Starker Standort: Deutschlands Wirtschaft hängt die Euro-Zone ab

Deutschland wächst, die anderen Euro-Länder hinken hinterher: In einem globalen Vergleich der wettbewerbsfähigsten Volkswirtschaften schafft es die Bundesrepublik als einzige in die Top Ten. Ein US-Ökonom behauptet inzwischen gar, Deutschland sei zu stark für den Euro.

Deutscher Monteur: Platz neun im globalen Wettbewerbs-Ranking Zur Großansicht
dapd

Deutscher Monteur: Platz neun im globalen Wettbewerbs-Ranking

Berlin - Deutschland wird im globalen Wettbewerb immer stärker. Zu diesem Ergebnis kommt die Schweizer Business School IMD in einem Vergleich der Konkurrenzfähigkeit von Volkswirtschaften. In dem jährlich erscheinenden Ranking belegt die Bundesrepublik inzwischen Platz neun, nach Platz zehn im vergangenen Jahr.

Nummer eins belegt Hongkong, gefolgt von den USA und der Schweiz. Als Bewertungskriterien führen die Autoren der Studie unter anderem eine exportorientierte Industrie, fiskalische Disziplin, gut ausgebildete Beschäftigte, politische Stabilität und eine zuverlässige Infrastruktur an. Insgesamt sind 329 Bewertungsfaktoren in das Ranking eingeflossen; mehr als 4200 Geschäftsleute aus zahlreichen Ländern wurden für die Erhebung befragt.

Das Ranking verdeutlicht, wie stark sich die Konkurrenzfähigkeit von Deutschland und anderen Ländern der Euro-Zone unterscheidet. Die Bundesrepublik gehört als einziger Euro-Staat zu den zehn wettbewerbsfähigsten Volkswirtschaften der Welt.

Andere Länder der Euro-Zone landeten deutlich hinter Deutschland: Die Niederlande belegten Platz 11, Luxemburg Platz 12, Finnland Platz 17, Irland Platz 20, Österreich Platz 21, Belgien Platz 25, Frankreich Platz 29, Estland Platz 31, Spanien Platz 39, Italien Platz 40 und Portugal Platz 41. Das kriselnde Griechenland belegt von den 59 untersuchten Nationen den vorletzten Platz; nur Venezuela schnitt noch schlechter ab.

Deutscher Wettbewerbsvorteil sorgt für Streit

Deutschlands Wettbewerbsstärke war mit Blick auf die Euro-Krise immer wieder Anlass für Streit. Kritiker sehen es als problematisch an, dass die Löhne in der Bundesrepublik über einen langen Zeitraum noch vergleichsweise schwach gestiegen waren. Dadurch war es der exportorientierten Industrie möglich, Waren vergleichsweise günstig zu fertigen - was im internationalen Wettbewerb ein Vorteil ist. Andere Länder dagegen litten unter der deutschen Stärke. Ihre Leistungsbilanzungleichgewichte stiegen, weil sie jahrelang mehr importierten als exportierten.

Nach Einschätzung der Bundesbank dürfte Deutschland bald einen Teil dieses Wetbewerbsvorteils einbüßen. Bei Tarifverhandlungen wurden zuletzt deutlich höhere Lohnabschlüsse erzielt, zuletzt trotzte die IG Metall dem Autobauer VW am Donnerstag ein Gehaltsplus von 4,3 Prozent über 13 Monate ab. Auch Deutschlands Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) mahnte zuletzt deutliche Lohnerhöhungen an. Steigt die Produktivität nicht im gleichen Maße, sinkt die preisliche Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands. Das würde die Ungleichgewichte in Europa mindern.

Dem US-Ökonom Clyde Prestowitz indes reicht das nicht. Er hält die Bundesrepublik inzwischen zu wettbewerbsstark für den Euro - und legt der deutschen Regierung in einem Gastbeitrag für das Nachrichtenportal CNN nahe, aus der Währungsunion auszutreten. Nur so könne der Euro gerettet werden. Eine Forderung, der die Bundesrepublik kaum nachkommen wird.

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insgesamt 243 Beiträge
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1. Austritt
buntesmeinung 31.05.2012
...das wäre doch mal was!
2. ein us-ökonom...
fordp 31.05.2012
Zitat von sysopDeutschland wächst, die anderen Euro-Länder hinken hinterher: In einem globalen Vergleich der wettbewerbsfähigsten Volkswirtschaften schafft es die Bundesrepublik als einzige in die Top Ten. Ein US-Ökonom behauptet inzwischen gar, Deutschland sei zu stark für den Euro. Studie zu Wettbewerbsfähigkeit: Deutschland weltweit auf Platz neun - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,836155,00.html)
....wirklich witzig!
3. Andersrum wird ein Schuh draus
Christian Wernecke 31.05.2012
Zitat von sysopDeutschland wächst, die anderen Euro-Länder hinken hinterher: In einem globalen Vergleich der wettbewerbsfähigsten Volkswirtschaften schafft es die Bundesrepublik als einzige in die Top Ten. Ein US-Ökonom behauptet inzwischen gar, Deutschland sei zu stark für den Euro. Studie zu Wettbewerbsfähigkeit: Deutschland weltweit auf Platz neun - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,836155,00.html)
Deutschland ist stark, weil es sparsam und fleißig ist. Mit höheren Löhnen soll dies nun gebremst werden. Ich sehe gar nicht ein, warum? Vielleicht würde es Sinn machen, wenn auch andere Staaten ihre Wettbewerbsfähigkeit steigern, denn auch so käme man zu einem Bilanzausgleich. Das hätte global gesehen auch den Effekt, dass weniger für Konsum verbraucht wird, nicht zuletzt zum Vorteil für die Umwelt.
4. Und was soll uns das sagen....
Roueca 31.05.2012
Zitat von sysopDeutschland wächst, die anderen Euro-Länder hinken hinterher: In einem globalen Vergleich der wettbewerbsfähigsten Volkswirtschaften schafft es die Bundesrepublik als einzige in die Top Ten. Ein US-Ökonom behauptet inzwischen gar, Deutschland sei zu stark für den Euro. Studie zu Wettbewerbsfähigkeit: Deutschland weltweit auf Platz neun - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,836155,00.html)
...Länder der EU nehmt die Deutschen auf, bringt sie ins Armenhaus, damit dieses Gesindel endlich weis, wer in der Welt das Sagen hat. So einfach ist das und Dumm-Merkel und Handlanger sind fleißig dabei das zu befolgen und sie scheuen sich nicht eine Sekunde das Volk nachhaltig, alternativlos zu verraten.
5.
glen13 31.05.2012
Zitat von sysopDeutschland wächst, die anderen Euro-Länder hinken hinterher: In einem globalen Vergleich der wettbewerbsfähigsten Volkswirtschaften schafft es die Bundesrepublik als einzige in die Top Ten. Ein US-Ökonom behauptet inzwischen gar, Deutschland sei zu stark für den Euro. Studie zu Wettbewerbsfähigkeit: Deutschland weltweit auf Platz neun - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,836155,00.html)
Konjunkturplus! Deutschland hängt alle ab! Deutschland zu stark für den Euro! Das sind genau die Schlagzeilen, für die uns unsere europäischen Freunde hassen. Allen geht's dreckig, aber uns scheint die Sonne aus dem Hintern. Wer's denn glaubt....
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Quelle: IMD-Ranking