Streit um Stromtrasse Kretschmann bezeichnet Seehofer als unverantwortlich

Schlechte Energie zwischen Baden-Württembergs Ministerpräsident Kretschmann und seinem bayerischen Amtskollegen Seehofer: Dessen Linie zur Stromtrasse sei "unverständlich". Kanzlerin Merkel soll es nun richten.

Baden-Württembergs Ministerpräsident Kretschmann: "Schleierhaft"
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Baden-Württembergs Ministerpräsident Kretschmann: "Schleierhaft"


Hamburg - Im Streit um neue Stromtrassen hat Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann seine Kritik an Bayern erneuert. Die derzeitige Haltung des bayerischen Ministerpräsidenten Horst Seehofer (CSU) sei ihm "unverständlich". Er halte sie "nicht für verantwortlich", sagte der Grünen-Politiker der "Süddeutschen Zeitung".

Ein gut ausgebautes Leitungssystem sei nötig, um die Wende hin zu regenerativen Energien zu schaffen, so Kretschmann weiter: "Da sind jetzt die Kanzlerin und der Bundeswirtschaftsminister gefragt, den Netzausbau gegenüber einem Land durchzusetzen, das ihn selber mit beschlossen hat."

Mit dem Bau der Stromtrassen soll Ökostrom aus dem Norden und Osten der Republik in den industriereichen Süden transportiert werden. Doch für viele Bürger sind die Leitungen ein Ärgernis - und Seehofer hatte den Bau neuer Stromtrassen durch Bayern infrage gestellt.

Kretschmann zieht andere Schlüsse aus der Bürgerablehnung: Dies sei für ihn kein Grund einzuknicken, sagte der Ministerpräsident. "Die Politik des Gehörtwerdens bedeutet nicht, jedem Protest nachzugeben." Es bestehe sonst die Gefahr, dass "gespaltene Strompreismärkte" entstünden und die Bundesländer im Süden, die selbst nicht ausreichend Energie erzeugen, mehr bezahlen müssten.

"Das kann wirklich nicht im Interesse der süddeutschen Länder sein", sagte Kretschmann. "Insofern ist mir schleierhaft, was die bayerische Staatsregierung da umtreibt."

bka/dpa

Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 137 Beiträge
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Seite 1
jjcamera 23.02.2015
1.
Seehofer vertritt die Interessen der bayerischen Bevölkerung. Das finde ich auch "unverantwortlich".
lothar.adam.18 23.02.2015
2. Ich wollte,
der Kretschmann würde sich so um seine Nordwürttemberger kümmern wie es Seehofer um seine Nordbayern/Franken tut. Aber da sitzen halt Leute, die seine Aufgeblasenheit nicht schätzen.
verbal_akrobat 23.02.2015
3. Bayern, Seehofer und Co.
Seehofer hat bei seinem "berühmten" Tagesschau interview (oder war es ZDF), die Freigabe des nach offiziellen Ende weiter besprochenen, gegeben und das ganze wurde - weil durfte, dann gesendet in Verlängerung der eigentlichen Nachrichtensendezeit. Da hat der Herr wirklich mal was vernüftiges und nicht polemisches von sich gegeben! ABer im Artikel steht schon der Durchführungsweg, einfach der Bevölkerung klar machen, dass es teuer wird zukünftig mit dem Strom. Dann stellen die Bürgerwehren ab die freiwillig den Trassenverlauf graben...
Immanuel_Goldstein 23.02.2015
4.
In Bayern sind Stromleitungen ein größeres Ärgernis als Atomkraftwerke, das ist bekannt. Aber das allergrößte Ärgernis wäre, wenn die Bayern ihren Atommüll nicht mehr nach Norden wegschaffen könnten.
Immanuel_Goldstein 23.02.2015
5.
Zitat von jjcameraSeehofer vertritt die Interessen der bayerischen Bevölkerung. Das finde ich auch "unverantwortlich".
Sie meinen, die Bayern wollen keinen Strom auf ihrer Alm? Oder wollen Sie uns sagen, sie wollen in der Staatskanzlei den Atommüll verwahren? Ja, was denn nun?
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