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Studie zu Hartz IV: Bewerbungstrainings bringen nichts

Nicht geeignet für Bewerber: Nach einer Studie des Instituts für Arbeitsmarktforschung profitieren Langzeitarbeitslose nicht von Bewerbungstrainings. Eine andere Maßnahme erwies sich hingegen als deutlich sinnvoller.

Arbeitsagentur in Potsdam: Studie untersucht Jobchancen Zur Großansicht
DDP

Arbeitsagentur in Potsdam: Studie untersucht Jobchancen

Nürnberg - Die Ergebnisse sind eindeutig: Betriebspraktika erhöhen die Chancen von Arbeitslosengeld-II-Empfängern auf einen festen Job einer Studie zufolge deutlich. Verglichen mit Arbeitslosen ohne betriebliches Training liegt die Beschäftigungsquote gut zwei Jahre nach der Maßnahme bei ihnen bis zu 21 Prozentpunkte höher, wie das Institut für Arbeitsmarktforschung (IAB) am Montag mitteilte. Schulische Weiterbildungen steigern die Quote hingegen nur um vier Punkte.

Dagegen erhöht nach IAB-Erkenntnissen ein sogenanntes Bewerbungstraining - die insgesamt 8,7 Prozent aller untersuchten Trainingsmaßnahmen ausmachten - kaum die Jobchancen von Langzeitarbeitslosen. Die Forscher stellten überhaupt keinen Effekt fest. Möglicherweise seien die Schulungsinhalte für die Bewerber nicht geeignet, vermuten die Autoren der Studie. In den Kursen lernen Arbeitslose, was sie bei Bewerbungen auf eine Stelle besonders beachten müssen.

In Westdeutschland stieg die Beschäftigungsquote bei den Teilnehmern zwar leicht: Bei Männern wurde nach 28 Monaten ein Plus von einem und bei Frauen von 1,7 Prozentpunkten verzeichnet. In Ostdeutschland war der Effekt aber negativ: Dort sanken die Werte um 0,4 (Männer) sowie 0,7 Prozentpunkte (Frauen).

Trainingsmaßnahmen sind nach den Ein-Euro-Jobs das wichtigste arbeitspolitische Instrument bei der Betreuung von Langzeitarbeitslosen. Nach IAB-Angaben absolvierten 630.000 Arbeitslosengeld-II-Bezieher 2008 ein in der Regel einmonatiges Training. Rund ein Drittel der Maßnahmen lief direkt in Betrieben.

Die Forschungseinrichtung der Bundesagentur für Arbeit untersuchte für ihre Studie, wie viele Teilnehmer von Trainingsmaßnahmen in Betrieben in den ersten 17 Monaten danach einen regulären Job aufnahmen. Gezählt wurde nur, wer mindestens ein Jahr ununterbrochen beschäftigt war. Dabei könnten sich aber auch Mitnahmeeffekte ergeben haben, schrieben die Forscher. Wenn die Unternehmen einen Einfluss auf die Auswahl der Geförderten haben, könnten sie diese aus dem gleichen Kreis auswählen, aus dem sie sowieso ihre verfügbaren offenen Stellen besetzen würden.

ore/ddp/AFP

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Forum - Ist Hartz IV verfassungswidrig?
insgesamt 8712 Beiträge
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1.
harrybr 19.10.2009
Zitat von sysopDas Bundesverfassungsgericht entscheidet über die Höhe der Hartz-IV-Leistungen für Kinder. Was halten Sie von der bisherigen Regelung? Muss der Gesetzgeber die Regelsätze ändern?
die direkten Leistungen sind zu hoch! Statdessen kostenlose Kindergärten und Ganztagsschulen in denen Klassenreisen kostenlos sind. Und schon klappts mit den neuen Nachbarn
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Crom 19.10.2009
Statt die Regelsätze zu ändern, sollte man lieber kostenlose Schulspeisungen etc. einführen. Das würde direkt bei den Kindern ankommen und sozialschwache Familien, welche sich auch wirklich um die Kindern kümmern entlasten.
3.
uwp-berlin 19.10.2009
Zitat von CromStatt die Regelsätze zu ändern, sollte man lieber kostenlose Schulspeisungen etc. einführen. Das würde direkt bei den Kindern ankommen und sozialschwache Familien, welche sich auch wirklich um die Kindern kümmern entlasten.
Gebt den Kindern, was der Kinder ist, und den Croms dieser Welt, was der Croms ist. http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/kulturinterview/663062/
4.
uwp-berlin 19.10.2009
Zitat von harrybrdie direkten Leistungen sind zu hoch! Statdessen kostenlose Kindergärten und Ganztagsschulen in denen Klassenreisen kostenlos sind. Und schon klappts mit den neuen Nachbarn
Ich weiß zwar nicht, was Sie mit Ihren Nachbarn vorhaben, aber so ganz geheuer wär mir dabei nicht. Schaun Sie doch auch nochmal hier nach: http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/kulturinterview/663062/
5.
Crom 19.10.2009
Zitat von uwp-berlinGebt den Kindern, was der Kinder ist, und den Croms dieser Welt, was der Croms ist. http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/kulturinterview/663062/
Das hängt eben damit zusammen, dass die Kinderregelsätze von denen der Erwachsenen abgeleitet sind. In den Regelsätzen für Erwachsene sind aber auch viele Punkte aufgeführt, die Kinder nicht brauchen (z.B. Finanzdienstleistungen). Daher ist es notwendig, die Regelsätze für Kinder anders zu berechnen, allerdings wird dann nicht unbedingt ein deutlich höherer Regelsatz herauskommen. Es stellt sich auch die Frage, ob die Kinder dann wirklich gesund ernährt werden. Man kann ja schlecht kontrollieren, für was ein ALG-II-Empfänger das Geld genau ausgibt. Daher ist eine kostenlose Schulspeisung, die eben auf die entsprechende Kost abzielt, für die Kinder am besten.
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Die Hartz-Reformen
Arbeitslosengeld I
Anspruch auf Arbeitslosengeld hat, wer
- arbeitslos ist,
- der Arbeitsvermittlung zur Verfügung steht,
- die Anwartschaftszeit erfüllt,
- sich bei der Agentur für Arbeit arbeitslos gemeldet und
- Arbeitslosengeld beantragt hat.
- Die Dauer des Anspruchs hängt von der Länge der versicherungspflichtigen Beschäftigung und vom Alter ab. Die Höchstgrenze sind 24 Monate.
Arbeitslosengeld II
Nach dem Arbeitslosengeld I bekommt man das Arbeitslosengeld II (ALG II) - eine Grundsicherung für erwerbsfähige Arbeitsuchende. Sie ersetzte 2005 die frühere Arbeitslosenhilfe und die Sozialhilfe, sofern es sich um erwerbsfähige hilfsbedürftige Personen handelt. Nichterwerbsfähige oder in sogenannten Bedarfsgemeinschaften lebende Hilfsbedürftige erhalten das geringere Sozialgeld. ALG II und Sozialgeld sind Sozialleistungen, keine Versicherungsleistungen. Sie werden aus Bundesmitteln finanziert.
Hartz IV/SGB II
Mit Hartz IV wird das "Vierte Gesetz für moderne Dienstleistungen am Arbeitsmarkt" bezeichnet, das zum 1. Januar 2005 in Kraft getreten ist. Die Grundsicherung wird durch das Zweite Buch Sozialgesetzbuch (SGB II) geregelt, das am 1. Januar 2005 in Kraft getreten ist. Beide zusammen regeln das Arbeitslosengeld - im Volksmund wird das Arbeitslosengeld II "Hartz IV" genannt.
ARGE/Jobcenter
Die Arbeitsgemeinschaften (Argen) sind ein Zusammenschluss der Arbeitsagenturen und kommunaler Träger. Sie werden auch Jobcenter genannt und sind für die Betreuung der Hartz-IV-Empfänger zuständig.
Peter Hartz
Peter Hartz wurde 2002 von der damaligen Bundesregierung unter Gerhard Schröder mit der Erarbeitung von Reformen für den Arbeitsmarkt beauftragt.

Hartz IV
Seit Jahren gibt es Streit über die Betreuung von Hartz-IV-Empfängern. Organisatorisch zuständig sind seit 2005 Arbeitsgemeinschaften von Bundesagentur für Arbeit (BA) und kommunalen Sozialämtern - abgekürzt als Arge bezeichnet.

Verankert wurde diese Mischverwaltung im Hartz-IV-Gesetz über die Zusammenlegung von Arbeitslosen- und Sozialhilfe. Derzeit gibt es 353 Argen, in denen sich 55.000 Mitarbeiter um 5,2 Millionen Hilfsbedürftige kümmern. Daneben gibt es das sogenannte Optionsmodell, bei dem in 69 Kreisen und Gemeinden die Kommunen die alleinige Verantwortung haben.

Von Beginn an gab es Reibereien in den Arbeitsgemeinschaften. Nach Feststellungen des zuständigen Ombudsrats krankt die Organisationsform an dem "ständigen, oft zeitaufwendigen Abstimmungsbedarf" zwischen den Beteiligten. Dabei konkurrieren Kommunen und BA um das Ausmaß ihrer Zuständigkeiten. Die Zusammenarbeit vor Ort leidet auch darunter, dass die Argen kein eigenes Personal haben und die dort tätigen Mitarbeiter von Bundesagentur und Kommune unterschiedlich bezahlt werden.

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