Geringere Ökoumlage Strompreise könnten 2015 sinken

Erstmals seit der Jahrtausendwende könnten die Strompreise in Deutschland sinken. Experten rechnen für eine Durchschnittsfamilie mit einer Ersparnis von bis zu 50 Euro - wenn die Konzerne mitspielen.

Strommasten und Windräder: Preise könnten im kommenden Jahr sinken
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Strommasten und Windräder: Preise könnten im kommenden Jahr sinken

Von manager-magazin-Redakteur


Hamburg - Deutsche Stromkunden hatten in den vergangenen Jahren wenig Grund zur Freude. Seit 2010 ist der Preis für Elektrizität laut dem Statistischen Bundesamt um 26 Prozent gestiegen, seit der Jahrtausendwende hat er sich in etwa verdoppelt. Die Gründe sind vielfältig, besonders deutlich haben den Preis aber staatliche Abgaben getrieben - darunter die Ökostrom-Umlage.

Doch obwohl der Ausbau von Windkraft- und Solaranlagen munter weitergeht, ist diese Entwicklung offenbar gestoppt. Experten zufolge könnten die Strompreise 2015 sogar sinken. Aus zwei Gründen.

Erstens dürfte die sogenannte Ökostrom-Umlage, mit der Verbraucher die Energiewende über ihre Stromrechnung mitfinanzieren, im kommenden Jahr erstmals leicht zurückgehen. Für 2014 war diese Abgabe mit 6,24 Cent zu hoch angesetzt. Verbraucher mussten mehr berappen, als an Wind-, Biogas- und Solaranlagenbetreiber auszuzahlen war.

Dieser Effekt könnte Stromkunden im kommenden Jahr um etwa 0,2 Cent pro Kilowattstunde entlasten, schätzt die Berliner Denkfabrik Agora Energiewende. Eine Durchschnittsfamilie mit einem Verbrauch von 5000 Kilowattstunden würde dadurch etwa zehn Euro im Jahr sparen.

Zweitens profitieren Privathaushalte und Betriebe von sinkenden Strompreisen an der Börse. "Wir sehen ein sehr niedriges Preisniveau am Großmarkt, das mindestens stabil bleiben und möglicherweise weiter sinken wird", sagt Stromexperte Tobias Kurth vom Analysehaus Energy Brainpool. Da sich Stromvertriebe etwa drei Jahre im Voraus mit Strom versorgen, "wird sich dieser Preisverfall im kommenden Jahr erstmals und 2016 stärker in den Bezugskosten niederschlagen", teilt das Berliner Öko-Institut mit.

"Die Versorger müssen die Preise senken"

Unterm Strich könnte Strom im kommenden Jahr daher um knapp einen Cent pro Kilowattstunde billiger werden - das entspricht einem Preisrückgang von etwa drei Prozent oder etwa 50 Euro für eine Familie.

Ob es 2015 zumindest eine einmalige deutliche Preissenkung gibt, hängt nun von der Strategie der Versorger ab. Die Frage ist: Geben sie die gesunkenen Einkaufspreise tatsächlich flächendeckend weiter?

Verbraucherschützer machen bereits Druck. "Die Versorger müssen die Preise in einer Größenordnung von 1,5 bis 2 Cent pro Kilowattstunde senken", fordert Energieexperte Peter Blenkers von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen.

Großversorger RWE gibt sich zurückhaltend. Das Unternehmen halte den Preis seit fast zwei Jahren stabil, sagte ein Sprecher der Tochter RWE Vertrieb. Über die Entwicklung im kommenden Jahr wolle er nicht spekulieren.

Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 133 Beiträge
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Seite 1
mrs_smith 09.09.2014
1. Wenn
"wenn die Konzerne mitspielen." *smile Mrs Smith
patrick6 09.09.2014
2. Niedrigere Stropreise? Glaube ich...
...im Leben nicht.
kdshp 09.09.2014
3.
Der strompreis könnte aber auch weiter steigen!
misterknowitall 09.09.2014
4. Kommentare?
Wo sind denn jetzt die ganzen Kommentare der Energiewendekritiker? Das der Strom billiger wird passt wohl nicht ins Bild. ;-) Leider ist zu befürchten, dass die Versorger den Preisvorteil nicht weiterreichen werden. Da hilft dann mal wieder nur den Anbieter zu wechseln.
kai_4711 09.09.2014
5. Autofahren wird also günstiger
mit meinem Elektroauto. Das finde ich sehr gut. Dazu mache ich noch Strom selber, wird ja immer günstiger. Und zur Tankstelle musste ich die letzten 16 Monate auch nicht mehr. Sehr komfortabel und Zukunfttsfähig :)
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