Studie zu Familie und Beruf: Kinder spielen beim Jobwechsel große Rolle

Die Vereinbarkeit von Kindern und Beruf spielt für die Deutschen eine immer größere Rolle. Laut einer Studie ist der Wunsch nach mehr Zeit fürs Private ein wichtiger Grund, den Job zu wechseln. Fast 60 Prozent kommen mit der aktuellen Belastung nicht klar.

Familie beim Spielen: Wunsch nach mehr gemeinsamer Zeit Zur Großansicht
REUTERS

Familie beim Spielen: Wunsch nach mehr gemeinsamer Zeit

Hamburg - Schwarz-Gelb hat das Betreuungsgeld im Bundestag durchgesetzt, die sogenannte Herdprämie soll Eltern unterstützen, wenn sie ihre Kinder zu Hause erziehen. Doch die große Mehrheit der Deutschen wünscht sich vor allem eines: eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Das geht aus einer aktuellen Umfrage hervor, berichtet die "Financial Times Deutschland". Demnach klagen 57 Prozent über eine zu hohe Belastung im Job. 58 Prozent klagen sogar über stressbedingte gesundheitliche Beschwerden. Die Zeitung hatte die Studie mit 2700 Teilnehmern beim Marktforschungsinstitut GfK Verein in Auftrag gegeben.

Offenbar sind viele Menschen bereit, sich zugunsten ihres Privatlebens beruflich zu verändern. Der Wunsch, Familie und Beruf besser vereinbaren zu können, wurde als zweithäufigste Motivation für einen Jobwechsel genannt. Wichtigstes Argument ist für Berufstätige aber noch immer ein höheres Gehalt. Der Wunsch nach einer interessanten Tätigkeit wurde am dritthäufigsten genannt, gefolgt von der Hoffnung auf bessere Aufstiegsmöglichkeiten.

Die weiteren Gründe, die aus Sicht der Befragten für einen Jobwechsel sprechen, haben alle mit dem Wunsch nach einem ausgeglichenen Verhältnis von Beruf und Privatleben zu tun. Demnach sind Arbeitsplätze begehrt, die eine flexiblere Arbeitsplatzgestaltung, das Arbeiten von zu Hause aus oder längere Auszeiten ermöglichen.

Berufstätige Mütter sind Burnout-gefährdet

"Kinder sind zum entscheidenden Faktor in unserer Arbeitswelt geworden", zitiert die "FTD" den GfK-Verein-Forscher Ronald Frank. Bisher gelinge ein ausgeglichenes Familienleben meist nur, wenn einer der Partner auf die Karriere verzichte. Ansonsten drohten Gefahren für die Gesundheit. Frauen, die berufstätig sind und zugleich noch Haushalt und Kinder alleine managen, haben demnach ein genauso großes Burnout-Risiko wie Top-Manager.

Vor allem die jüngere Generation hat laut der Studie wachsende Ansprüche an Unternehmen. "Es reicht nicht, eine Betriebs-Kita oder Teilzeitarbeit anzubieten", sagte Marion Schick, die im Telekom-Vorstand für Personal zuständig ist, der "FTD". Unternehmen müssten sich auch darauf einstellen, dass Mitarbeiter familiäre Verpflichtungen haben.

Diese Einstellung ist aber laut GfK-Verein-Geschäftsführer Raimund Wildner noch längst nicht in den Unternehmen angekommen. Er sagte: "Kinder sind in unserer Gesellschaft noch immer das Karrierehindernis schlechthin."

mmq

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insgesamt 57 Beiträge
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1.
pepe_sargnagel 09.11.2012
Kann man nicht Kinder verbieten? Alternativ sollte man sie wenigstens arbeiten lassen: Sie stiften ja nur einen Nutzen für die Jahresberichte, wenn sie auch als Kinderarbeiter eingesetzt werden dürfen. Sollte das nicht möglich sein, dann sollten wir den Zugang zu höhrer Qualifikation für alle "Gesinnungsgestörten mit Kinderwunsch" sperren. Ich hoffe, dass man die Politiker mit genügend Geld und Aufsichtsratsposten zu einem solchen Umdenken bewegen kann. Was juckt die denn die kommende Generation - die muss eh nur noch arbeiten, um die Verantwortungslosigkeit der Politiker und Manager zu kaschieren und soll schweigend die Schulden (die heute gemacht werden) abzahlen
2. Entscheiden...
trader_07 09.11.2012
Zitat von sysopBisher gelinge ein ausgeglichenes Familienleben meist nur, wenn einer der Partner auf Karriere verzichte.
Man kann halt nicht alles haben. Ganz normal. Wofür man sich entscheidet steht jedem frei.
3. Ach, nee!?
walter_e._kurtz 09.11.2012
Zitat von sysopDie Vereinbarkeit von Kindern und Beruf spielt für die Deutschen eine immer größere Rolle. Studie zu Job und Kinder: Familie und Beruf sind schwer zu vereinen - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/studie-zu-job-und-kinder-familie-und-beruf-sind-schwer-zu-vereinen-a-866266.html)
Daß man für diese These noch eine Studie benötigt... Bis vor zwanzig Jahren war es möglich, als Alleinverdiener eine Familie zu ernähren. Heute ist dies die Ausnahme. Natürlich spielt dann in der Doppelverdienerfamilie eine kindgerechte Arbeitsstelle eine ausschlaggebende Rolle!
4. will keiner wissen
smartphone 09.11.2012
Nun einen HUNDT interessiert das nicht , auch bei Audi schafft der Ing lt. HR-Chef nur bei Produktionsspitzen an Im weiteren dies zu Jobwechsel, sowas muß auch funktionieren - udn nihc wie hierzulande , das selbst erflogreiche Akademiker idealerweile "gewechsel" ähm gefeuert werden , wenn das Projekt läuft ..... solche Liebenswürdigkeiten führen im speziellen dazu ,daß die Männer die größten Kinderverweigerer mittlererweile sind ... Was heute bejammert wird ist schon seit 20 jahren State of the managerArt . Im übrigen ist die Telekom nicht unbedingt aussagekräftig
5. weiss man doch schon lange
kolybri 09.11.2012
"Doch die große Mehrheit der Deutschen wünscht sich vor allem eines: eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Das geht aus einer aktuellen Umfrage hervor, berichtet die "Financial Times Deutschland". Das ist nichts Neues, das weiss man schon seit Jahren. Hier sieht man wieder mal bestens, welche Klientelpolitik und Kuhhandel die Politik betreibt. Und das Frechste an allem: die CSU argumetiert mit einer Ausdauer dagegen, wie blöd muss man den als Volksverter sein, wenn gefühlte 100% dagegen sind. Studien dazu gibt es ja auch in Skandinavien genug..
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