Syrien Regimetruppen erobern Palmyra vollständig vom IS zurück

Die syrische Armee drängt den IS weiter zurück: Laut Militär und Beobachtern haben die Islamisten sich aus der Weltkulturerbe-Stadt Palmyra zurückgezogen.

AFP

Die syrischen Regierungstruppen haben nach Angaben aus Militärkreisen und einer Oppositionsorganisation die Oasenstadt Palmyra vollständig von der Dschihadistenmiliz "Islamischer Staat" (IS) zurückerobert. Die Armee habe die für ihre antiken Ausgrabungsstätten berühmte Stadt nach heftigen nächtlichen Kämpfen gänzlich unter ihre Kontrolle gebracht, sagte ein Militärvertreter in Palmyra. Die Dschihadisten hätten sich zurückgezogen.

Auch die oppositionsnahe Beobachtungsstelle für Menschenrechte berichtete, das Hauptkontingent des IS sei aus der Stadt Richtung Osten abgezogen. Lediglich in östlichen Stadtteilen habe es am Morgen noch Kämpfe gegeben. Die Armee wird von der syrischen und der russischen Luftwaffe unterstützt. Die für Syrien vereinbarte Waffenruhe gilt nicht für den Kampf gegen den IS.

Sowohl die Ausgrabungsstätten als auch die angrenzenden Wohngebiete seien nun wieder unter Kontrolle der Armee. Die IS-Kämpfer seien in ihre Hochburgen Suchnah, Rakka und Deir Essor im Osten und Norden Syriens zurückgewichen, sagte der Militärvertreter. Experten der Armee seien dabei, Dutzende Sprengsätze und Minen in der antiken Stadt zu entschärfen. Die Einnahme von Palmyra ist ein wichtiger militärischer Erfolg für die syrische Armee.

Palmyra gehört zum Unesco-Weltkulturerbe. Die Stadt war wegen ihrer gut erhaltenen antiken Ruinen weltbekannt. Der IS hatte die Stadt im Mai 2015 erobert. Danach sprengten die Dschihadisten den 2000 Jahre alten Baal-Tempel, den Baal-Schamin-Tempel sowie mehrere einzigartige Turmgräber, den Triumphbogen und einen Teil der berühmten Säulenstraße. Am 7. März startete die syrische Armee dann mit Unterstützung der russischen Luftwaffe eine Offensive zur Rückeroberung der nordöstlich von Damaskus gelegenen Stadt. Am Freitag meldete das Staats-TV die Rückeroberung der Zitadelle von Palmyra.

ade/AFP/Reuters/AP

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