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Kambodscha: Hunderttausende Textilarbeiter streiken gegen Hungerlöhne

Sie verdienen nur gut 2,30 Euro pro Tag - nun kämpfen sie für ihre Rechte: In Kambodscha verschärft sich der Protest in der Textilbranche. Hunderttausende Arbeiter streiken, die meisten Fabriken haben die Produktion eingestellt.

Streikende Textilarbeiter: Massenstreik für höhere Löhne Zur Großansicht
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Streikende Textilarbeiter: Massenstreik für höhere Löhne

Phnom Penh - Der Streit um höhere Löhne in Kambodschas Textilbranche verschärft sich. Die meisten Textilfabriken im Land haben mittlerweile geschlossen. Zwei Drittel der 600.000 Beschäftigten seien nicht am Arbeitsplatz, sagte Kong Athit von der Textilarbeitergewerkschaft am Montag. Einige Fabriken werden bestreikt, bei anderen haben die Fabrikbesitzer die wütenden Arbeiter selbst ausgeschlossen.

Die Regierung hatte den Mindestlohn gerade von umgerechnet gut 58 auf rund 69 Euro pro Monat erhöht. Es war der größte Lohnsprung seit mehr als einem Jahrzehnt. Doch konnte er kaum die steigenden Verbraucherpreise ausgleichen. Unterm Strich befinden sich die Löhne so auf dem Niveau des Jahrs 2000. Die Gewerkschaften fordern daher einen monatlichen Mindestlohn von 116 Euro.

Der Textilsektor ist die größte Exportindustrie Kambodschas. Die Einkünfte belaufen sich 2013 auf mehr als fünf Milliarden Dollar. Die Branche liefert vor allem in die USA und nach Europa. Sollten die Massenstreiks länger andauern, könnte dies das Wirtschaftswachstum des gesamten Landes bremsen, schätzen Ökonomen laut "Wall Street Journal".

Insgesamt befinden sich 795 Textil- und Schuhfabriken in Kambodscha. Hersteller bevorzugen das Land wegen seiner niedrigen Löhne, mittlerweile sind Streiks jedoch an der Tagesordnung. Allein von Januar bis November traten Arbeiter 131-mal in den Ausstand.

Viele der Textilarbeiter beteiligten sich in den vergangenen Tagen auch an Protesten gegen die Regierung. In der Hauptstadt Phnom Penh hatten Tausende Demonstranten den Rücktritt von Ministerpräsident Hun Sen und vorgezogene Neuwahlen gefordert. Mehr als 30.000 Arbeiter hätten an den Protestmärschen teilgenommen, berichteten Lokalmedien.

ssu/dpa

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insgesamt 43 Beiträge
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1. Endlich mehr Gerechtigkeit
heinrichzim 30.12.2013
Ich wünschte sie haben durchschlagenden Erfolg. Mich grämen die Preise bei uns, die es fast unvorstellbar machen, das herzustellen so billig. Ausbeutung ist das richtige Wort. Man sollte Ausbeuter an den Pranger stellen, nicht nur faule Ausreden dulden.
2. Recht so!
irgendwer_bln 30.12.2013
Zitat von sysopGetty ImagesSie verdienen nur gut 2,30 Euro pro Tag - nun kämpfen sie erbittert für ihre Rechte: In Kambodscha verschärft sich der Protest in der Textilbranche. 600.000 Arbeiter streiken, die meisten Fabriken haben die Produktion eingestellt. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/textilarbeiter-in-kambodscha-massenstreik-gegen-hungerloehne-a-941208.html
Ihr habt meine mentale Unterstützung! Zeit, dass Menschen als solche betrachtet werden. Nicht nur als Nutzvieh, welches man zur Produktion ausnutzt und wie eine Ressource ausbeuten kann. Eine Schande...
3. Nicht nur in Kambodscha!
Horacio 30.12.2013
Dann dürfen Sie aber nicht nur Kik oder Takko an den Pranger stellen, sondern Adidas, Puma, Nike und alle anderen. Die lassen genauso billig produzieren. In Bangla Desch, Vietnam und eben Kambodscha. Die Herstellungskosten für einen Sportschuh betragen keine 15 Euro. Das wollte ich Ihnen noch sagen.
4. wir helfen mit
twaddi 30.12.2013
Und hören auf, Schrottklamotten bei Primark und Co zu kaufen! Niemand braucht das Zeug!
5. Unser Vorteil
20InchMovement 30.12.2013
jemanden Nachteil. Unser Wohlstand geht immer zu den Ungunsten anderer Menschen, Afrika, Asien... Das sollte man sich mal vor Augen führen und beim nächsten Einkauf "Geiz ist geil" mal sein lassen.
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