fraport ist am fünften Tag des Streiks einen Schritt auf die Gewerkschaft GdF zugegangen. Das Unternehmen übersandte den Arbeitnehmervertretern ein Gesprächsangebot. Die Lufthansa beklagt hohe Umsatzeinbußen durch die Arbeitsniederlegung. Streik in Frankfurt: Flughafenbetreiber will wieder verhandeln - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Wirtschaft (http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,816863,00.html)
Das funktioniert doch sehr toll mit den Aushilfen.Schön wäre es diese zu behalten und die völlig überteuerten Stammleute gar nicht wieder antreten zu lassen.
2. ich dachte der Streik sei annähernd wirkungslos.
herr_kowalski 22.02.2012
Zitat von sysopDer Frankfurter Flughafenbetreiber Fraport ist am fünften Tag des Streiks einen Schritt auf die Gewerkschaft GdF zugegangen. Das Unternehmen übersandte den Arbeitnehmervertretern ein Gesprächsangebot. Die Lufthansa beklagt hohe Umsatzeinbußen durch die Arbeitsniederlegung. Streik in Frankfurt: Flughafenbetreiber will wieder verhandeln - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Wirtschaft (http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,816863,00.html)
8 Tage = 1000 augefallene Flüge = keine Gebühren in FFM und in 1000 anderen Fällen keine auf Zielflughäfen. Da muckt doch iregndwann mal jemand auf. Das Gewäsch von den gefährdeten Arbeitsplätzen hat ausgedient.
3. Diese unverschaemt kompromissbereiten Vorfeldmitarbeiter
ajf00 22.02.2012
Richtig, diese Erpressung auf Kosten der Passagiere muss endlich ein Ende haben... schon unverschaemt einfach so einen Kompromissvorschlag zu akzeptieren ;)
4. Am Ende wird "abgerechnet" ...
gaga007 22.02.2012
"Zum Schutz vor den Auswüchsen zügelloser Splittergewerkschaften brauchen wir eine gesetzliche Regelung", sagte VKA-Präsident Thomas Böhle. Die kommunalen Arbeitgeber hätten große Sorge, dass weitere Berufsgruppen ihre Schlüsselstellungen nach dem Beispiel der GdF ausnutzen könnten - und zwar auf Kosten der Mehrheit der Beschäftigten. "Der vollkommen unverhältnismäßige Streik der Kleinstgewerkschaft GdF zeigt, dass wir dringend klare Spielregeln für das Nebeneinander mehrerer Gewerkschaften innerhalb eines Betriebes brauchen", erklärte Böhle ... Ursula von der Leyen zu einer möglichen Rückkehr zur Tarifeinheit. "Es ist ein hochkomplexes rechtliches Gebiet und wenn man dieses regeln will, auch Neuland", sagte sie. Allerdings zeige sich derzeit, dass "einige Wenige nicht nur einen ganzen Betrieb lahmlegen können, sondern dies auch enorme wirtschaftliche und gesellschaftliche Auswirkungen hat". Wie hier die richtige Güterabwägung vorgenommen werden könne, werde derzeit in der Bundesregierung besprochen ... http://www.tagesthemen.de/wirtschaft...krecht100.html Der Bericht und der Kommentar der Tagesthemen vom 21.02.12 traf es genau auf den Punkt - die Streikenden werden erreichen, dass sie sich selber ins Abseits manövrieren. http://www.tagesthemen.de/multimedia...eo1067234.html Jeder Streik führt sofort zu Überlegungen, wie in der Zukunft ein Streik verhindert werden kann - durch Umstrukturierungen der Arbeitsplätze, technische Lösungen, Auslagerung der Arbeitsplätze ?! Eines ist sicher: während des Streiks haben die Gewerkschaftsmitglieder für einen kurzen Moment das Gefühl der Macht, aber am Ende werden sie immer verlieren - das Kapital hat immer mehr Möglichkeiten und bestimmt am Ende über die Sicherheit der Arbeitsplätze der Mitarbeiter.
5. Thatcher
wackwackdirk 22.02.2012
Zitat von sysopDer Frankfurter Flughafenbetreiber Fraport ist am fünften Tag des Streiks einen Schritt auf die Gewerkschaft GdF zugegangen. Das Unternehmen übersandte den Arbeitnehmervertretern ein Gesprächsangebot. Die Lufthansa beklagt hohe Umsatzeinbußen durch die Arbeitsniederlegung. Streik in Frankfurt: Flughafenbetreiber will wieder verhandeln - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Wirtschaft (http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,816863,00.html)
Warum noch groß verhandeln, hungert diese Möchtegern-Gewerkschaften einfach. Druck machen mit gleichzeitigem Einsatz von noch mehr Ersatzkräften. Ersatzkräfte notfalls zu vorübergehender Überbezahlung. Rechnet sich sich immer.
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