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Studie: Finanzkrise kostet bis zu 52 Milliarden Euro

Teures Nachspiel für deutsche Steuerzahler: Laut einer Studie könnte die Rettung von Banken bis zu 52 Milliarden Euro kosten - im günstigsten Fall wären es immer noch knapp 35 Milliarden Euro.

Verstaatlichte Hypo Real Estate: Teures Engagement des Staates Zur Großansicht
dpa

Verstaatlichte Hypo Real Estate: Teures Engagement des Staates

Berlin - Die Bankenkrise ist zwar vorbei, aber die Rechnungen müssen noch beglichen werden - und das kann sehr teuer werden: laut einer Studie sogar bis zu 51,8 Milliarden Euro. Selbst im besten Falle lägen die Kosten für den Staat bei 34,2 Milliarden. Das geht aus einer Studie des Münchener Wirtschaftswissenschaftlers Christoph Kaserer hervor, die am Donnerstag in Berlin vorgestellt wurde.

Im Zuge der internationalen Finanzkrise hatte der deutsche Staat sich mit Anteilskäufen und Garantien hinter in Bedrängnis geratene Finanzinstitute gestellt. Der Immobilienfinanzierer Hypo Real Estate musste komplett vom Staat übernommen werden, um noch größere Verwerfungen zu verhindern.

Mehrere Einrichtungen hatten daher bereits berechnet, wie teuer das staatliche Engagement für den Steuerzahler wird. Selten war jedoch eine so hohe Summe zusammen gekommen wie jetzt.

Die arbeitgebernahe Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft, die die aktuelle Studie in Auftrag gegeben hatte, forderte daher den raschen Ausstieg des Staates aus den Bankenbeteiligungen. "Die Politik muss das Haftungsrisiko der Steuerzahler minimieren und sich als Eigentümer aus dem Bankensektor konsequent zurückziehen", sagte der Geschäftsführer der Initiative, Hubertus Pellengahr, am Donnerstag in Berlin. Eine so genannte Exit-Strategie müsse bis spätestens 2012 abgeschlossen sein.

Auch Kaserer empfiehlt in seiner Analyse eine rasche Veräußerung der staatlichen Bankanteile. Er betonte, dass auch die jetzt prognostizierten Zahlen für die Bankenrettung nur eine Schätzung seien und durchaus drastischer ausfallen könnten. Andererseits regte Kaserer an, dass sich der Staat auch stärker an den Gewinnen der geretteten Banken beteilige. "Beispiele aus den USA haben gezeigt, dass es sich für den Staat lohnen kann," sagte Kaserer.

yes/ddp

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Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 8 Beiträge
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1. Was soll das?
don_tango 29.07.2010
"Die Bankenkrise ist zwar vorbei"... Ab da lese ich gar nicht erst weiter. Wenn ich Lügen hören will, schaue ich N24 oder so.
2. Da..
JoschSche 29.07.2010
...sind eindeutig ein paar Nullen vergessen worden. Oder ist hier vielleicht so, weil die alle Berlin hocken? *grübel*
3. Wo ist denn das Problem?
wika 29.07.2010
Auch wenn da noch ein paar Nullen dazukommen (von denen wir in der Politik genug haben), macht dies keinen Unterschied. Wenn man weiß wie Geld entsteht, dann beeindruckt diese Aussage überhaupt nicht. Wir müssen da auch in Zukunft noch ein paar Billionen versenken. Als versenkt dürfen die auch dann gelten, wenn die Ersparnisse der Bürger in diesen Dimensionen weg sind. Das es so oder so zu einem Systemkollaps kommen muss, dass wissen die Experten seit langen. Mit den ewigen Stützungen geht es nur darum dies noch ein wenig hinauszuzögern, was sich mathematisch relativ leicht nachweisen lässt. Mehr Mühe gibt man sich allerdings durch wirres Gerede und tolle Gutachten uns was anderes weis machen zu wollen und den anstehenden Supergau wegzureden. Sobald die virtuell aufgehäufte Geldmasse auf die Realwirtschaft trifft ist Ende der Fahnenstange. Allein die Finanzbranche hat ihr Volumen in den letzten Jahren mehr als verfünffacht (Buchgeld). Hätte dies die Realwirtschaft auch geschafft, dann hätten wir wohl heute keinerlei Probleme. Für mathematisch Interessierte und Nachahmer sei hier auf die Betriebsanleitung und *mathematische Ausarbeitung zur unendlichen Geldvermehrung* (http://qpress.de/2010/07/23/jesus-euro-cent-vs-mammon-renditeziel/) hingewiesen.
4. Das war Billig!
kabian 29.07.2010
Bis zu 52 Milliarden Euro sind meines Erachtens ein Schnäppchen. Billiger gehts nicht mehr. All die vielen Notnägel, die in die Löcher eingeschlagen worden sind, sind besser, als ein Untergang des Schiffes. Glück gehabt, aber leider wurden die Banken nicht entmachtet. Wahrscheinlich geht das gar nicht. Und deswegen sind die Grundsteine für die nächste Katastrophe schon gelegt, egal ie lange sie auf sich warten läßt.
5. --
Baracke Osama, 29.07.2010
Zitat von kabianBis zu 52 Milliarden Euro sind meines Erachtens ein Schnäppchen. Billiger gehts nicht mehr. All die vielen Notnägel, die in die Löcher eingeschlagen worden sind, sind besser, als ein Untergang des Schiffes. Glück gehabt, aber leider wurden die Banken nicht entmachtet. Wahrscheinlich geht das gar nicht. Und deswegen sind die Grundsteine für die nächste Katastrophe schon gelegt, egal ie lange sie auf sich warten läßt.
Das bedeutet also, man hat den Untergang des Schiffes nur hinausgezögert, was an dem Grundlegenden Problem nichts ändert. Das System ist zum Scheitern verurteilt, nur können viele keine Alternativen erkennen und versuchen auf Teufel komm raus den Gummi lang zu ziehen. Solange die Banken unabhängig vom Staat operieren können, wird der Untergang sogar beschleunigt.
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