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Teure Energie Träge Verbraucher bremsen Wettbewerb am Strommarkt

Strommast: Wettbewerb auf Strommarkt nimmt deutlich abZur Großansicht
dpa

Strommast: Wettbewerb auf Strommarkt nimmt deutlich ab

Rund 25 Millionen Verbraucher müssen bald deutlich mehr für Strom zahlen. Laut einem Zeitungsbericht sind sie daran auch selbst schuld. Demnach machen zu wenige Kunden von ihrem Recht Gebrauch, zu einem günstigen Versorger zu wechseln - und lähmen so den Wettbewerb.

Hamburg - Der Wettbewerbsdruck auf dem Strommarkt nimmt offenbar deutlich ab: Grund dafür ist nicht nur das Oligopol der Versorger - sondern auch die Trägheit der Verbraucher. Das geht laut "Frankfurter Allgemeiner Zeitung" aus dem Monitoring-Bericht der Bundesnetzagentur zum Energiemarkt hervor, den die Behörde kommenden Dienstag veröffentlicht. Eine Sprecherin der Agentur wollte sich auf Anfrage nicht zu dem "FAZ"-Bericht äußern.

Demnach stagniert die Zahl der Verbraucher, die selbst aktiv werden und steigenden Strompreisen damit begegnen, dass sie sich einen günstigeren Versorger suchen. Seit 2006 sei die Zahl der Anbieterwechsel zunächst rasant gestiegen, doch jetzt sei diese Entwicklung praktisch zum Stillstand gekommen.

So hätten sich im vergangenen Jahr rund 2,4 Millionen Kunden für einen neuen Anbieter entschieden, 100.000 mehr als im Vorjahr. Darunter seien allerdings viele Haushalte, die den Anbieter bereits früher gewechselt haben und sich nun abermals einen neuen Anbieter suchen. Die Zahl der Erstwechsel sei dagegen rückläufig. Das aber vermindere den Wettbewerbsdruck - und erleichtere es den Stromkonzernen, die Preise zum Jahreswechsel auf breiter Front zu erhöhen.

Eigentlich ist es kinderleicht, den Anbieter zu wechseln. Über kostenlose Preisvergleichsportale wie Verivox.de oder Toptarif.de findet man binnen Minuten den günstigsten Anbieter in der eigenen Region - die Abwicklung des Vertragswechsels übernimmt der neue Versorger fast vollständig für den Verbraucher (siehe Infobox links).

Nach Angaben von Verivox schrecken dennoch viele Verbraucher vor einem Wechsel zurück. Manche fürchten offenbar, bei einem Anbieterwechsel wochenlang keinen Strom in der Wohnung zu haben - obwohl der Gesetzgeber eine Versorgungslücke verbietet. Andere scheinen die Vorteile eines Wechsels zu unterschätzen. Sie glauben, dass sich der Aufwand nicht lohnt. Dabei sind die Potentiale erheblich: Ein Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 4000 Kilowattstunden spart durch einen Anbieterwechsel bis zu 200 Euro pro Jahr.

Konzerne zementieren ihr Oligopol über Tochtergesellschaften

Die Bundesnetzagentur führt in ihrem Monitoring-Bericht laut "FAZ" noch einen weiteren Grund an. In vielen Versorgungsgebieten würden die Konzerne über Tochtergesellschaften selbst günstigere Alternativangebote anbieten. Diese würden aber nicht aktiv beworben und bildeten generell wenig Anreiz für einen Wechsel. Dennoch zögen sie einen Großteil der Kunden auf sich - und erhielten sich so ihre Marktdominanz.

Mehr als 25 Millionen Haushalte müssen bald mehr für elektrische Energie zahlen. Im Schnitt verteuert sich der Strom um 7,1 Prozent. Im Einzelfall erreichen die Preiserhöhungen demnach sogar mehr als 19,8 Prozent. Ein Vier-Personen-Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 5000 Kilowattstunden muss nach Angaben des Verbraucherportals Check24 im kommenden Jahr gut 83 Euro mehr für Elektrizität zahlen. Vor allem für die sozial Schwachen ist das eine große Belastung.

Die Versorger begründen die Zuschläge mit steigenden Kosten für Ökostrom. Die Bundesnetzagentur hält das für Augenwischerei: Die Stromkonzerne könnten die Preise sogar senken, schrieb Matthias Kurth, Chef der Bundesnetzagentur, in Unterlagen, die für eine Sitzung mit den Beiratsmitgliedern der Agentur bestimmt waren, wie die Netzagentur SPIEGEL ONLINE am Dienstag bestätigte.

Den Konzernen verblieben bei einem durchschnittlichen Strompreis von 23,42 Cent pro Kilowattstunde abzüglich Steuern, Abgaben und Netzentgelten 8,11 Cent, erläuterte Kurth. Bei Energiebeschaffungskosten von rund fünf Cent pro Kilowattstunde, die angesichts der aktuellen Börsenpreise jedem Versorger möglich seien, blieben also rund drei Cent Spielraum für Preissenkungen.

ssu

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insgesamt 56 Beiträge
AntiGravEinheit 26.11.2010
Einer, bei dem man 24 Monate im Voraus zahlen muß (und nicht weiß, ob es ihn in 6 Monaten noch gibt)? Einer, der zwar gigantisch billig ist, aber den keiner kennt? Einer, der beim Vergleich seinen billigsten Tarif von sich (den [...]
Einer, bei dem man 24 Monate im Voraus zahlen muß (und nicht weiß, ob es ihn in 6 Monaten noch gibt)? Einer, der zwar gigantisch billig ist, aber den keiner kennt? Einer, der beim Vergleich seinen billigsten Tarif von sich (den man nur bekommt, wenn man die Bedingungen von 10 Fußnoten erfüllt) und den teuersten vom aktuellen Anbieter hernimmt? Wie auch immer, wechseln lohnt in der Regel nicht. Beim örtlichen Versorger einfach mal nach den privaten Haustarifen fragen, da ergibt sich schon mal enormes Einsparpotential. Diese ganze Online-Tarifvergleiche sind sehr mit Vorsicht zu genießen, vergleichen sie Billiganbieter in der Regel mit dem teuersten Tarif des örtlichen Versorgers. Der Haustarif meines örtlichen Versorgers ist praktisch genauso billig (oder teuer) wie z.B. der Tarif, den ich vom gelben Strom bekommen könnte. Wegen 2 Euro im Monat mache ich keinen Wechsel zu einem anderen Anbieter.
SirTurbo 26.11.2010
Da es keine günstigen Versorger GIBT - sondern höchstens ein paar PR-Unterabteilungen mit geringfügig niedrigeren Preisen - lohnt sich die ganze Diskussion genausowenig wie das Wechseln und mal wieder reine Volksvera....lberung.
Zitat von sysopRund 25 Millionen Verbraucher müssen bald deutlich mehr für Strom zahlen. Laut einem Zeitungsbericht sind sie daran auch selbst schuld. Demnach machen zu wenige Kunden von ihrem Recht Gebrauch, zu einem günstigen Versorger zu wechseln*- und lähmen so den Wettbewerb. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,731329,00.html
Da es keine günstigen Versorger GIBT - sondern höchstens ein paar PR-Unterabteilungen mit geringfügig niedrigeren Preisen - lohnt sich die ganze Diskussion genausowenig wie das Wechseln und mal wieder reine Volksvera....lberung.
lilly51 26.11.2010
der Verbraucher schuld, der sich diesen ständigen Wechselstress nicht antun will. Wie wäre es denn mal damit, diese Stromabzocke gesetzlich zu begrenzen? Energie ist ein so elementare Gut, dass man es m. E. nicht völlig der [...]
Zitat von sysopRund 25 Millionen Verbraucher müssen bald deutlich mehr für Strom zahlen. Laut einem Zeitungsbericht sind sie daran auch selbst schuld. Demnach machen zu wenige Kunden von ihrem Recht Gebrauch, zu einem günstigen Versorger zu wechseln*- und lähmen so den Wettbewerb. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,731329,00.html
der Verbraucher schuld, der sich diesen ständigen Wechselstress nicht antun will. Wie wäre es denn mal damit, diese Stromabzocke gesetzlich zu begrenzen? Energie ist ein so elementare Gut, dass man es m. E. nicht völlig der Privatwirtschaft überlassen sollte.
xbtfx 26.11.2010
meine Erfahrung bei Verivox: man kann alle Kation- und Vorkasse-Tarife ausschließen und dann den aktuellen gebuchten Tarif des derzeitgen Anbieters auswählen, um sich danach die Ergebnisse anzeigen zu lassen. Wer dass nicht [...]
Zitat von AntiGravEinheitEiner, bei dem man 24 Monate im Voraus zahlen muß (und nicht weiß, ob es ihn in 6 Monaten noch gibt)? Einer, der zwar gigantisch billig ist, aber den keiner kennt? Einer, der beim .....
meine Erfahrung bei Verivox: man kann alle Kation- und Vorkasse-Tarife ausschließen und dann den aktuellen gebuchten Tarif des derzeitgen Anbieters auswählen, um sich danach die Ergebnisse anzeigen zu lassen. Wer dass nicht macht, hat wenig von einem solchen Preisvergleich. Desweiteren kann man einstellen, welche Preisbindung man haben möchte (keine, 6 Monate 12 Monate etc) und erhält dann die möglichen Tarife zur Auswahl. Das Ganze dauert vielleicht 3 Minuten, danach muss man noch seine persönlichen Daten im Wechselformular eingeben und schon ist der Fall erledigt. WO liegt hier also das Problem? Ich praktiziere dieses Vorgehen seit 5 Jahren und habe dadruch meine Kosten stabil halten können, trotz jährlicher Preissteigerungsrunden. Was habe ich bisher gespart? Im Durchschnitt 229,-/Jahr seit 2006. Gut? Ich finde JA und wer dazu zu faul ist, bitte schön, immer fließig zu hohe Energiepreise zahlen. Freundliche Grüße aus HH
hazadeur 26.11.2010
Diese ganze Anbieterwechselei (Strom, Telefon, Gas, Krankenkasse) bringen kaum Etwas. Immer wenn ich gerade einen Anbieter gewechselt habe, erhöht der die Tarife. Dann heißt es wieder wechseln usw. Irgendwann ist mir das dann [...]
Zitat von sysopRund 25 Millionen Verbraucher müssen bald deutlich mehr für Strom zahlen. Laut einem Zeitungsbericht sind sie daran auch selbst schuld. Demnach machen zu wenige Kunden von ihrem Recht Gebrauch, zu einem günstigen Versorger zu wechseln*- und lähmen so den Wettbewerb. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,731329,00.html
Diese ganze Anbieterwechselei (Strom, Telefon, Gas, Krankenkasse) bringen kaum Etwas. Immer wenn ich gerade einen Anbieter gewechselt habe, erhöht der die Tarife. Dann heißt es wieder wechseln usw. Irgendwann ist mir das dann auch zu blöde. Und bei einigen Sachen geht's ja auch kaum. Ich habe eine Eigentumswohnung. Da müßte ich mich mit den anderen Mitwohnungseigentümern z.B. auf einen Gasvrsorger einigen. Anbieterwechsel mit der Jagd auf die günstigsten Tarife kann man mit einer Eigentümergemeinschaft vergessen.
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Grafik: So setzt sich der Strompreis zusammen


Energie-Oligopol in Deutschland
Konzerne Anteil Kraft- werks- kapa- zität Anteil erzeugte Strom- menge Anteil Groß- kunden- markt
RWE, E.on, Vattenfall, EnBW 82% 89% 60%
Quellen: IZES, BEE; Werte aus dem Jahr 2009
DDP
Die Strompreise steigen, vielen Bürgern drohen saftige Mehrkosten. Da hilft nur eines: den Verbrauch senken - und zwar schnell. Überprüfen Sie im SPIEGEL-ONLINE-Test, ob Sie das Zeug zum Energiesparer haben!

Bundesnetzagentur
Die Behörde existiert unter diesem Namen seit Juli 2005. Die Bundesnetzagentur, die vorher Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post hieß, ist für die Beaufsichtigung und Regulierung der Energie-, Telekommunikations-, Post-, und Bahnnetze in Deutschland zuständig. Aufgabe der Bundesnetzagentur ist es, Wettbewerb in Monopolen zu ermöglichen und die Entstehung von Monopolen zu verhindern. Deswegen werden Märkte beobachtet, wettbewerbsgerechte Preise ermittelt und durchgesetzt. Die Bundesnetzagentur arbeitet weitgehend autark, ist aber hinsichtlich der politischen Hierarchie dem Bundeswirtschaftsministerium untergeordnet. ssu
Anbieterwechsel - so funktioniert's
Der Wechsel des Stromanbieters ist sehr einfach. Für die Formalitäten braucht man nur wenige Minuten. Im Kern gilt das Gleiche auch für Gaskunden, wobei der Markt hier aber erst langsam in Bewegung kommt. Wechselwillige Kunden sollten Folgendes beachten.




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