Symptome der Krise Europas Krankenakte

Die Welt schaut auf Brüssel: In einer Notoperation versuchen Europas Regierende, die größten Beschwerden der Euro-Zone zu lindern. Wie steht es wirklich um Banken, Haushalte, die Wirtschaft und die Währung? Wo gibt es Hoffnungsschimmer, wo droht schon die nächste Krise? Ein Überblick.

Euro-Münze: Der nächste Abschwung scheint unausweichlich
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Euro-Münze: Der nächste Abschwung scheint unausweichlich

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Hamburg - Kurz vor dem Krisengipfel in Brüssel häufen sich die dramatischen Appelle: "Die ganze Welt blickt auf uns", sagt EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso wenige Stunden vor dem Treffen, das einen Ausweg aus der Krise ebnen soll. Der Euro drohe zu explodieren, sagt Frankreichs Europa-Minister. In diesem Fall drohe ein "Teilkollaps der deutschen Exportindustrie", warnt BMW-Chef Norbert Reithofer.

Es geht Europa nicht gut, das ist klar. Nachdem zunächst nur der Bankensektor von der Krise betroffen war, haben die Probleme auf die öffentlichen Haushalte des Kontinents übergegriffen. Die hohen Schulden vieler Euro-Länder waren lange bekannt, wurden aber ebenso lange ignoriert oder schöngeredet. In einer Art Operation am offenen Herzen versuchen die Regierungen jetzt, die größten Beschwerden der Währungsunion zu lindern und zugleich ihre Abwehrkräfte zu stärken.

Aber wie ernst steht es tatsächlich um Europa? Läge der Kontinent als Patient im Hospital, so würden seine wichtigsten Gesundheitsdaten auf einem Blatt zusammengetragen und ans Bett gehängt. Auch für Europa lässt sich ein solches Krankenblatt erstellen - aus Zinsraten, Auftragseingängen und Meinungsumfragen. Das Ergebnis zeigt - die Lage ist ernst, aber nicht hoffnungslos:

insgesamt 3 Beiträge
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wika 08.12.2011
1. Falsche Diagnose …
Vergessen sie doch einfach mal folgende Worte: • Finanzkrise • Schuldenkrise • Eurokrise • Geldkrise und setzen sie an diese Stelle ein anderes Wort, welches leider in den den letzten Jahren keinerlei Beachtung fand: • Guthabenkrise >>> Schuldenkrise eskaliert, jetzt auch noch Guthabenkrise (http://qpress.de/2011/12/05/schuldenkrise-eskaliert-jetzt-auch-noch-guthabenkrise/) … Dann nehmen sie noch eine berechenbare Größe dazu, nach der sich das Ausmaß dieser Angelegenheit wunderbar berechnen lässt: *Kapital * (1 + Zinssatz / 100) ^ Laufzeit* und machen sie die Diagnose noch einmal. Wetten da kommen ganz andere Erkenntnisse am Ende des Tages zum Vorschein. Nur leider scheint die Guthabenkrise niemand ernstzunehmen, dabei ist sie doch genau das Spiegelbild des jetzigen Szenarios und exakt gleich mächtig.
ZiehblankButzemann 08.12.2011
2. Einfach mal von einer Zecke infizieren...
...lassen. Dann kann man wenigstens mit gutem Gewissen behaupten, wenn man das dann noch kann, eine Gehirnhautentzündung zu haben. Somit werden alle Vorwürfe einer Hirnverbranntheit mit bestem Argument entkräftet. Worauf wartet Ihr noch Ihr süßen Blutsauger. P.S. Übrigens, Zecken sind wenn sie auf der Haut sind, gemütliche Spaziergänger die sich in aller Seelenruhe ein ideales Plätzchen zum Blutsaugen suchen, eventuelle Probebohrungen nicht ausgeschlossen. Dies kann Ihnen Ihr Arzt oder Apotheker bestätigen.
Diomedes 08.12.2011
3. Das Spielgeld Euro wird zusammenbrechen, früher oder später
Ob nun durch den Parteienhader oder die wirtschaftliche Wirklichkeit, am Ende wird es mit dem Spielgeld Euro ein schlimmes Ende nehmen; denn zum einen droht ihm Ungemach von Seiten der Geberländer, da sich in Finnland, den Niederlanden, Österreich und der Slowakei schon sehr starker Widerstand gegen das Spielgeld Euro gebildet hat und die dortigen Regierungen nun Pfänder fordern für die Spielgeldhilfen müßen, weil sie sonst diese vor ihren Völkern nicht mehr rechtfertigen können; womit das Ende des Spielgeldes näher rückt. Nur in Deutschland fehlen solche Kräfte noch, doch nicht mehr lange: Mit den Scheinbewahrern nimmt es ein jähes Ende und entweder werden sie sich gegen das Spielgeld Euro wenden um zu überleben oder aber wahrhaftige Bewahrer gegen sie in die Schranken treten. Aber auch wirtschaftlich sieht es sehr schlecht für das Spielgeld Euro aus: Die Empfängerländer können nicht sparen und ihre aufgeblähten Schuldenwirtschaften brechen immer mehr zusammen; dies aber vermögen die Geberländer nicht aufzufangen, ohne selbst mit in den Abgrund gerissen zu werden; und spätestens, wenn deren Schuldenzinsen steigen und kein Geld mehr geliehen wird, hat der Spaß ohnehin ein Ende und für die schuldigen Parteien wird es dann ernst. Im Übrigen bin ich dafür, dass der despotisch-bürokratische Moloch zu Brüssel und das inflationäre Spielgeld, genannt Euro, zerstört werden müssen!
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