Ohne Festanstellung Leiharbeiter sind fünf Tage länger krank

Schwere Arbeit, unsichere Jobs, begrenzte Entwicklungsmöglichkeiten - die Belastungen für Leiharbeiter sind vielfältig. Das wirkt sich laut einer Studie auch auf die Gesundheit aus.

Arbeiter auf einer Baustelle in Berlin
DPA

Arbeiter auf einer Baustelle in Berlin


Leiharbeiter melden sich laut einer Studie der Techniker Krankenkasse (TK) häufiger krank als andere Arbeitnehmer. Demnach fehlten Leiharbeiter im vergangenen Jahr im Schnitt 20,3 Tage wegen einer Krankheit am Arbeitsplatz. Das waren 5,6 Tage mehr als bei den übrigen Beschäftigten.

Vor allem von Erkrankungen der Psyche und des Muskel-Skelett-Systems seien Leiharbeiter überdurchschnittlich betroffen, so die TK. Die körperlichen Beschwerden seien auch darauf zurückzuführen, dass häufig körperlich schwere Arbeiten zu verrichten seien.

Etwa ein Drittel der zusätzlichen Fehlzeiten sei aber mit spezifischen Belastungen durch die Zeitarbeit zu erklären, sagte TK-Experte Albrecht Wehner unter Hinweis auf frühere Befragungen. "Die Beschäftigten empfinden vor allem eine Arbeitsplatzunsicherheit und ihre begrenzten beruflichen Entwicklungsmöglichkeiten im Unternehmen als Belastung. Sie leiden unter der teilweise großen Diskrepanz zwischen ihrer fachlichen Qualifikation und dem Aufgabenfeld, in dem sie eingesetzt sind." Auch die Einkommenssituation sei für viele belastend.

Die Branche ist sich der Situation durchaus bewusst. 54 Prozent der in der Zeitarbeit Beschäftigten seien ungelernte Hilfsarbeiter, die an ihren wechselnden Arbeitsplätzen schon aus Unerfahrenheit höheren Unfallgefahren ausgesetzt seien, sagte der Sprecher des Interessenverbands Deutscher Zeitarbeitsunternehmen, Wolfram Linke. Ständig vor neuen Aufgaben zu stehen, könne auch psychisch belasten. Die Zeitarbeitsfirmen seien aber gemeinsam mit den Entleihfirmen bestrebt, die Situation zu verbessern und präventiv zu wirken.

asa/dpa



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