Studie Greenpeace hält Atomausstieg bis 2015 für realistisch

Greenpeace kontert die Atomlobby: Der Turbo-Ausstieg aus der Atomkraft ist möglich,  behauptet die Umweltorganisation in einer neuen Studie. Demnach könne Deutschland auf die sieben Alt-Meiler ganz verzichten - und pro Jahr zwei weitere Kernkraftwerke vom Netz nehmen.

Atomkraftwerk Neckarwestheim: Stromversorgung auch ohne Kernkraft problemlos?
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Atomkraftwerk Neckarwestheim: Stromversorgung auch ohne Kernkraft problemlos?


Hamburg - Wie schnell kann Deutschland aus der Atomkraft aussteigen? Nach der Katastrophe in Fukushima ist ein Schlagabtausch zwischen Atomlobby und Umweltverbänden entbrannt. Am Montag hatte der Energieverband BDEW vorgelegt - und gewarnt, Deutschland müsse nach der Abschaltung von sieben Alt-Meilern Atomstrom aus Frankreich importieren. Ein rascher Ausstieg würde zudem die Strompreise massiv in die Höhe treiben, im schlimmsten Fall drohe gar ein Blackout, sagte ein RWE-Manager.

Nun kontert die Umweltorganisation Greenpeace: Deren Energieexperten haben eine Studie vorgelegt, wonach Deutschland bereits 2015 komplett aus der Atomkraft aussteigen kann - ohne dass dadurch die Stromversorgung gefährdet sei oder höhere Energiekosten entstünden.

Die These von Greenpeace: Alle sieben Kraftwerke, die nach dem Moratorium der Bundesregierung vom Netz sind, können abgeschaltet bleiben. Auch Neckarwestheim 2 könne noch in diesem Jahr stillgelegt werden. Bis 2015 könnten dann pro Jahr zwei weitere Atomkraftwerke vom Netz genommen werden - als letzte dann in vier Jahren die AKW Isar 2 und Emsland (siehe Grafiken in der Fotostrecke).

Fotostrecke

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Grafiken: Greenpeace-Zeitplan für den Atomausstieg
Die Umweltorganisation beruft sich auf aktuelle Kraftwerksplanungen. Bereits jetzt gebe es in Deutschland Überkapazitäten, außerdem seien 51 weitere Kraftwerke im Bau, darunter knapp 20 Gaskraftwerke und zehn Offshore-Windparks. Für die 17 Atommeiler müssten Kapazitäten von 21.000 Megawatt ersetzt werden. Selbst wenn Windstille herrsche und kaum Energie aus Solaranlagen zur Verfügung stehe, sei die Versorgung gesichert.

Die Drohungen der Energielobby, Deutschland müsse Atomstrom aus Frankreich und Tschechien importieren, bezeichnet Greenpeace als künstliche Debatte. Das Problem sei, dass sich die Versorger immer mit dem günstigsten Strom versorgen würden - und der könne auch mal verstärkt von französischen Atomkraftwerken kommen. Es sei keineswegs so, dass die Kapazitäten in Deutschland nicht ausreichen würden.

Greenpeace setzt auf Erdgas, Wind und Sonne

Greenpeace setzt bei seinem Konzept für eine Energiewende sogar darauf, dass der zusätzliche Energiebedarf ohne einen massiven Neubau von Kohlekraftwerken zu bedienen sei. Der Strom könne von geplanten Gaskraftwerken, Wind- und Solaranlagen kommen. Laut Greenpeace würden weniger Kohlekraftwerke benötigt, als zurzeit gebaut werden.

Warum die Organisation diesen Punkt so betont, ist klar: Eine verstärkte Nutzung von Kohle würde die Klimaschutzforderungen von Greenpeace ad Absurdum führen. Deshalb sagt Andree Böhling, Energieexperte bei Greenpeace, zusätzliche Kohlekraftwerke seien nicht nötig und würden das Klimaproblem verschärfen.

Böhling fordert von der Bundesregierung nun, sich "am Machbaren zu orientieren". Und das sei ein Zeitplan bis 2015 "und nicht 2017, 2020 oder später. Alles andere wäre ein fauler Kompromiss, sagt Böhling, bei dem "die Interessen der Atomkonzerne über das Sicherheitsbedürfnis der Bürger gestellt würden".

cte



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moika 07.04.2011
1. Dubiose Studien
Möglich ist heute scheinbar fast alles. Aber genau so ist eben alles eine Frage der Kosten. Greenpeace argumentiert, es seinen 51 Kraftwerke in Bau. Wo werden die stehen, wer baut sie und wann gehen die ans Netz? Fest steht, daß die länderübergreifenden Stromnetze heute über derartige Kapazitäten nicht verfügen. Eine weitere Studie rein theoretischer Natur. Behaupten läßt sich alles, den Nachweis braucht Greenpeace schließlich nicht zu führen.
felisconcolor 07.04.2011
2. Gibt es etwas
worin Greenpeace nicht Experten sind? So langsam nerven sie nur noch. Billige Effekthascherei um Spendengelder abzugrasen. Von fachlicher Kompetenz mal ganz abzusehen. Brent Spar hüstel. Messwerte an Castortransportern räusper. Whale watching no comment. Wenn sie so toll sind, warum gründen sie nicht einfach eine Partei?
Olaf 07.04.2011
3. .
Zitat von sysopGreenpeace kontert die Atomlobby: Der Turbo-Ausstieg aus der Atomkraft ist möglich,* behauptet die Umweltorganisation in einer neuen Studie. Demnach könne*Deutschland*auf*die sieben Alt-Meiler*ganz verzichten -*und pro Jahr zwei weitere Kernkraftwerke vom Netz nehmen. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,755553,00.html
Na ,wenn Greenpeace das sagt, muss es ja stimmen. Ich hoffe die drucken ihre ganzen Studien auch auf umweltfreundlichem Altpapier, denn bei dem Ausstoß von Studien zu Problemen aller Art kommt ganz schön was zusammen.
Deutscher__Michel 07.04.2011
4. Hmm
Ich glaube da eher Greenpeace als E-ON und Vattenfall.. gab es irgendwann mal etwas von denen zu hören was nicht falsch oder übertrieben war? Auch der Quatsch mit dem Import von Atomstrom den sie vor ein paar Tagen verlauteten ist nachweislich falsch.. denn wir haben immer noch Überkapazitäten und waren weltweit größter Stromexporteur.. Lügen und betrügen damit die Kasse stimmt..
zoon.politicon 07.04.2011
5. Ergänzung: Energieeinsparungspotentiale
Zitat von sysopGreenpeace kontert die Atomlobby: Der Turbo-Ausstieg aus der Atomkraft ist möglich,* behauptet die Umweltorganisation in einer neuen Studie. Demnach könne*Deutschland*auf*die sieben Alt-Meiler*ganz verzichten -*und pro Jahr zwei weitere Kernkraftwerke vom Netz nehmen. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,755553,00.html
Im Artikel nicht erwähnt sind die allseits bekannten massiven Energieeinsparungspotentiale, wie bei Heizung von Wohngebäuden (habe durch Thermosolar plus Dämmung den Heiz- und WW-Wärmebedarf me. EFH von 22000 Kcal auf unter 5000 Kcal reduziert)sowie verbesserter Technik von Elektrogeräten / Elektronik / Verkehrsmittel u.a..
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