Tokio - Es ist eine kleine Revolution: Jahrzehntelang wehrten sich die Japaner dagegen, eine Sommerzeit einzuführen und den Arbeitsbeginn damit vorzuverlegen. Doch nach der Atomkatastrophe von Fukushima muss das Land nun Strom sparen und wirft einige Grundsätze über Bord. So müssen angesichts der Stromknappheit viele Angestellte der Stadt Tokio künftig eine Stunde eher anfangen zu arbeiten.
Ab Montag beginnt die früheste Schicht um 7.30 Uhr (Ortszeit) und geht bis 16.15 Uhr. Rund 9500 Stadtangestellte nehmen zunächst an der Maßnahme teil. Bis Juli soll die Zahl auf 25.000 angehoben werden.
Jahrzehntelang hat Japan auf eine Sommerzeit verzichtet - aus Sorge, eine solche Maßnahme würde schlicht längere Arbeitszeiten bedeuten. Doch diesen Sommer soll das frühe Tageslicht genutzt werden, um Energie zu sparen. Die Uhren werden aber nicht umgestellt.
Nicht nur in Sachen Arbeitszeit zeigen sich die Japaner angesichts von Energieknappheit flexibel. Die Regierung will auch den strengen Dresscodes in Büros aufweichen. Diesen Sommer sollen Büroarbeiter ihre Business-Kluft in den heißen Monaten gegen leichtere Kleidung einzutauschen. Im Gegenzug sollen Unternehmen und Behörden die Klimaanlagen herunterregeln, um Strom zu sparen.
mmq/dapd
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