Frankfurt am Main - In den Tarifstreit am Frankfurter Flughafen könnte Bewegung kommen. Am fünften Tag des Streiks von Personal am Vorfeld hat der Flughafenbetreiber Fraport der Gewerkschaft der Flugsicherung (GdF) schriftlich ein Gesprächsangebot übersandt. "Wir erwarten von der GdF, dass sie dieses Gesprächsangebot annimmt und den Streik beendet", sagte Fraport-Vorstandschef Stefan Schulte. "Dass diese Auseinandersetzung weiter zu Lasten der Passagiere und Fluggesellschaften geht, muss ein Ende haben."
Der Konzern sei bereits in einigen Punkten auf die "hohen Forderungen" der Gewerkschaft eingegangen, sagte Schulte. Im Bereich der Vorfeldkontrolle seien diese nahezu erfüllt worden.
Die Fronten zwischen Arbeitgeber und Gewerkschaft waren zuletzt verhärtet. Knapp 200 Lotsen und Kontrolleure haben seit Donnerstag die Arbeit niedergelegt. Die GdF hatte zuletzt angekündigt, sie wolle den Streik noch bis mindestens Freitagabend, 23 Uhr, durchhalten und so höhere Löhne durchsetzen.
GdF-Verhandlungsführer Dirk Vogelsang sagte, ihm liege das neue Gesprächsangebot von Fraport noch nicht vor. Die Gewerkschaft habe bereits Kompromissbereitschaft gezeigt, indem sie den Schlichterspruch in dem Tarifkonflikt angenommen habe. Vogelsang forderte, diesen als Basis für weitere Gespräche zu nehmen. Innerhalb des Schlichterspruchs gebe es schließlich nur noch wenige Konfliktpunkte.
Laut Fraport konnten trotz des Streiks durch den Einsatz von Aushilfskräften zuletzt mehr als 80 Prozent der Flüge abgewickelt werden. Am Mittwoch sollten vorläufig nur noch 165 Flüge der geplanten 1260 gestrichen werden, sagte ein Sprecher des Flughafenbetreibers. Am Dienstag waren noch rund 200 Flüge ausgefallen.
Die Lufthansa muss nach eigenen Angaben wegen des Arbeitskampfs hohe Umsatzeinbußen verkraften. "Bei den Erlösen haben wir bereits einen hohen zweistelligen Millionenbetrag eingebüßt", sagte Lufthansa-Personalvorstand Stefan Lauer der "Financial Times Deutschland". Bis Dienstag seien knapp 700 Flüge bei der Airline ausgefallen, 55.000 Passagiere hätten wegen des Ausstands nicht befördert werden können.
Die Lufthansa hat ihre Basis am Frankfurter Flughafen und sei "Hauptbetroffener des Streiks", sagte Lauer. Die Fluggesellschaft unterstützt Fraport im Tarifkonflikt. "Das ist eine strategisch-politische Frage", sagte Lufthansa-Manager Lauer. Fraport dürfe "der Erpressung durch die GdF" nicht nachgeben.
mmq/dapd/AFP
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