Teure Subvention SPD will Handwerker-Steuerrabatt abschaffen

Die SPD stellt offenbar die steuerliche Absetzbarkeit von Handwerkerleistungen in Frage. Die Sozialdemokraten berufen sich der "Süddeutschen Zeitung" zufolge auf eine Studie, die empfiehlt die jährlich 1,5 Milliarden Euro teure Subvention abzuschaffen.

Renovierungsarbeiten: Fünftteuerste Steuervergünstigung in Deutschland
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Renovierungsarbeiten: Fünftteuerste Steuervergünstigung in Deutschland


Berlin - Es ist eine der beliebtesten Abzugsmöglichkeiten bei der Steuererklärung: Die Kosten für Renovierungs- oder Gartenarbeiten. Die SPD stellt die Absetzbarkeit von Handwerkerarbeiten der "Süddeutschen Zeitung" zufolge aber jetzt in Frage. Der SPD-Haushaltspolitiker und Vize-Fraktionschef Carsten Schneider sagte der Zeitung, die mit der Vergünstigung verbundenen Ziele würden teilweise verfehlt. Es bestehe "ganz offensichtlich Handlungsbedarf". Auch Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) könne das "nicht ignorieren".

In Fraktionskreisen hieß es dem Blatt zufolge außerdem, wenn die Union die Zustimmung der SPD für eine Entlastung der Bürger etwa bei der sogenannten kalten Progression wolle, "darf sie im Gegenzug den Abbau von Steuersubventionen nicht länger als Steuererhöhung verteufeln". Hintergrund der Aussagen ist der Zeitung zufolge eine von der Regierung in Auftrag gegebene Studie, in der die Abschaffung des Handwerkerprivilegs, zumindest aber eine Beschneidung, empfohlen wird.

Jeder Bürger kann in der Steuererklärung 20 Prozent der Arbeitskosten für Renovierungen, die Gartengestaltung sowie den Austausch oder die Wartung etwa der Heizung geltend machen. Seit die damalige große Koalition 2009 die Obergrenze für den Steuervorteil anhob, dürfen bis zu 1200 Euro abgesetzt werden. Erklärtes Ziel war es damals, die Konjunktur zu stützen, die legale Beschäftigung von Handwerkern zu fördern und damit die Schwarzarbeit einzudämmen.

Die Subvention kostet den Staat laut "Süddeutscher Zeitung" gut 1,5 Milliarden Euro im Jahr, sie ist damit die fünftteuerste Steuervergünstigung überhaupt. Schon 2011 waren in der damaligen schwarz-gelben Regierungskoalition Überlegungen laut geworden, die Subvention abzuschaffen - allerdings ohne Erfolg.

nck/Reuters/AFP



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insgesamt 153 Beiträge
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lasmirandadensivilla 03.04.2014
1. Ist ok ...
... dann machen wir es eben wieder schwarz.
dapmr75 03.04.2014
2. Die Schizophrenie der SPD
Die Kosten für die Rente mit 63, den Mindestlohn, die Mietpreisbremse; Regelungswut, Falschanreize und Steuerverschwendung ohne Problem. Der letztlich falsche aber eher nebensächliche Handwerker-Steuerrabatt ist jedoch ein riesiges Problem. So schaut in Deutschland Politik aus einem Guss aus.
ptb29 03.04.2014
3. Schafft die Subvention ab!
Und wir gehen wieder dazu über, die Handwerker schwarz zu beschäftigen.
cato-der-ältere 03.04.2014
4. Hitparade
Diese Subvention ist also auf Platz 5. Wie wäre es mal die Top 10 komplett aufzulisten und daraufhin abzuklopfen was man zurück fahren sollte? Warum gerade die Nr. 5? Die SPD tut sich keinen Gefallen wenn sie den Abbau der kalten Progression, der auch ihre Klientel betrifft, davon abhängig machen. Zumindest müsste erklärt werden warum. Vielleicht hat sie das aber es wurde hier im Artikel vergessen?
4magda 03.04.2014
5.
Zitat von sysopDPADie SPD stellt offenbar die steuerliche Absetzbarkeit von Handwerkerleistungen infrage. Die Sozialdemokraten berufen sich der "Süddeutschen Zeitung" zufolge auf eine Studie, die empfiehlt die jährlich 1,5 Milliarden Euro teure Subvention abzuschaffen. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/teure-subvention-spd-will-handwerker-steuerrabatt-abschaffen-a-962296.html
Ja wenn der Handwerker dann wieder frägt, ob ich eine Rechnung brauche............. Ist es "ziviler Ungehorsam", wenn man sich "Kleinbürgerlich" wehrt? Der Staat bricht Verträge (EU), verschwendet Steuereinnahmen (BER usw.) nach Lust und Laune und will dem Bürger erklären, dass er sich rechtskonform zu verhalten hat. Lasst einfach Uli Hoeneß sein Spielgeld; der hat es schon richtig gemacht.
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