Umstrittene Stromleitung Netzbetreiber wollen Mega-Trasse deutlich verlängern

Für die Energiewende soll eine riesige Stromleitung von Sachsen-Anhalt nach Bayern gezogen werden - zum Zorn vieler Bürger. Nach SPIEGEL-ONLINE-Informationen könnte die Trasse sogar bis zu 200 Kilometer länger werden als geplant.

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Strommasten in Brandenburg: Neue Stromtrassen für die Ökorepublik
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Strommasten in Brandenburg: Neue Stromtrassen für die Ökorepublik


Hamburg - Die meisten Deutschen unterstützen die Energiewende, weniger begeistert sind sie über ihre Konsequenzen. Vor allem der Bau riesiger neuer Leitungen, die Ökostrom aus dem Norden und Osten der Republik in den industriereichen Süden transportieren sollen, ist für viele Bürger ein Ärgernis. Nun soll eine dieser Leitungen sogar noch länger werden als geplant.

Konkret geht es um eine Höchstspannungsleitung mit einer Kapazität von zwei Gigawatt, was der Leistung von zwei mittleren Atomkraftwerken entspricht. Nach bisherigen Plänen der Stromnetzbetreiber sollte die Mega-Trasse von Lauchstädt in Sachsen-Anhalt bis ins bayerische Meitingen gezogen werden (Übersichtskarte ). Nun empfehlen die Netzbetreiber, die Leitung in Sachsen Anhalt bis nach Wolmirstedt zu verlegen; der Ort liegt in der Nähe von Magdeburg, Luftlinie rund 110 Kilometer weiter nördlich (Karte). In Bayern soll sich die Trasse rund 40 Kilometer weiter gen Westen erstrecken - bis nach Gundremmingen/Gundelfingen (Karte).

Insgesamt könnte die Leitung "180 bis 200 Kilometer länger" werden, heißt es im Umfeld der Netzbetreiber. Das liegt daran, dass man neue Stromleitungen gemeinhin nicht schnurgerade durch die Landschaft zieht, sondern meist entlang von Straßen oder bereits bestehenden Trassen verlegt.

Der Vorschlag findet sich in einer Zusammenfassung des neuen Netzentwicklungsplans, den die vier Betreiber der deutschen Übertragungsnetze am Dienstag vorstellen wollen. Das Dokument liegt SPIEGEL ONLINE vor. Die Verlängerung schaffe eine "direkte Verbindung" zum "Windkraft-Becken Sachsen-Anhalts", heißt es darin zur Begründung.

Die Netzbetreiber wollen offenbar den Vorwurf entkräften, dass die Stromtrasse vor allem gebaut wird, um den Abtransport von Strom aus ostdeutschen Braunkohlekraftwerken zu sichern, wenn immer mehr Windstrom durch Deutschlands Netze fließt. Einige Experten, allen voran der Wirtschaftswissenschaftler Lorenz Jarass, hatten dies bemängelt. Später hatte Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) dieses Argument übernommen, um gegen den Bau neuer Stromleitungen in Bayern Stimmung zu machen.

Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) hatte Ende Juli angedeutet, dass die Trasse in ihrer geplanten Form nicht kommen könne. Nun soll die Verlängerung der Leitung bis nach Wolmirstedt klarmachen, dass sie vornehmlich dem Transport von Windstrom dient. In der SPD-Fraktion wird der überarbeitete Plan von manchen durchaus kritisch gesehen. Warum jetzt kein Braunkohlestrom mehr durch die Leitung fließen solle, nur weil die Leitung länger sei, leuchte ihm nicht ein, sagt ein SPD-Mann. Seines Erachtens sei das Ganze ein "billiger Taschenspieler-Trick", um die Akzeptanz für die Leitung zu erhöhen.

Die Grünen werten die neuen Pläne der Stromnetzbetreiber als Klatsche für Seehofer. "Der Plan bestätigt - trotz anderslautender Aussagen vom bayerischen Ministerpräsidenten - wieder einmal, dass Bayern auf Wind- und Sonnenstrom aus dem Norden der Republik angewiesen ist", sagt Fraktionsvize Oliver Krischer. "Schaltet man dem Energiewende-Irrlicht Seehofer nicht bald das Licht aus, gehen in Bayern wohl bald die Lichter aus."

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Wassup 03.11.2014
1. Gegen Alles Republik....Stellt den Strom ab!
Keine Windräder, keine Stromtrassen, keine Staudämme....aber den Ausstieg aus dem Atom wollen. Lasst uns einfach mal für einen Tag den Strom abschalten .....das hilf beim Nachdenken!
CaptainSubtext 03.11.2014
2.
"Die Grünen .... "Schaltet man dem Energiewende-Irrlicht Seehofer nicht bald das Licht aus, gehen in Bayern wohl bald die Lichter aus."" Früher haben die Konservativen davor gewarnt, dass die Lichter ausgehen, wenn man AKWs abschaltet. Oder zuviel EEG ins Netz bringt. oder, oder, oder. Heute warnen die Grünen, dass bald das Licht ausgeht. Man weiß was man davon zuhalten hat.
WwdW 03.11.2014
3. Mist, warum nur habe ich mich in Bayern
niedergelassen. Der Verhinderer in München macht aus diesem Bundesland ein Steinzeitdorf mit seinder Weigerung in zukunfsträchtige, billige und massenhaft vorhandene Energie zu investieren.
tempus fugit 03.11.2014
4. Nein,...
Zitat von WassupKeine Windräder, keine Stromtrassen, keine Staudämme....aber den Ausstieg aus dem Atom wollen. Lasst uns einfach mal für einen Tag den Strom abschalten .....das hilf beim Nachdenken!
...das ist sehr kurz gedacht, eher ein hirniger Kurzschluss! Die Hälfte der Atommeiler sind abgeschaltet, Strom wird in Rekordmengen in DE erzeugt und in Rekordmengen exportiert. Nach Abschalten von 3 AKW im Grossraum HH sind ca. 3,5 GW Leitungskapazität frei - was strömt da - in den Leitungen? Die Angsmache vor der German Angst?!...
Monsterwelle 03.11.2014
5. Ich lach mich schlapp.
"Windkraft-Becken Sachsen-Anhalt". Die armen Leute die das da aushalten müssen. Schade, dass das alles noch dauert bis zur endgültigen Katastrophe, da nach wie vor die Zeichen auf schrecken ohne stehen in Sachen Energiewende. Bis dahin müssen wir wohl weiter Artikel wie den vorstehenden erdulden. "Windkraftbecken" ich lach mich schlapp.
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