Pläne der EU-Kommission Bundesumweltministerin lehnt generelles Plastikverbot ab

Die EU-Kommission will Alltagsgegenstände aus Plastik verbannen, um die Umwelt zu schützen. Umweltministerin Schulze reichen die Pläne in vielen Punkten nicht - von einem generellen Verbot hält sie aber nichts.

Svenja Schulze
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Die EU-Kommission will ein Verbot von Wegwerfware aus Plastik, um die Umwelt besser vor Plastikmüll zu schützen. Am Montag will Brüssel den Vorschlag zu einer entsprechenden Richtlinie vorstellen - die Pläne waren bereits Anfang des Jahres durchgesickert. Bundesumweltministerin Svenja Schulze hat sich davor gegen ein generelles Verbot von Plastik ausgesprochen.

"Ich bin nicht für ein Verbot von Plastik generell", sagte die SPD-Politikerin im ARD-"Morgenmagazin". Plastik sei ein sehr wertvoller Stoff und werde in vielen Bereichen, etwa der Medizin, gebraucht. Die Verwendung als Verpackungsmaterial will sie aber massiv zurückdrängen. "Es darf kein Plastik mehr eingesetzt werden, das nicht recycelbar ist", forderte Schulze.

Die EU-Pläne sind aus Sicht von Schulze nicht weitreichend genug. Das Vorhaben der Kommission, etwa ein Verbot von Plastikgeschirr und Strohhalmen, sei "eher zu schwach", sagte sie. Man müsse dort ansetzen, wo es in die Umwelt gelangt. Dies sei beim Hersteller.

Weltweit, aber auch in Europa werden enorme Mengen Kunststoffe genutzt und anschließend weggeworfen. Allein in der EU entstehen nach Angaben der EU-Kommission jedes Jahr rund 26 Millionen Tonnen Plastikmüll, von denen weniger als 30 Prozent zur Wiederverwertung gesammelt werden.

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Vom Rest landet ein Großteil auf Müllkippen oder in der Umwelt. Schon im Januar forderte die Brüsseler Behörde deshalb in einer Plastik-Strategie, dass bis 2030 alle Kunststoffe wiederverwertbar sein sollen.

apr/Reuters

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insgesamt 75 Beiträge
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eulenspiegel2k17 28.05.2018
1. Pfand!
Nur das hilft.
hausfeen 28.05.2018
2. Natürlich reicht das nicht. Eine Kombination aus Steuer und Pfand ...
... gehört auf Plastik. Eine Steuer, um Vermeidung zu fördern. Hoch genug, dass es sich lohnt Joghurts in Pfandglasfläschchen zu vertreiben und Nudeln z.b. lose in mitgebrachte Behältern. Pfand, damit sich Einsammeln und Reyclen lohnt.
Otto_Reutter 28.05.2018
3. Hoch lebe Brüssel
Der gelbe Sack zeigt es - wiederverWENDbare (nicht verWERTbare) Verpackungen werden vom Verbraucher nicht angenommen.
stoffi 28.05.2018
4. Ich denke
Da muss man rigoros durchgreifen Die Unart mit Kaffe-Einwegbechern herumzulaufen ist zur Zeit hip und freiwillig legt man diese Marotte nicht ab. Das nur zum Beispielt und auch die Industrie wird nicht freiwillig auf die Unmengen Plastikmüll verzichten, der gleich nach dem Einkauf in den Mülleimer wandern. Bin zwar sonst nicht für eine Gängelung der Politik, doch hier muss das sein und zwar zum Wohle der gesamten Weltbevölkerung
markusma 28.05.2018
5. unglaublich
Wie kann ein seriöser Mensch, der nicht durch Lobbyisten beeinflusst ist, gegen ein solches Verbot sein. Medizin, was soll diese Nebelkerze - es geht um unnötige Luxus Wegwerfdinge! -!
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