Tourismus Sylt schränkt Ferienwohnungen ein

Sylt wehrt sich gegen steigende Immobilienpreise. Man wolle den "Ausverkauf der Insel" stoppen.

Strand an der Südspitze Sylts
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Strand an der Südspitze Sylts


Sylt schränkt den Bau und die Vermietung von Ferienwohnraum ein: Die Gemeindevertretung beschloss, dass in Häusern ab 130 Quadratmeter Größe künftig mindestens 60 Quadratmeter als Dauerwohnraum genutzt werden müssen.

Die Regelung gilt aber nur bei Neubauten oder wenn aus einem Wohnhaus ein Ferienhaus werden soll. Mit der Begrenzung soll verhindert werden, dass die Insel zu einem reinen Urlaubsresort mit vielen Job-Pendlern wird.

Sylts Bürgermeister Nikolas Häckel sagte, ein entsprechender Antrag von CDU und Sylter Wähler-Gemeinschaft sei am Donnerstagabend mit 19 zu 14 Stimmen angenommen worden. Vom Tisch ist damit der Vorschlag für eine feste Quote, wonach in allen Häusern künftig mindestens 40 Prozent Dauerwohnraum sein sollen.

Diese sogenannte 40-60-Regelung hatte Häckel unterstützt. Der Bürgermeister nannte sie fairer, weil sie alle angehe. Von der nun getroffenen Entscheidung seien nur wenige Häuser betroffen. Häckel sprach von einem "schlechten Kompromiss".

Andererseits sei eine Entscheidung getroffen worden, "um den Ausverkauf der Insel zu stoppen", ergänzte der Bürgermeister. Die Immobilienpreise sind auf Sylt zuletzt stark gestiegen. Ein Antrag der SPD -Fraktion, die Entscheidung zu vertagen, wurde abgelehnt.

Video: An diesen Stellen könnte Sylt brechen

SPIEGEL ONLINE

ade/dpa

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zickezackehoihoihoi 22.04.2016
1. Sylt
ist das sicher ein ganz spezieller Fall, das kann man schon irgendwie nachvollziehen. Beim lesen der Überschrift dachte ich zuerst, dass sei so ähnlich wie bei uns (Im "Badischen"): Junge Familien suchen ein paar qm für Ihr Häuschen und finden nichts, weil die "Alteingesessenen" auf ihren leeren Äckern lieber sitzen bleiben wollen. Und beschweren sich dann aber, wenn sich Bauträger die wenigen verfügbaren Flächen krallen und nen Mehrfamilienklotz drauf setzen. Es gibt halt kein Recht auf "Freie Aussicht", auch wenn man schon ewig irgendwo wohnt. Irgendwo müssen die jungen Leute halt auch hin. Aber das ist eigentlich ein anderes Thema....
Dramaturgenfrau 22.04.2016
2. Da gibt es nichts mehr zu stoppen!
Sylt hat sich verkauft! Schon lange. Da gibt es nichts mehr zu stoppen. Und machen wir uns bitte, bitte nichts vor: Diesen Verkauf "ihrer" Insel haben die ehemaligen Einwohner und Eingeborenen Sylts selbst (!) zu verantworten, denn die haben aus purer Geldgier ihre eigene Insel vekauft, ja?! Da sind keine bösen Kapitalisten eingefallen, um die Insel in Seeräubermanier zu übernehmen. Die Sylter haben das bekommen, was ihre unendliche Gier ihnen eingebracht hat: den Totalverlust von Heimat. Man sollte sich gesetzlich (!) eher um die noch ansatzweise intakten (ost-) friesischen Inseln kümmern (Wangerooge, Juist, Langeoog, Spiekeroog etc.). Dort ist noch was zu retten! Sylt ist nicht mehr zu retten. Weder ökologisch, noch gesellschaftlich.
Hollowmen 22.04.2016
3. Schilda auf Sylt
Dann wird es also zukünftig viele Ferienhäuser mit 129 qm Wohnfläche geben. Ein wirklich fauler Kompromiss!
busytraveller 22.04.2016
4. Tja,
Was würden Sie machen, wenn man Ihnen für ihr Häuschen, das vor zehn Jahren noch 300.000 wert war, jetzt 3 Mio bietet? Verkaufen und wegziehen, oder? Eine besondere Geldgier benötigt es da nicht. Einfach nur gesunden Menschenverstand.
westfalen7 22.04.2016
5. Es geht doch viel einfacher,
die Frau nimmt ihren Hauptwohnsitz auf Sylt und der Mann behält den Wohnsitz in Mülheim.So einfach ist das!! Und wenn die Frau viel reist,ist das ihre Sache,daß sie selten auf Sylt ist.
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