Mit weißen Masken und Weihnachtsmannmützen zogen einige von ihnen durch die Hauptverkehrsstraße von Dublin: Rund 10.000 Menschen haben am Samstag gegen den harten Sparkurs der Regierung protestiert.
Dublin - Sie hielten Protestbanner in die Höhe, beschimpften Mitglieder der irischen Regierung und verteufelten die weiteren Steuererhöhungen, die das Land treffen sollen: Rund 10.000 Menschen haben in der irischen Hauptstadt Dublin ihrem Ärger über Pläne der Regierung Luft gemacht, im kommenden Monat den sechsten Sparhaushalt in Folge vorzulegen.
Die Demonstranten, darunter Gewerkschaftsvertreter und Mitglieder anderer Interessengruppen, marschierten am Samstag entlang der Hauptverkehrsstraße O'Connell Street. "Der Regierung kann nicht freie Hand gelassen werden, zu kürzen, was immer sie will", sagte die 26-jährige Demonstrantin Lizzy Stringer. "Man muss dazu bereit sein, auf die Straße zu gehen und etwas zu tun."
Die irische Regierung will mit ihrem strengen Sparprogramm bis 2015 die Steuern erhöhen, die Ausgaben kürzen und damit die Rettung der irischen Banken finanzieren. Der neue Sparhaushalt soll am 5. Dezember vorgestellt werden. Das Vorhaben der Regierung von Ministerpräsident Enda Kenny sieht Ausgabenkürzungen und Steuererhöhungen im Umfang von 3,5 Milliarden Euro vor.
Irland war vor zwei Jahren unter den Euro-Rettungsschirm geschlüpft und bekam damals gegen strikte Auflagen ein 85 Milliarden Euro schweres Hilfspaket gewährt. Das Hilfsprogramm von Europäern und Internationalem Währungsfonds läuft Ende nächsten Jahres aus. Danach will sich Irland aus eigener Kraft wieder am Markt finanzieren.
Das irische Defizit lag im vergangenen Jahr bei über zehn Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Für dieses Jahr wird ein Wert von rund acht Prozent erwartet. Die Arbeitslosenquote in dem 4,6-Millionen-Einwohnerstaat beträgt derzeit 14,8 Prozent.
kha/dapd
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