Streit vor dem Krisengipfel Spanien lehnt schnelle Euro-Bonds ab

Sind gemeinsame Anleihen die richtige Lösung für die Euro-Krise? Ja, sagen Frankreich und Italien. Nein, sagt Deutschland - und bekommt nun vorsichtige Unterstützung aus Spanien. Beim informellen Krisengipfel am Mittwoch droht ein heftiger Streit.

Spaniens Ministerpräsident Mariano Rajoy: Schnelle Hilfen nötig
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Spaniens Ministerpräsident Mariano Rajoy: Schnelle Hilfen nötig


Madrid/Berlin - Frankreich will sie, Italien auch - und selbst für viele Finanzexperten sind Euro-Bonds das richtige Mittel gegen die Euro-Krise. Wenn alle Staaten der Währungsunion gemeinsam für ihre Schulden haften, sollen die Finanzierungsprobleme einzelner Länder gelöst werden, so die Hoffnung. Deshalb wollen einige Regierungschefs die Euro-Bonds zum zentralen Thema des informellen Euro-Gipfels an diesem Mittwoch machen.

Doch nicht alle Euro-Patienten glauben an eine schnelle Heilung durch die gemeinsamen Anleihen. Spaniens Ministerpräsident Mariano Rajoy äußerte sich skeptisch zu den kurzfristigen Erfolgsaussichten für Euro-Bonds. Als schnelle Hilfsmaßnahme seien sie ungeeignet, sagte der Regierungschef. Dafür seien Zeit und eine Debatte notwendig. Rajoy fordert stattdessen schnelle Lösungen, um die Finanzstabilität zu garantieren - und denkt dabei wohl an neue Hilfen der Europäischen Zentralbank (EZB). Es gebe Entscheidungen, die könnten innerhalb von 24 Stunden umgesetzt werden, sagte Rajoy.

Deutschland lehnt die Einführung von Euro-Bonds vehement ab. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte am Montag Differenzen mit dem neuen französischen Präsidenten François Hollande eingeräumt. Hollande will auf dem Gipfel in Brüssel einen Antrag zur Einführung der Gemeinschaftsanleihen stellen.

Unionsfraktionsvize Michael Meister (CDU) rät Frankreich und Italien zum Alleingang - ohne Deutschland. "Die Staaten, die die Euro-Bonds fordern, können zusammen gemeinsame Bonds herausgeben", sagte Meister der "Rheinischen Post". Deutschland lehne eine Beteiligung an solchen gemeinsamen Staatsanleihen der Euro-Länder jedoch ab. Sie führten "zur Vergemeinschaftung der Schulden und zerstören Anreize in den betroffenen Ländern."

FDP-Haushaltsexperte Otto Fricke erklärte Euro-Bonds für "schlicht verfassungswidrig". Zudem gebe es mehrere Nachteile: "Euro-Bonds würden eine Haftung Deutschlands für alle in Europa aufzunehmenden Schulden bedeuten", sagte Fricke. Er befürchtet auch höhere Zinskosten für Deutschland, wenn das Land nicht mehr alleine für seine Anleihen garantiere. Fricke geht von zusätzlich mindestens 15 Milliarden Euro pro Jahr aus. Zudem lasse durch die gemeinsame Haftung der Druck auf die Krisenländer nach, die notwendigen Reformen durchzuziehen.

stk/dpa-AFX



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insgesamt 152 Beiträge
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Seite 1
jd87 22.05.2012
1. ...
Zitat von sysopREUTERSSind gemeinsame Anleihen die richtige Lösung für die Euro-Krise? Ja, sagen Frankreich und Italien. Nein, sagt Deutschland - und bekommt nun vorsichtige Unterstützung aus Spanien. Beim informellen Krisengipfel am Mittwoch droht ein heftiger Streit. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,834356,00.html
Bin mal gespannt wann die Eurobonds "Alternativlos" werden... Da Deutschland das einzige Land mit einer gewissen grösse ist, was noch eine gute Bonität hat, wollen die meisten Länder dadurch natürlich partizipieren...und wenn das so weit sein sollte, dass wir immer mehr schuften müssen, damit die Zinsen niedrig bleiben, wandere ich aus!
diehoffnungstirbtzuletzt 22.05.2012
2. Sind wir denn von allen guten Geistern verlassen?
Die Idee dass sich einzelne Länder zusammenschließen und gemeinsame Anleihen ausgeben finde ich ausgezeichnet. Das wäre endlich das Ende dieses verunglückten Projekts EURO. In einigen Kommnetaren sieht es fast so aus als hätten wir den EURO eingeführt um den Rest Europas zu verknechten. Nein, der EURO wurde uns von Herrn Mitterand aufgezwungen und Herr Kohl konnte sein Wasser nicht halten, weil er ja in die Geschichte eingehen wollte. Griechenland und Frankreich wäre doch so ein Päarchen für die gemeinsame Vergabe von Staatsanleihen. Also wenn Merkel / Schäuble hier auch noch umfallen und wir kriegen die verdammten Eurobonds dann weiß ich nicht mehr wen ich noch wählen soll. Gabriel und Genossen wollen es doch noch toller treiben.
Christ 32 22.05.2012
3. die Idee ist gut
wenn Italien und Frankreich unbedingt Euro- Bonds wollen dann sollen sie gemeinschaftliche italienisch/französische Bonds ausgeben. ich hoffe Merkel bleibt hart bei Ihrem "nein", die Gemeindschaftsbonds können Krisenländern helfen aber sie verursachen auch einen Rattenschwanz neuer Probleme bei den beteiligten Ländern mit stabilem Haushalt.
ruthteibold-wagner 22.05.2012
4. Frau Merkel, bleiben Sie standhaft!
Zum Glück ist Frau Merkel in der jetzigen Situation Bundeskanzlerin. Nicht auszudenken, was Rot-Grün in der Frage der Euro-Bonds tun würde. Rot-Grün will die Euro-Bonds. Wie damals, als Rot-Grün (Schröder-Regierung) die zur heutien Katastrophe führende Aufnahme Griechenlands in den Euro aktiv betrieben. Wir können die Merkel - Regierung nur anflehen: Bitte, bleibt standhaft! Und wir können die Medien nur bitten: Bitte klärt die Bevölkerung über die Zusammenhänge auf. Erklärt, dass die Zinsausdifferenzierung die letzte Möglichkeit darstellt, Staaten zum seriösen Haushalten zu bringen, und dass Euro-Bonds diese letzte Möglichkeit zerstören. Bitte, Medien: Tut Eure Pflicht! Handelt nicht so wie damals bei der Aufnahme Griechenlands, als Ihr pflichtvergessen alles abnicktet, was die rot-grüne Schröderregierung an Mist verzapfte!
pansen 22.05.2012
5.
Zitat von sysopREUTERSSind gemeinsame Anleihen die richtige Lösung für die Euro-Krise? Ja, sagen Frankreich und Italien. Nein, sagt Deutschland - und bekommt nun vorsichtige Unterstützung aus Spanien. Beim informellen Krisengipfel am Mittwoch droht ein heftiger Streit. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,834356,00.html
Nun ja, Spanien hat ja auch kein drängendes Problem mit Refinanzierung seiner Schulden, sondern eher mit dem Bankensektor. Von daher will es sich Spanien zumindest nicht vorschnell mit Deutschland verderben. Sollte eine Lösung für den Bankensektor wegfallen, sprich ESM-Zugriff, kommt das Thema auch für Spanien wieder schnell auf den Tisch. Aber vielleicht kann ja Roland Berger etwas Licht ins spanische Dunkel bringen...
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