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Studie: Mehrheit der Hartz-IV-Empfänger würde nicht für Job umziehen

Viele Hartz-IV-Empfänger bestätigen ein zentrales Vorurteil: Laut einer Studie würden zwei von drei Langzeitarbeitslosen nicht für einen Job den Wohnort wechseln. Bei anderen Punkten sind sie dagegen deutlich flexibler.

Schlange vor Arbeitsagentur: Die meisten Arbeitslosen wollen trotzdem nicht umziehen Zur Großansicht
DPA

Schlange vor Arbeitsagentur: Die meisten Arbeitslosen wollen trotzdem nicht umziehen

Nürnberg - Unflexibel und nicht gerade mobil - mit diesen Vorwürfen sehen sich Arbeitslose immer wieder konfrontiert. Für die überwiegende Zahl der Jobsuchenden scheint das auch zu stimmen. Laut einer Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung können sich zwei Drittel der Hartz-IV-Empfänger nicht vorstellen, für einen Arbeitsplatz umzuziehen.

In anderen Punkten sind die Arbeitslosengeld-II-Empfänger aber durchaus zu Zugeständnissen bereit: So würden mehr als zwei Drittel der Befragten für einen Job einen langen Arbeitsweg, ungünstige Arbeitszeiten und erhöhte Belastungen in Kauf nehmen. Viele würden auch eine Stelle unter ihrem Qualifikationsniveau annehmen, berichtet die Denkfabrik der Bundesagentur für Arbeit.

Der vom neuen Chef gezahlte Stundenlohn sollte allerdings nach Vorstellung der Arbeitslosen im Schnitt nicht unter 6,29 Euro liegen. Familienväter halten einen Mindestlohn von etwa 7,58 Euro für unverzichtbar. Damit bewegen sich die Gehaltsvorstellungen der Arbeitslosen im Bereich des von Gewerkschaften und SPD geforderten Mindestlohns in Höhe von 7,50 Euro pro Stunde.

Um die Konzessionsbereitschaft von Hartz-IV-Betroffenen zu erhöhen, schlagen die Forscher unter anderem Lohnsubventionen vor. Auch sollten den Erwerbslosen in neuen Jobs Fortbildungen angeboten werden, die ihnen die Chancen auf einen besser bezahlten Arbeitsplatz eröffnen, rät das Forschungsinstitut.

Die Untersuchung habe auch gezeigt, dass es bei vielen Erwerbslosen keineswegs an Eigeninitiative mangele; häufig behinderten die persönlichen Lebensumstände die Stellensuche. So stehe bei manchen die fehlende Kinderbetreuung einer Vermittlung im Wege.

böl/dpa-AFX

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Forum - Arbeiten die Deutschen zu viel?
insgesamt 892 Beiträge
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1. Unglaublich.....bin aber Gewerkschaftsfeind
ronghua 31.07.2009
Zitat von sysopDie Deutschen haben immer noch den Ruf fleißiger Arbeiter. Laut einer Studie nicht zu Unrecht: durchschnittlich 41,2 Stunden pro Woche arbeiten deutsche Arbetnehmer und damit deutlich länger als die meisten Kollegen in anderen EU-Ländern. Finden Sie, dass die Deutschen zu viel arbeiten?
Geradezu eine Lachnummer fuer mich. Es hat nie eine 41,2 Stundenwoche gegeben fuer mich. Norm 48-60 Stunden. Bin bereits im 69-zigsten und noch voll im Einsatz, trotz 45-zig Jahre Diabetes Typ1. Macht Euch nicht laecherlich mit dieser Frage. Gruss aus China.
2. Immer wieder die gleiche Mär
Notausgang 31.07.2009
Gibt es wirklich Leute, die glauben, die Arbeitsmenge ist ein großer statischer Kuchen und wenn man die Stücke nur klein genug schneidet, dann bekommt jeder was ab? Nein, wenn die Anzahl der Stücken größer und damit teurer wird, gibts halt für keinen mehr was zu essen. Dann wird eben woanders der Kuchen verteilt. Insgesamt glaube ich schon, dass die Deutschen sehr fleissig arbeiten und das auch effektiv. Das können andere Menschen auch. Die Arbeitnehmer haben das erkannt..
3. <->
silenced 31.07.2009
Zitat von sysopDie Deutschen haben immer noch den Ruf fleißiger Arbeiter. Laut einer Studie nicht zu Unrecht: durchschnittlich 41,2 Stunden pro Woche arbeiten deutsche Arbetnehmer und damit deutlich länger als die meisten Kollegen in anderen EU-Ländern. Finden Sie, dass die Deutschen zu viel arbeiten?
Die arbeiten eher viel zu Wenig. 104 Tage Wochenende + 30 Tage Urlaub = 134 Tage "frei" im Jahr. Nehmen wir jetzt noch die Feiertage dazu und Brückentage usw., ja, dann kommt man auf bald 150 Tage frei. Zumindest für die, welche Mo - Fr arbeiten und sowieso keinen Plan von nichts haben, und sehr gern vergessen wo die wirkliche Leistung erbracht wird, nämlich bei jenen die 24/7 verfügbar sein "müssen" und in Schichten arbeiten.
4.
Case Study 31.07.2009
Vor allen Dingen ist für die Deutschen Arbeit alles, was es gibt. Ohne Arbeit ist alles sinnlos. Und die sind dann auch noch stolz darauf, dass sie 60 Stunden in der Woche rackern. Wozu eigentlich? Geld? Gesellschaftliches Ansehen? Und auf dem Grabstein steht dann irgendwann:"Er war immer fleissig und hat gearbeitet". Toll! Vielleicht sollten alle mal weniger arbeiten und ich mehr auf andere Dinge konzentrieren.
5.
pj-hh 31.07.2009
Zitat von sysopDie Deutschen haben immer noch den Ruf fleißiger Arbeiter. Laut einer Studie nicht zu Unrecht: durchschnittlich 41,2 Stunden pro Woche arbeiten deutsche Arbetnehmer und damit deutlich länger als die meisten Kollegen in anderen EU-Ländern. Finden Sie, dass die Deutschen zu viel arbeiten?
Was ein Unfug: 41,2 Stunden pro Woche in D, gegenüber 38,4 Stunden pro Woche in F, eine Differenz von 2,8 Stunden, und die soll "Das schadet dem Familienleben und beeinträchtigt langfristig möglicherweise auch die Gesundheit". Ein bekannter Franzose hätte dazu gesagt: "Die spinnen, die Gewerkschaften." Aber klar, die Arbeit auf mehr Personen aufteilen, dann kann man ja auch schön pro Betrieb mehr freigestellte Betriebsräte (die sog. Drückebergerkompanie) durchsetzen. Daß das teurer wird, als weniger Leute eine normale Zeit arbeiten zu lassen, ist ja wohl klar. Von Dingen wie Rüstzeiten u.ä. will ich hier gar nicht reden.
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