Kaufkraft Tariflöhne steigen deutlich stärker als Preise

Gute Aussichten für die 19 Millionen Tarifbeschäftigten in Deutschland: Ihre Löhne stiegen im zweiten Quartal um 3,1 Prozent. Die Verbraucherpreise kletterten dagegen nur um 0,5 Prozent.

Arbeiter in Augsburg: Lohnzuwächse je nach Branche unterschiedlich
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Arbeiter in Augsburg: Lohnzuwächse je nach Branche unterschiedlich


Die Tarifbeschäftigten in Deutschland können sich über ein sattes Lohnplus freuen. Ihre Löhne legten von April bis Juni sechsmal so stark zu wie die Verbraucherpreise. Nach Angaben des Statistischen Bundesamts erhöhten sich die monatlichen Tarifverdienste samt Sonderzahlungen um durchschnittlich 3,1 Prozent zum Vorjahreszeitraum. Die Verbraucherpreise stiegen dagegen lediglich um 0,5 Prozent.

Viele Beschäftigte dürften sich von ihrem Lohn daher mehr leisten können als zuvor. Die Lohnzuwächse fielen jedoch von Branche zu Branche sehr unterschiedlich aus. "Mit am stärksten erhöhten sich die Tarifverdienste in Bereichen, in denen überwiegend nach dem Tarifvertrag des öffentlichen Dienstes des Bundes und der Gemeinden bezahlt wird", teilten die Statistiker mit.

Deutlicher Kaufkraftgewinn

Als Beispiel nannten sie freiberufliche, wissenschaftliche und technische Dienstleistungen, wo die Löhne um 4,0 Prozent stiegen, sowie das Gesundheits- und Sozialwesen mit 3,7 Prozent. Überdurchschnittliche Erhöhungen gab es unter anderem bei Finanz- und Versicherungsdienstleistungen (3,4 Prozent) sowie im verarbeitenden Gewerbe (3,3 Prozent). Beschäftigte im Handel bekamen dagegen nur 1,0 Prozent mehr, die im Grundstücks- und Wohnungswesen sogar nur 0,6 Prozent mehr.

Steigende Löhne und die sehr niedrige Inflation befeuern derzeit den Konsum in Deutschland. Die gute Kauflaune trug dazu bei, dass Europas größte Volkswirtschaft im zweiten Quartal mit 0,4 Prozent schneller wuchs als zum Jahresauftakt.

brk/dpa/Reuters

insgesamt 65 Beiträge
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karljosef 28.08.2015
1. Dass ich nicht lache!
Der Anteil der nach Tarif beschäftigten Mitarbeiter fällt umgekehrt proportional zu der Anzahl der Arbeitsvermittlerbüros! Und die entstehen jetzt bereits in Dörfern wie Metastasen.
infonetz 28.08.2015
2.
Ich kann das für mich nicht nachvollziehen. Auch wenn ich "mehr" bekomme steigen die Ausgaben weil vieles teurer wird.
johannesmapro 28.08.2015
3.
Das Problem ist nur wer bekommt die noch. und in wieweit werden dann Jahressonderzahlungen aufgerechnet.
johnnypistolero 28.08.2015
4. das märchen...
von der reallohnsteigerung... der spiegel ist ja der wahrheit verpflichtet... und nicht als handlanger des systes anzusehen... hier arbeiten ja journalisten, die sich noch als 4te macht im staate sehen (ironie zu ende)
dipl.inge82 28.08.2015
5.
Schade das der Artikel keine Angaben über den Anteil der Arbeitnehmer enthält, die überhaupt noch von einem Tarifvertrag betroffen sind. Am besten noch mit einer Entwicklung über die letzten 20 Jahre.
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