Hamburg - Der Ölpreis schnellt auf immer neue Höchstwerte. Die Sorte Brent, die in der Nordsee zwischen den Shetlandinseln und Norwegen gefördert wird, hat am Montagabend die 100-Dollar-Marke durchbrochen. Ein Barrel Brent (159 Liter) kostete kurzzeitig bis zu 100,2 Dollar und war damit so teuer wie seit dem 1. Oktober 2008 nicht mehr.
Im Sommer 2008 hatte es einen Versorgungsengpass am weltweiten Ölmarkt gegeben - und der Preis war auf sein Allzeithoch von fast 150 Dollar geschnellt. Dann aber ging die US-Investmentbank Lehman Brothers pleite, die Finanzkrise brach aus - und der Ölpreis stürzte binnen Monaten auf gut 40 Dollar ab.
Ein Grund für das neue Hoch ist die Krise in Ägypten. Anleger sorgen sich, die Unruhen könnten den ganzen Nahen Osten destabilisieren - dadurch könnten Öllieferungen über den strategisch wichtigen Suez-Kanal ausfallen.
Der Höchststand vom Sommer 2008 dürfte so schnell nicht noch mal erreicht werden. Die US-Großbank Goldman Sachs rechnet im laufenden Jahr mit einem Spitzenwert von 105 Dollar. Die Commerzbank geht sogar davon aus, dass der Ölpreis in der zweiten Jahreshälfte wieder auf 85 Dollar fällt.
Auch ist der Abstand des Brent zu anderen Ölsorten auffällig hoch: Ein Barrel der US-Referenzsorte WTI kostete am Montagabend rund 90 Dollar.
ssu
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