Stromknappheit Tokios Stadtangestellte müssen früher aufstehen

Strom sparen, Tageslicht nutzen: Nach diesem Motto verfährt die Stadt Tokio und bestellt Tausende Angestellte eine Stunde früher zur Arbeit ein. Damit soll Energieknappheit nach der Atomkatastrophe vorgebeugt werden.

Tokio während eines Stromausfalls im März: Tageslicht nutzen
DPA

Tokio während eines Stromausfalls im März: Tageslicht nutzen


Tokio - Es ist eine kleine Revolution: Jahrzehntelang wehrten sich die Japaner dagegen, eine Sommerzeit einzuführen und den Arbeitsbeginn damit vorzuverlegen. Doch nach der Atomkatastrophe von Fukushima muss das Land nun Strom sparen und wirft einige Grundsätze über Bord. So müssen angesichts der Stromknappheit viele Angestellte der Stadt Tokio künftig eine Stunde eher anfangen zu arbeiten.

Ab Montag beginnt die früheste Schicht um 7.30 Uhr (Ortszeit) und geht bis 16.15 Uhr. Rund 9500 Stadtangestellte nehmen zunächst an der Maßnahme teil. Bis Juli soll die Zahl auf 25.000 angehoben werden.

Jahrzehntelang hat Japan auf eine Sommerzeit verzichtet - aus Sorge, eine solche Maßnahme würde schlicht längere Arbeitszeiten bedeuten. Doch diesen Sommer soll das frühe Tageslicht genutzt werden, um Energie zu sparen. Die Uhren werden aber nicht umgestellt.

Nicht nur in Sachen Arbeitszeit zeigen sich die Japaner angesichts von Energieknappheit flexibel. Die Regierung will auch den strengen Dresscodes in Büros aufweichen. Diesen Sommer sollen Büroarbeiter ihre Business-Kluft in den heißen Monaten gegen leichtere Kleidung einzutauschen. Im Gegenzug sollen Unternehmen und Behörden die Klimaanlagen herunterregeln, um Strom zu sparen.

mmq/dapd



Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 4 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
UnitedEurope 06.06.2011
1.
An sich sinnvoll. Aber versuchen sie sowas ja nicht in Deutschland! Da bilden sich 2 Minuten nach der Empfehlung schon 37 Protestgruppen "Ich lass mir mein spät Aufstehen nicht wegnehmen!" und wird auf halbseidene Studien verwiesen, wonach gar nicht arbeiten ja am Strom sparendsten ist. St.Flroian an jeder Ecke, nur nicht in Japan ?
freqnasty, 06.06.2011
2. ...
Zitat von UnitedEuropeAn sich sinnvoll. Aber versuchen sie sowas ja nicht in Deutschland! Da bilden sich 2 Minuten nach der Empfehlung schon 37 Protestgruppen "Ich lass mir mein spät Aufstehen nicht wegnehmen!" und wird auf halbseidene Studien verwiesen, wonach gar nicht arbeiten ja am Strom sparendsten ist. St.Flroian an jeder Ecke, nur nicht in Japan ?
Ja richtig, weil die Sommerzeit ja hier überhaupt nicht bereits vor Jahrzehnten eingeführt wurde.... Vllt sollten Sie mal aufmerksamer lesen, das erspart unnötige Blamagen.
mccash 06.06.2011
3. Dresscode in Tokio
Der Aufruf zu legerer Kleidung in den Tokioter Büros ist uralt und kommt alle Jahre wieder. Seit Jahren versucht die Tokioter Stadtverwaltung, hier mittels weniger strengem Dresscode den Energieverbrauch der allgegenwärtigen Klimaanlagen zu reduzieren - mit minimalem Erfolg.
UnitedEurope 06.06.2011
4. Daneben
Zitat von freqnastyJa richtig, weil die Sommerzeit ja hier überhaupt nicht bereits vor Jahrzehnten eingeführt wurde.... Vllt sollten Sie mal aufmerksamer lesen, das erspart unnötige Blamagen.
Das hat nichts mit der Sommerzeit zu tun. Japan hat ja keine Sommerzeit eingeführt, sondern den Arbeitsbeginn eine Stunde früher angesetzt. "Die Uhren werden aber nicht umgestellt." Steht ja ausdrücklich da. Aufmerksam lesen hilft.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2011
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.