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Teure Energie Netzagentur wirft Stromversorgern Preistreiberei vor

Stromnetz: Preiserhöhungen ungerechtfertigt?Zur Großansicht
dpa

Stromnetz: Preiserhöhungen ungerechtfertigt?

Mehr als 25 Millionen Haushalte müssen bald mehr für elektrische Energie zahlen. Die Versorger begründen die Zuschläge mit steigenden Kosten für Ökostrom. Die Bundesnetzagentur hält das für Augenwischerei: Die Unternehmen hätten sogar Spielraum, die Preise zu senken.

Essen - Die Welle von Strompreiserhöhungen zum Jahreswechsel ist aus Sicht von Bundesnetzagentur-Präsident Matthias Kurth ungerechtfertigt. Die Stromkonzerne könnten die Preise sogar senken, schrieb Kurth in Unterlagen, die für eine Sitzung mit den Beiratsmitgliedern der Agentur bestimmt waren, aus dem die "Neue Ruhr/Neue Rhein Zeitung" zitiert. Die Bundesnetzagentur bestätigte SPIEGEL ONLINE die Richtigkeit der Angaben.

Die Stromkonzerne begründen den Preisanstieg für die Kunden im Wesentlichen mit der Erhöhung der im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) festgeschriebenen Umlage im kommenden Jahr. Das sei sachlich nicht gerechtfertigt, erklärte Kurth: Die Vermarktung zunehmend größer werdender Mengen erneuerbarer Energien wirke sich senkend auf die Großhandelspreise aus.

Den Konzernen verblieben bei einem durchschnittlichen Strompreis von 23,42 Cent pro Kilowattstunde abzüglich Steuern, Abgaben und Netzentgelten 8,11 Cent, erläuterte Kurth. Bei Energiebeschaffungskosten von rund fünf Cent pro Kilowattstunde, die angesichts der aktuellen Börsenpreise jedem Versorger möglich seien, blieben also rund drei Cent Spielraum für Preissenkungen.

Auch Verbraucherschützer bezweifeln, dass eine Weitergabe der gestiegenen EEG-Umlage durch die Versorger wirklich angemessen ist. Sie verweisen darauf, dass die Großhandelspreise für Strom seit geraumer Zeit deutlich gesunken sind und es an der Zeit sei, dass die Konzerne diesen Einkaufsvorteil an die Verbraucher weitergäben.

Über 25 Millionen Haushalte in Deutschland müssen künftig mehr für den Strom zahlen. Laut einem am Montag veröffentlichten Marktüberblick des Verbraucherportals Check24.de haben mehr als 400 der rund 970 Stromversorger in der Bundesrepublik für Dezember oder Januar Preiserhöhungen angekündigt. Im Schnitt verteuert sich der Strom um 7,1 Prozent. Im Einzelfall erreichen die Preiserhöhungen demnach sogar über 19,8 Prozent.

Dies bedeute für einen Vier-Personen-Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 5000 Kilowattstunden Mehrkosten von 83 Euro im Jahr, berichteten die Experten. Matthias Kurth empfahl den Verbrauchern, die Preise am Markt zu vergleichen und gegebenenfalls den Versorger zu wechseln.

Die Preispolitik der Konzerne ist sehr unterschiedlich. So kündigte der Energieversorger RWE an, er werde die Mehrbelastung durch die EEG-Umlage nicht in vollem Umfang an die Kunden weitergeben. Als Begründung nannte er die gesunkenen Strombeschaffungskosten und den gestiegenen Wettbewerb. Konkurrent EnBW verteuert dagegen den Strom um 9,5 Prozent.

ssu/dapd

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insgesamt 64 Beiträge
BiffBoffo 23.11.2010
Im letzten Jahr aller 4 großkonzerne. Warum ist die Regierung nicht gewillt die Bürger von solchen Abzockern von Elementaren-Grundversorgung ALLER BÜRGER zu schützen ? Was zur hölle soll das ?
Im letzten Jahr aller 4 großkonzerne. Warum ist die Regierung nicht gewillt die Bürger von solchen Abzockern von Elementaren-Grundversorgung ALLER BÜRGER zu schützen ? Was zur hölle soll das ?
menne 23.11.2010
um Preiserhöhungen zu begründen, so betreiben die großen Vier auch Windkraftwerke und profitieren vom EEG
um Preiserhöhungen zu begründen, so betreiben die großen Vier auch Windkraftwerke und profitieren vom EEG
Crom 23.11.2010
Der Bürger kann sich selber schützen, indem er den Anbieter wechselt. Nur so entsteht Druck. So lang das aber nur eine Minderheit macht und die meisten beim Grundanbieter bleiben, ist der Bürger selber Schuld.
Zitat von BiffBoffoIm letzten Jahr aller 4 großkonzerne. Warum ist die Regierung nicht gewillt die Bürger von solchen Abzockern von Elementaren-Grundversorgung ALLER BÜRGER zu schützen ? Was zur hölle soll das ?
Der Bürger kann sich selber schützen, indem er den Anbieter wechselt. Nur so entsteht Druck. So lang das aber nur eine Minderheit macht und die meisten beim Grundanbieter bleiben, ist der Bürger selber Schuld.
sir_henry 23.11.2010
Waehrend das Wahlvolk mit Terrorwarnungen von der eigenen Regierung eingelullt wird, ist der wahre Terror, der Preisterror durch Oel-, Gas- und Energieversorger schon lange akut. Aber gegen diese Bedrohung unternimmt natuerlich [...]
Waehrend das Wahlvolk mit Terrorwarnungen von der eigenen Regierung eingelullt wird, ist der wahre Terror, der Preisterror durch Oel-, Gas- und Energieversorger schon lange akut. Aber gegen diese Bedrohung unternimmt natuerlich die Regierung nichts, spuelt ihr doch jede Preiserhoehung Mehrwertsteuer ins marode Staatssaeckel.
FirstFallenAngel 23.11.2010
Glaubt wirklich irgendjemand, es sei keine Preistreiberei, wenn der Stromanbieter schreibt die Umlage würde um etwa 1,5 Cent erhöht, weshalb er gezwungen sei den Strompreis um ca. 3 Cent anzuheben? So naiv kann keiner sein und [...]
Glaubt wirklich irgendjemand, es sei keine Preistreiberei, wenn der Stromanbieter schreibt die Umlage würde um etwa 1,5 Cent erhöht, weshalb er gezwungen sei den Strompreis um ca. 3 Cent anzuheben? So naiv kann keiner sein und man braucht beleibe keine 'Beweise' um das zu merken...
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Energie-Oligopol in Deutschland
Konzerne Anteil Kraft- werks- kapa- zität Anteil erzeugte Strom- menge Anteil Groß- kunden- markt
RWE, E.on, Vattenfall, EnBW 82% 89% 60%
Quellen: IZES, BEE; Werte aus dem Jahr 2009

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Der Wechsel des Stromanbieters ist sehr einfach. Für die Formalitäten braucht man nur wenige Minuten. Im Kern gilt das Gleiche auch für Gaskunden, wobei der Markt hier aber erst langsam in Bewegung kommt. Wechselwillige Kunden sollten Folgendes beachten.





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