"Mangelnde Unterstützung" Umweltministerin Schulze attackiert Agrarministerin Klöckner

In Berlin öffnet mit der Grünen Woche die wichtigste Schau der Agrarbranche in Deutschland. Vor Beginn zeigen sich erneut deutliche Unstimmigkeiten innerhalb der Großen Koalition.

Julia Klöckner und Svenja Schulze (links)
DPA

Julia Klöckner und Svenja Schulze (links)


Bundesumweltministerin Svenja Schulze hat Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner vor Beginn der Grünen Woche vorgeworfen, eine EU-Agrarwende in Richtung mehr Umweltschutz zu blockieren. "Bisher ist Deutschland in Brüssel leider nur Zaungast", sagte die SPD-Politikerin der "Neuen Osnabrücker Zeitung".

"Mangels Unterstützung aus dem Agrarministerium konnten wir als Bundesregierung bisher keinen einzigen der konkreten Vorschläge für mehr Umweltschutz in der Agrarförderung aktiv unterstützen", warf Schulze ihrer CDU-Kollegin in der schwarz-roten Bundesregierung vor. Es sei "dringend notwendig, dass alle in der Bundesregierung klar Position beziehen für mehr Umweltschutz und für mehr soziale Gerechtigkeit bei der Verteilung der EU-Gelder", sagte die Umweltministerin.

"Nicht länger schweigend zuschauen"

Konkret gelte es, mehr Geld für Umweltmaßnahmen anstatt für pauschale Flächenförderung zu geben. Auch seien EU-weite Mindeststandards für den Natur- und Umweltschutz notwendig. "Hier vermisse ich bisher die Unterstützung aus dem Landwirtschaftsministerium", sagte Schulze. "Jetzt werden in Brüssel die Pflöcke eingeschlagen. Wir können nicht länger schweigend zuschauen."

Klöckner will am Abend die Grüne Woche in Berlin offiziell eröffnen. In diesem Jahr präsentieren sich auf der wichtigsten Schau der Agrar- und Ernährungsbranche in Deutschland so viele Aussteller wie nie. 1750 Produzenten und Händler aus 61 Ländern zeigen Produkte und Ideen aus Landwirtschaft, Ernährung und Gartenbau.

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Julia Klöckner
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Zu den Trends zählen die Veranstalter regionale Produkte, ökologische und vegane Ernährung sowie fairen Handel. Bis zum 27. Januar werden rund 400.000 Besucher erwartet.



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apr/AFP



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